24.06.2018 - 16:37 Uhr
RiedenOberpfalz

So geht's zu im Naturpark Hirschwald

Mit "Geschichte und Geschichten aus dem Naturpark Hirschwald" ist die neue Ausgabe des Eisengaus überschrieben. Ein Sonderband den Kreisheimatpfleger Dieter Dörner im Verbund mit Ortsheimatpflegern im Landgasthof "Zum Bärenwirt" vorstellt.

Vom Routbazupfa und über ihre Heimat Oberpfalz Las Grete Pickl auf ihrem Gedichtband.

(sön) Zuerst aber spielte Walter Lochner, musikalisches Urgestein aus dem Hirschwald, zünftig bayrisch auf, er umrahmte auch zwischen den Lesungen den Abend. Riedens Bürgermeister Erwin Geitner freute sich darauf, von Ortsheimatpflegern Schmankerln aus der Heimat zu hören. Sein Ensdorfer Amtskollege Markus Dollacker, auch Vorsitzender des Naturparks Hirschwald, wünschte gute Unterhaltung.

Mit Gedanken zum Naturpark Hirschwald, dem Fledermaushaus aber auch zum Infozentrum, zum Naturparkhaus, und zum Konkurrenzkampf der Bürgermeister dazu stieg Bärenwirt Erhard Richthammer ins Thema ein. Berichtete von Wildschäden, über Reh- und Wildsauabschuss, streunende Hunde und Katzen, über Biber, Reiher und Kormoran, resümierte: "So geht es zu im Naturpark Hirschwald." Ursensollens Ortsheimatpfleger Josef Schmaußer zeigte mit einer örtlichen Litanei auf, wie die Zandter reagierten, als 1923 die Dorfoberen den Stromanschluss ablehnten: "Da Handscher g'hert se bei die Ohrn gnumma. Wegen dem hamma um' Elektrische kumma!"

Mit der Dorf-Litanei von Haag setzte Schmaußer darauf noch ein weiteres Schmankerl. An die Kriegszeit, als die Arbeiter im 1920 gegründeten Kalksteinwerk in Vilshofen eingezogen und durch 40 französische und 40 russische Kriegsgefangene ersetzt wurden, erinnerte Ortsheimatpfleger Albert Kräuter. Deren Baracken waren von Flüchtlingen belegt worden, unter denen eine hochschwangere junge Frau war, die entband. Bei einer Sprengung sei ein Felsen durchs Dach auf ihr Bett gefallen. Mutter und Kind aber blieben unverletzt. "Und heute leb' ich immer noch", freut sich die inzwischen 90-Jährige. Mit dem Gedicht vom "Routbazupfa" erinnerte Grete Pickl an "noudige Zeiten". Die Zuhörer aber ließen sich deftige Brotzeiten aus der Bärenwirtsküche und manch kühles Seidl Bier dazu schmecken.

Walter Lochner spielte weiter auf, Grete Pickl und Josef Schmaußer traten mit weiteren Schmankerln vors Publikum. Dieter Dörner aber konnte noch viel über Alltag und Lebenszyklus der Oberpfälzer im 19. Jahrhundert aus Physikatsberichten örtlicher Amtsärzte erzählen. Exemplare des Eisengaus, auch ältere, sind über Dieter Dörner (09621/74465 oder geschichtsnetzwerk.oberpfalz[at]gmx[dot]de) zu beziehen, war zu erfahren.


*Ursensollens Heimatpfleger Josef Schmaußer begeisterte mit der „Zantner Litanei“ und der „Dorf-Litanei von Haag“ neben die Zuhörer.
*Ursensollens Heimatpfleger Josef Schmaußer begeisterte mit der „Zantner Litanei“ und der „Dorf-Litanei von Haag“ neben die Zuhörer.
Walter Lochner, musikalisches Urgestein aus dem Hirschwald, spielte zünftig bayrisch auf, umrahmte auch zwischen den Lesungen den Abend.
Besondere „Schmankerln“ zitierte Kreisheimatpfleger Dieter Dörner aus dem Sonderband 33 des Eisengaus zu den Physikalberichten von 1860.
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