Bürger erkunden historisches Rothenstadt

Rothenstadt ist älter als Weiden. Die erste urkundliche Erwähnung datiert vom 18. Oktober 1171. Der kommunale Anschluss an Weiden erfolgte am 1. Mai 1978. Der zweite Teil der Dorfführung war spannend.

Historisches Gemäuer von 1823 zwischen Kirchenstraße und der Straße am Dorfbach zeigt Heimatforscher Georg Kick beim Dorfrundgang der SPD Rothenstadt/Konradshöhe.
von Autor rdoProfil

Die SPD Rothenstadt/Konradshöhe mit Tobias Kutz erkundete mit Heimatforscher und Rothenstadt-Kenner Georg Kick den südlichen Teil des Dorfes. Schon im ältesten Pfarrverzeichnis für die Oberpfalz aus dem Jahr 1326 wird die Pfarrei Rothenstadt aufgeführt. Bereits vor dem 13. Jahrhundert erfolgte der Bau der Bartholomäuskirche. Nach dem 30-jährigen Krieg von 1618 bis 1648 wurde das „Simultaneum“ eingeführt, das erst mit dem Neubau der katholischen Kirche im Jahr 1910 endete.

An der Kirchenstraße, die als Heeresstraße benannt war, am Gasthof Lehner vorbei stehen zwei alte Bauernanwesen, die im Türrahmen die Jahreszahl 1823 enthalten. Hier wurde 1806 in der guten Stube getanzt und ein französischer Soldat lag auf der Kachelofenbank, als ein Blitz durch den Kamin fuhr und ein Feuer die drei Anwesen vernichtete. Schräg gegenüber neben dem Lehnersaal war die Keimzelle des Rothenstädter Sports und Fußballs: Dort stand bis 1929 eine Turnhalle und es gab einen Fußballplatz.

In der Straße „Am Dorfbach“ befand sich das katholische Schulhaus von 1853 bis 1959, das früher als simultaner Pfarrhof diente. Das Feuerwehrhaus befand sich nördlich gegenüber der OWV-Anlage. An der Hauptstraße angekommen befand sich auf der Westseite ein „Dreschstadel“. Es gab damals 53 Selbstversorger in Rothenstadt, die jeweils Kühe und landwirtschaftliche Anwesen besaßen. Es gründete sich die „Baugenossenschaft Einigkeit“ 1921, die mit der Wirtschaftskrise und Inflation wieder untergegangen ist.

Auf dem Gelände des Kriegerdenkmals befand sich der Dorfweiher. Hier wurde das Eis gehauen, das für die Kühlung der Bierkeller, die sich unter dem „Salute‘“ befanden, diente. Dies Keller bestehen heute noch mit bis zu acht Meter Tiefe. Vom "Salute" aus gesehen stand der Bahnhof von Rothenstadt in südlicher-westlicher Richtung am Bahndamm.

1930 gründete ein Metzgermeister eine Bierschänke an der Hauptstraße, der heutige „Schinderhannes“. Ihm schlossen sich in südlicher Richtung Häuser mit einer Schreinerei, einem Lebensmittelladen, dem „Konsum“ und einem Müller an. 1930 gab es 12 Lebensmittelgeschäfte in Rothenstadt, sagte Georg Kick, der auch die Chronik von Rothenstadt als Buch veröffentlichte.

Weiter ging es zum evangelischen Pfarrhof, 1870 erbaut. Der letzte Hof gehörte früher der Familie Hägler, wo es heute in den Naabwinkl geht. An der Brücke im Naabwinkl bleichten die Frauen die Wäsche. Das Wasserkraftwerk lieferte per Fernleitung Energie bis nach Wiesental zur Fichtelnaab bei der Schweinmühle. Die Straßenbaulast der Brücke obliegt nachweislich der Stadt Weiden und es führte ein Steg über die Naab nach Pischldorf und Pirk.

Im mächtigen Schloss mit Rittersaal residierten Baron Eduard von Sazenhofen bis zur Pleite im Jahr 1903, als die Abgaben versiegten. Danach folgten sieben Besitzerwechsel bis 1934. Durch die Vermittlung des Staats kam als Nachfahre Baron Eduard von Sazenhofen aus Amerika, der mit seiner zweiten Frau auf dem Schloss wohnte. Die Baronin lebt heute noch in einem Altenheim in Weiden. Seit zwei Jahren bewohnt das Schloss Alexander Baierl, der eine Kunstwerkstatt in den Räumen von Höslbräu betreibt. So schloss sich der Kreis des Rundgangs und die große Zahl an Zuhörern hatte historische Begebenheiten aus dem Stadtteil Rothenstadt erfahren.

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