Volkstrauertag in Rothenstadt: Dem Vergessen entgegentreten

Am Vorabend des Volkstrauertags gedachten Bürger, Politiker und Vereine am Kriegerdenkmal in Rothenstadt als Mahnung gegen das Vergessen.

„Erheben wir unsere Stimme für diejenigen, deren Stimme verstummt ist, die Opfer von Krieg und Gewalt“, sagt Bürgermeister Jens Meyer am Rednerpult in Rothenstadt.
von Autor rdoProfil

„Die Zeit ist vergänglich und der Mensch neigt allzu leicht zum Vergessen. Darum ist es ein wertvolles Gut wenigstens einmal im Jahr derer zu gedenken, die ihr kostbarstes Gut, ihr Leben, für die Heimat und das Volk in den Weltkriegen hingegeben haben. Dieser Satz gilt heute genauso wie vor 67 Jahren“, sagte Bürgermeister Jens Meyer. Viele Menschen in unserer heutigen Gesellschaft könnten mit dem Gedenktag nichts mehr anfangen, weil sie die Sinnhaftigkeit nicht kennen.

Aber Krieg und Gewaltherrschaft hinterlassen bis heute auf der Welt ihre furchtbaren Spuren. Viele Schicksale von Verwandten, die in den beiden Weltkriegen zu den 80 Millionen gehörten, die ihre Leben ließen, seien bis heute ungeklärt. Der Bürgermeister erinnerte an das Leid während des Zweiten Weltkriegs in den Nachbarvölkern, den Massenmord an den Juden und den Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung, die Zerstörung in viele Städte brachten. "Wir müssen uns alle gemeinsam für ein ethisch tolerantes Verhalten heute einsetzten, die Jugend mit hineinnehmen und ihnen das Ritual des Volkstrauertages aus einer fernen Vergangenheit begreifbar zu machen", forderte Meyer auf.

„Es werden immer weniger Zeitzeugen der Ereignisse vor 74 bis 80 Jahren, die den Krieg miterlebt haben“, erkannte der evangelische Pfarrer Martin Valeske. Es wäre Geringschätzung und gefühlslos, diese Toten zu missachten. Der Geistliche zitierte die Innschrift des Münchner Siegestors: „Dem Sieg geweiht – Vom Krieg zerstört – Zum Frieden mahnend.“ Sie sollte uns und die Jugend sensibilisieren, sich gegen populistische und rechtsradikale Gedanken zu stellen, mit lebendigem Herzen, das bereit ist, sich dem gemeinsamen Frieden und dem Blick auf Gott zu lenken.

Musik machte der evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Reinhold Spitzkopf mit dem Largo von Händel, dem Coral „Bleibe bei mir“ und der Deutschlandhymne zum Abschluss. Mitglieder der Reservistenkameradschaft Weiden hielten die Ehrenwache.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.