08.03.2019 - 15:34 Uhr
MünchenOberpfalz

Schlag gegen Händler von Designerdrogen

Der Produzent des Händlerrings für neue Drogen führte in München ein Luxusleben. Nun haben Polizei und Staatsanwaltschaft zugeschlagen.

Reagenzgläser gefüllt mit „Neuen psychoaktiven Substanzen“ stehen im Labor des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes. Nun ist Bayern der bundesweite größte Schlag gegen Händler derartiger Substanzen gelungen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Dem bayerischen Landeskriminalamt ist zusammen mit der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft in Ansbach ein Schlag gegen einen weltweiten Händlerring von "Neuen psychoaktiven Stoffen" gelungen. Das bayerische Innenministerium und das Landeskriminalamt sprechen vom größten derartigen Ermittlungsverfahren in Deutschland. Mehr als 20 000 Abnehmer hätten in einem "seriös wirkenden Internetshop verbotene ,Neue psychoaktive Stoffe'" bestellt.

Die Ergebnisse der Ermittlungen will Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am nächsten Donnerstag in München unter anderem zusammen mit dem Präsidenten des Landeskriminalamtes (LKA), Robert Heimberger, dem Leiter des LKA-Rauschgiftdezernats, Jörg Beyser, und Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger von der Staatsanwaltschaft Ansbach vorstellen.

Die gefährlichen Stoffe kommen häufig mit harmlosen Bezeichnungen wie "Kräutermischungen" oder Badesalze" auf dem Markt. Im Jahr 2016 sind nach Angaben des Innenministeriums 40 Menschen an "Neuen psychoaktive Stoffen" gestorben. Im Jahr 2017 waren es 37 Tote. Die nun ausgehobene "bandenmäßig strukturierte Gruppierung" erwirtschaftete nach Angaben des Landeskriminalamtes viele Millionen Euro. "Der Produzent führte in München ein Luxusleben", teilte das LKA am Freitag mit. Die Gruppe setzte sich demnach aus einem Produzenten, Verpackern, Kurieren, Strohmännern, Administratoren und Finanzagenten - mit mehr als 100 Konten zusammen. Im Internetshop wurden die "Neuen psychoaktiven Stoffe" als "normale Kräutermischungen" beschrieben und verkauft. Die Stoffe wurden weltweit versandt.

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