(sne) Die momentane Dürre macht seinem Biobauernhof zu schaffen: Landwirt Konrad Lehner rechnet mit einem Ausfall von bis zu 50 Prozent bei der Ernte. Gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber informierten sich die CSU-Land- und Bezirkstagskandidaten Tanja Renner, Matthias Grundler, Toni Dutz und Tobias Reiß auf dem Anwesen.
1987 hatte Lehner mit Sommerraps und Erbsen als Zwischenfrucht begonnen, ehe er erste Erfahrungen als Biobauer sammelte. 1991 unterzeichnete er einen Kontrollvertrag mit Bioland und sagte zu, seinen Hof auf ökologischen Betrieb umzustellen. Die Regelzeit dafür beträgt zwei Jahre. Aus einem Anbindestall mit 16 Kühen wurde ein Laufstall mit 30 Kühen. 2012 beschloss Lehner einen Neubau, der im darauffolgenden Jahr begann. Im Stall haben die Rinder freie Wahl zwischen Innen- und Außenbereich, sogar Maschinen zur Massage, Entspannung und Abkühlung stehen bereit. Auch können die Kühe selbst entscheiden, wann sie sich von den Melkrobotern melken lassen. In naher Zukunft sei auch Weidehaltung geplant, teilte der Landwirt mit.
Das Geschäftsfeld wurde ebenfalls immer wieder verändert. Die reinen Milchhöfe zahlten oft zu wenig, so dass weitere große Vertriebspartner gesucht worden seien, erläuterte Lehner. Als Biobauernhof sei die Vergütung pro Liter Milch zwar besser als bei traditioneller Haltung, doch durch eine zunehmende Umstellung der Milchbetriebe eine Sättigung des Marktes ein, sagte er: Das Wachstum werde zukünftig geringer ausfallen.Hinzu komme die Einfuhr von Milch aus dem Ausland, was die Vermarktung zusätzlich erschwere.
Staatsministerin Michaela Kaniber zeigte sich mit der Problematik der Milchpreise vertraut. Der Verbraucher schaue letztendlich auf die Preise. "Bauern-Bashing" und Forderungen, wonach die Landwirte alles leisten müssten, aber nichts etwas kosten dürfe, müssten endlich aufhören, forderte sie. Tierhalte- und Lebensmittelskandale hätten mittlerweile aber eine Bewusstseinsänderung in der Bevölkerung bewirkt. Um die Entwicklung ökologischer Betriebe zu stärken, hofft Kaniber auf Bio- und Regionalsiegel. Es gelte unter anderem, den großen Widerspruch zwischen Qualität und Preis aufzulösen. Bei den Ernteproblemen wolle die bayerische Staatsregierung die Bauern nicht im Stich lassen: Sie habe bereits Maßnahmen beschlossen, sagte sie.
Mit von der Partie beim Besuch der Landwirtschaftsministerin war auch Josef Wetzstein, der geschäftsführende Landesvorsitzende des Bioland-Verbandes. Er zeichnete Konrad Lehner für 25-jährige Mitgliedschaft aus. Dessen Bauernhof sei ein besonderer Hof, in dessen Betrieb die gesamte Familie eingebunden sei. Anders sei die großartige Leistung auch nicht zu stemmen, stellte Wetzstein klar.















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