05.11.2021 - 13:36 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

In Schlammersdorf fallen Ställe und Rinder einem Großbrand zum Opfer

Großeinsatz in Schlammersdorf mit fast 250 Rettungskräften: Freitagnacht brennen in einem Bauernhof zwei Ställe nieder, auch Kälber und Kühe sterben. Der Schaden beträgt nach vorsichtigen Schätzungen mindestens eine Million Euro.

Beim Eintreffen der Feuerwehren stehen die Ställe schon lichterloh in Flammen.
von Jürgen MaschingProfil

In der Ortsmitte von Schlammersdorf im Landkreis Neustadt/WN kam es in am Freitag, 5. November, gegen 1.30 Uhr in einem Bauernhof zu einem Großbrand. Dabei brannten zwei Ställe nieder, der Schaden liegt vermutlich in Millionenhöhe.

Mehrere Bürger hätten der Einsatzzentrale der Polizei Oberpfalz den Brand mitgeteilt, informierte Werner Stopfer, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Eschenbach. Bis zum Eintreffen eines Großaufgebots an Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei stand bereits ein Teil der Stallung und ein Nebengebäude in Flammen, die sich rasch auch auf andere unmittelbar angebaute Gebäudebereiche ausbreiteten. Dank des schnellen und professionellen Eingreifens der Feuerwehr konnte ein weiterer Übergriff der Flammen auf benachbarte Anwesen verhindert werden, berichtete Stopfer. Lediglich an der Ostseite des Brandobjekts erfasste das Feuer einen unmittelbar angrenzenden Giebel einer großen Scheune zu einem Nachbaranwesen. Zum Zeitpunkt des Brands begünstigte Westwind die Ausbreitung des Feuers.

Die Familie des Brandleiders und die Feuerwehreinsatzkräfte versuchten sofort, die etwa 140 Stück Großvieh aus den Stallungen auf eine angrenzende und eingezäunte Weide zu treiben. Bis auf wenige Kälber und Kühe gelang es ihnen, die Tiere in Sicherheit zu bringen. Bei vier bis sechs Tieren gelang diese Rettungsaktion nicht. Aktuell kann diese Zahl der verendeten Kälber und Rinder noch nicht näher verifiziert werden, da ein Betreten der Brandstellen aufgrund einsturzgefährdeter Dachstuhlkonstruktionen nicht möglich ist. Stopfer sprach von vier Kälbern und zwei Kühen.

Glutnester im Heu

Drei Angehörige aus der Familie des Geschädigten erlitten einen Schock und mussten ambulant behandelt beziehungsweise betreut werden. Von den Einsatzkräften sei niemand verletzt worden, sagte Stopfer. In dem Anwesen waren neben den erwähnten Tieren auch landwirtschaftliche Anbaugeräte und zwei Oldtimer-Traktoren untergestellt. Teilweise waren auf den Dachflächen auch Photovoltaikmodule installiert. Darüber hinaus verbrannten auch Getreide und Erntevorräte. Vor allem das abgelagerte Heu bereitete den Einsatzkräften weitergehende Probleme. Darin entfachten sich immer wieder Glutnester, die gelöscht werden mussten. Die Feuerwehrleute versuchten, sie aus dem Gebäude zu holen und auf einer Ackerfläche breitflächig kontrolliert abzulöschen.

Brandursache noch unbekannt

Zu der Brandursache können noch keine Aussagen getroffen werden, betonte Stopfer. Die Polizeiinspektion Eschenbach hat die Ermittlungen aufgenommen, auch ein Brandermittler der Kriminalpolizei Weiden war vor Ort. Eine umfangreichere Begehung des Brandobjekts kann erst in der kommenden Woche erfolgen, "wenn das Feuer so weit abgekühlt ist, dass das Gebäude betreten werden kann". Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt und abgesperrt. Wegen noch fehlender Informationen könne die Schadenshöhe nur bedingt beziffert werden. Nach einer ersten vorsichtigen Schätzung dürfte diese im Bereich von einer Million Euro liegen, vermutete der Dienststellenleiter.

In der Hochphase befanden sich 241 Einsatzkräfte an der Brandstelle: 215 Feuerwehrleute (davon 19 Atemschutzträger), 11 aus dem Rettungsdienst (BRK) und sonstige Einsatzkräfte wie Polizei und THW. Da die Ortsdurchfahrt von Schlammersdorf mit Einsatzfahrzeugen beeinträchtigt war, wurde die Staatsstraße von Moos bis nach Schlammersdorf von 5.30 bis etwa 8.30 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Feuerwehr und Polizei leiteten den Verkehr um. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Eschenbach, Engelmannsreuth, Funkendorf, Heinersreuth, Kirchenthumbach, Kirchenlaibach, Neustadt am Kulm, Oberbibrach, Sassenreuth, Schlammersdorf, Seybothenreuth, Speichersdorf, Speinshart, Tremmersdorf und Vorbach.

In Selb fahndet die Polizei nach einem Raubüberfall nach dem Täter

Selb
Die Rauchschwaden sind weithin sichtbar. In den Ställen verbrannten auch einige Rinder.
Beim Großbrand in Schlammersdorf stehen zwei Ställe in Flammen.
Die Rauchentwicklung ist enorm.

 

 

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