14.09.2021 - 13:14 Uhr
Schlicht bei VilseckOberpfalz

KAB Schlicht um Zukunft sehr besorgt

War das die letzte Ehrung von Mitgliedern? Erfolglose Neuwahlen und fehlende neue Führungskräfte dämpften die Stimmung bei der Jahreshauptversammlung der KAB Schlicht. Freuen konnten sich aber viele Mitglieder über Ehrungen.

Vielleicht war das die letzte Mitgliederehrung der KAB Schlicht; sitzend (von links): Josefa Klier, Anna Hefner, Rosa Streit; stehend (von links): Hermann Klier, Erich Haberberger, Vorstandssprecher Hans Ludwig Adam, Josef Witt, Franz Trummer, Diözesansekretärin Christa Mösbauer und Präses Dieter Gerstacker.
von Autor CTProfil

Von großer Unsicherheit und gedrückter Stimmung geprägt war die Jahreshauptversammlung der KAB Schlicht im Gasthof Roter Hahn, zu der Hans Ludwig Adam als Sprecher des Führungsteams die Mitglieder recht zahlreich begrüßen konnte. Die Versammlung sei überfällig, da man Corona-bedingt seit 2019 keine Hauptversammlung habe machen können. Adam ging auf die schwierige Situation der KAB Schlicht ein. Wenn kein Wunder geschehe, habe die Gruppierung keine Zukunft, denn das aktuelle Führungsteam könne aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht weitermachen und trotz aller Bemühungen habe sich niemand gefunden, der die Leitungsarbeit fortsetzen wolle. Adam bedauerte das sehr, denn die KAB sei über 68 Jahre ein großer Aktivposten im Leben der Pfarrei Schlicht gewesen, und er belegte das eindrucksvoll mit Zahlen und Beispielen von Veranstaltungen, Beteiligungen und Unternehmungen. Er appellierte nachdrücklich an die Mitglieder, auch wenn es mit der KAB Schlicht nicht weitergehe, doch der KAB als Mitglied treu und ihren christlichen und sozialen Zielen verbunden zu bleiben. Und er sagte für die geleistete Arbeit Dank dem Führungsteam, dem Präses Dieter Gerstacker sowie allen Helfern und engagierten Mitgliedern.

Näher auf die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre ging Schriftführerin Gerlinde Schmalisch in ihrem Bericht ein, die trotz Corona über die Teilnahme der KAB an kirchlichen und weltlichen Festen, an örtlichen und überörtlichen Versammlungen und die Mitgestaltung verschiedener Gottesdienste berichtete. Verdienten Mitgliedern habe man zu runden Geburtstagen und Jubiläen gratuliert und auch die verstorbenen Mitglieder mit dem Banner auf ihrem letzten Weg begleitet.

Vor dem Kassenbericht, verlas Adam einen Brief, in dem der langjährige Kassier Hermann Geier unter Bedauern die Niederlegung seines Amtes aus gesundheitlichen Gründen mitteilte. Auf der Tagesordnung standen dann Neuwahlen, doch die Frage von Wahlleiter Hermann Klier nach Vorschlägen für einen Vorstand brachte ihm nur Absagen ein, so dass, wie schon erwartet, die Neuwahlen abgebrochen und auf eine weitere Versammlung im Frühjahr kommenden Jahres verschoben werden musste. Sollte auch hier kein Vorstand gefunden werden, müsste die Versammlung über die Auflösung der Ortsgruppe entscheiden.

Einer anderen KAB-Gruppe anschließen

Diözesansekretärin Christa Mösbauer zeigte Möglichkeiten auf, wie es in diesem Fall weitergehen könne. Entweder könnten die Mitglieder zu einer anderen KAB-Gruppe in der Umgebung übertreten oder man könnte sich, wie bereits andere Gruppen der Diözese, der KAB St. Emmeram in Regenburg anschließen, von wo aus dann die Verwaltung und Vereinsleitung erfolgen würde, was aber auch weiterhin Aktivitäten der Schlichter KAB vor Ort möglich machen würde. Auch sie appellierte an die Mitglieder, die Ziele der Katholischen Arbeitnehmerbewegung weiter zu unterstützen.

Zweiter Bürgermeister Thorsten Grädler bedauerte ebenfalls die Situation, habe er doch die KAB Schlicht als wirklichen Aktivposten in der Pfarreiengemeinschaft und Hans Ludwig Adam als unermüdlichen Motor gesehen, wofür es auch von Seiten der Stadt Dank zu sagen gelte. Er hoffe, dass sich bis zu einer weiteren Versammlung vielleicht doch noch eine Führungsmannschaft finden werde.

Präses Dieter Gerstacker sagte zunächst dem Vorstand und den treuen Mitglieder Dank und große Anerkennung, auch in der heutigen Zeit Flagge zu zeigen und das Banner der KAB buchstäblich hoch zu halten. Er sah es aber als legitim an, sich einmal aus Alters- und Gesundheitsgründen von einem Leitungsamt zurückzuziehen. Den Vorwurf der Untätigkeit brauche man sich nicht zu machen. Man habe sich in den letzten Jahren zusammen sehr bemüht, jüngere Mitglieder und vor allem Führungskräfte zu finden, aber man habe keinen Erfolg gehabt. Er betonte, wie wichtig der Einsatz der KAB für die Gesellschaft sei. Sie sei viel mehr als frommes Beiwerk, sondern wirkliches Verständnis für die Nöte der arbeitenden Menschen und tätiger Einsatz für Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Gerade heute sei der Einsatz für die Würde des Menschen und für eine humane Gesellschaft wichtiger denn je.

Ehrungen von Mitgliedern

Präses, Diözesansekretärin und Vorstandsprecher Adam ehrten schließlich noch zahlreiche Mitglieder. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Erich Haberberger und für 25 Treue zur KAB Rosa Streit mit der entsprechenden Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet. Hans Ludwig Adam übergab vom Verein an jeden Geehrten noch ein Präsent. Besonders stolz zeigte er sich eine ganze Reihe von Mitgliedern für 50 Jahre ehren zu dürfen und bedauerte hier sehr, dass der langjährige Kassier Hermann Geier bei der Ehrung nicht persönlich anwesend sein konnte. Aber an Anna Hefner, Hermann Klier, Josefa Klier, Franz Trummer und Josef Witt konnte er Nadel, Urkunde und Präsent persönlich übergeben. Weiter geehrt werden sollten Gertraud Edl, Hans Graßler, Adolf Lehner, Marianne Lehner, Karl Merkl, Hannelore Schlaffer, Josef Ströll und Ludwig Weidner für 50 Jahre und Sieglinde Schertl für 25 Jahre.

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