15.11.2019 - 16:17 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

"Pro Hauptamt": Weiterer Aufschwung nur mit Berufs-Bürgermeister

Hoher Arbeitsaufwand und anstehende Aufgaben rechtfertigen Hauptamt, argumentieren Ewald Meier, Josef Piehler und Josef Mutzbauer beim Pressegespräch

Ewald Meier, Josef Piehler und Josef Mutzbauer werben dafür, dass der Rathauschef seiner Arbeit künftig hauptamtlich nachgehen darf. Ihre Sichtweise stellten sie bei einem Gespräch in der Redaktion Nabburg dar.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Vertreter der Initiative "Pro Hauptamt" sind sich einig: Die Gemeinde Schmidgaden hat sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt. Genau um diese Entwicklung fürchten Ewald Meier (55, aus Trisching), Josef Piehler (58, aus Schmidgaden) und Josef Mutzbauer (65, aus Rottendorf). Deshalb forcieren sie, dass der Rathauschef künftig hauptamtlich arbeiten soll. Ihre Argumente legten bei einem Pressegespräch in der Redaktion Nabburg dar.

Mutzbauer, der schon 2013 maßgeblich am Bürgerentscheid beteiligt war, erklärte: "Für mich ist es schon immer wichtig gewesen, eine Plattform zu schaffen für einen Bürgermeisterkandidaten, der an dem Amt interessiert ist. Denn es werden sehr hohe Anforderungen an einen Bürgermeister gestellt." Nicht jeder sei für das Amt geeignet. "Es ist keine Klassensprecherwahl, wo ich nach acht Tagen sagen kann, der Klassensprecher taugt nicht und ich kann wieder wählen."

Bürgermeister Josef Deichl hat seine Kandidatur bekanntlich an den Ausgang des Bürgerentscheids geknüpft. Wie Ewald Meier verriet, gibt es sogar einen weiteren Kandidaten aus Trisching, der definitiv im März antreten würde - aber nur bei einer Hauptamtlichkeit. Den Namen wollte der 55-Jährige noch nicht verraten. Das würden die Freien Wähler erst nach der Aufstellungsversammlung nach dem Bürgerentscheid machen.

Kandidat aus Trisching

In jedem Fall sei es ihm wichtig, dass die Bürger eine echte Wahl hätten. Denn: "Wir machen das jetzt nicht, um den Bürgermeister Deichl in das Amt zu bringen, sondern aus unserer Überzeugung, dass das Amt an sich hauptamtlich sein soll."

Josef Piehler betonte, dass die Gemeinde eine extrem gute Entwicklung genommen habe. Das Haushaltsvolumen sei von rund fünf Millionen Euro im Jahr 2014 auf über zehn Millionen Euro gestiegen - und das, ohne Schulden zu machen, sondern sogar welche abzubauen. Für den Arbeitsumfang, den ein Bürgermeister in der Gemeinde Schmidgaden abzuleisten habe, brauche es unbedingt die Hauptamtlichkeit.

Meier erklärte: "Die letzten Wahlperioden sind wir verwöhnt gewesen. Die Bürgermeister haben das ehrenamtlich gemacht, waren aber immer Vollzeit da." Er stellte die prinzipielle Frage, ob sich der Bürger Gedanken gemacht habe, dass ein künftiger Bürgermeister nicht mehr täglich präsent und ständig erreichbar sein könnte. "Die wenigsten sind sich im klaren, was das für einen Aufwand bedeutet, den ganzen Aufgaben nachzugehen, Gespräche zu führen, das alles zu organisieren. Das braucht Fingerspitzengefühl und Zeit, um es gescheit zu machen." Wenn das richtig ablaufe, sei das zusätzliche Geld für einen hauptamtlichen Bürgermeister gut investiert. Mutzbauer untermauerte den Standpunkt der Initiative "Pro Hauptamt" noch mit Zahlen: Alleine im Jahr 2018 seien 273 Beschlüsse gefasst worden, die es vorzubereiten und umzusetzen galt. Ein immenser Arbeitsaufwand, den ein Ehrenamtlicher nicht leisten könne.

Das sagt die Gegenseite "Pro Ehrenamt"

Schmidgaden

Sanierungen und Baugebiet

Außerdem stünden in naher Zukunft etliche Projekte an. Dazu zählt die Initiative "Pro Hauptamt" etwa den Kindergartenneubau an der Mittelschule Schmidgaden, den weiteren Straßenbau in Rottendorf, den Breitbandausbau, viele Straßen- und Brückensanierungen, das Reduzieren von Baulücken in größeren Orten, die Gewerbegebietserweiterung Schmidgaden/Trisching, eine Baugebietsausweisung in Trisching sowie die Neugestaltung des Magdalenentals und einiges mehr.

"Bereit, nachzulegen"

Die Argumentation der Gegenseite, dass das Geld sinnvoller investiert werde könnte, lässt Gemeinderat Piehler nicht gelten: "Wir haben noch nie so viel Geld in Vereine für Jugend und Senioren investiert. Wir sind auch bereit, nachzulegen."

Beim Pressetermin in Nabburg erklärten Meier, Piehler und Mutzbauer: "Wir hoffen, dass sich die Bürger der Gemeinde Schmidgaden von der Stimmungsmache nicht beeinflussen oder gar irritieren lassen, sondern den derzeitigen Aufschwung und die positive Entwicklung der Gemeinde honorieren und beim Bürgerentscheid am 24. November mit Sachverstand zum Wohle der Gemeinde den Weg für einen berufsmäßigen Bürgermeister befürworten."

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