23.06.2020 - 09:25 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Bürgermeister Peter Braun bleibt Vorsitzender des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe

Bürgermeister Peter Braun leitet weitere sechs Jahre die Geschicke des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe. Von den 17 Verbandsräten votieren zehn für ihn, sieben Stimmen entfallen auf August Steinbauer aus Hub.

Der engere Vorstand des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Vils-Naab-Gruppe (von links): Jürgen Ehrsperger, Zweiter Vorsitzender Josef Auer, Andreas Beer, Christine Werner, Vorsitzender Peter Braun, Renate Frey-Forster und Ulrich Brey.
von Paul BöhmProfil

Ein einstimmiges Ergebnis gab es hingegen bei der konstituierenden Sitzung, die im Schossstadl in Schmidmühlen stattfand, bei der Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden. Alle 17 Verbandsräte stimmten für Josef Auer aus Pilsheim. Dem Rechnungsprüfungsausschuss gehören Andreas Beer, Christine Werner, Ulrich Brey, Jürgen Ehrnsperger und Renate Frey-Forster an.

Die kaufmännische Betriebsführung nehmen auch weiterhin die Stadtwerke Burglengenfeld wahr. Dazu gehören neben der allgemeinen Buchhaltung auch die Abrechnung der Kosten für Hausanschlüsse, Herstellungsbescheide und die Behandlung von Widersprüchen und Stundungsanträgen. Dazu kommen noch die allgemeine Verwaltung mit der Erstellung des Wirtschaftsplans, die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen des Zweckverbands und allgemeine Verwaltungsaufgaben.

Wie Stefan Graf von den Stadtwerken informierte, wurde nach Abschluss des Kalenderjahrs die Wassergebührenabrechnung für 2019 vorgenommen. Die geförderte Wassermenge lag demnach bei 214 582 Kubikmeter. Im Vorjahr waren es 227 845 Kubikmeter Wasser gewesen. Die verkaufte und auf sonstige Weise entnommene Wassermenge lag bei 185 468 Kubikmeter (Vorjahr: 192 128 Kubikmeter). Gemessen an der geförderten Wassermenge entspricht die Differenz einem Verlust von 14 Prozent oder 28 114 Kubikmeter (Vorjahr noch 16 Prozent). Wie die Verbandsräte informiert wurden, habe der Wasserverlust im Vergleich zum Vorjahr zwar reduziert werden können. Er liege aber aufgrund von einigen Rohrbrüchen immer noch im oberen Bereich der als üblich erachteten Grenze, hieß es.

Knapp 38 000 Euro musste der Zweckverband im laufenden ersten Halbjahr für die Behebung von Wasserrohrbrüchen schon aufwenden, wurde informiert. In der Zeit von Dezember 2019 bis Anfang Juni 2020 waren fünf Rohrbrüche im Versorgungsgebiet zu verzeichnen. Wassermeister Josef Dirmeier wies auf einen Rohrbruch Ende Dezember 2019 an der Hauptleitung in Stocka gleich neben einem Hauptschieber hin. Die Kosten beliefen sich nach seinen Worten auf knapp 24 000 Euro, weil auf einer Länge von 28 Metern die Hauptleitung erneuert werden musste. Hinzu kamen noch Teerarbeiten an der vorbeiführenden Gemeindeverbindungsstraße.

Der Zweckverband investiert

Emhof bei Schmidmühlen

Weitere Rohrbrüche ereigneten sich Anfang Februar in Kirchenbuch (Reparaturkosten: 3500 Euro) und in der Ortschaft Oberhof an einer Stichleitung. Dort wurden gleich vorsorglich noch zwei Hausschieber und ein Unterflurhydrant mit erneuert (Kosten: 5900 Euro). Für die Behebung eines Wasserrohrbruches in den vergangenen Tagen in Niederhof sind etwa 4500 Euro zu veranschlagen. In der Ortschaft Eich wurde Anfang Mai ein Unterflurhydrant erneuert. Die Kosten in Höhe von 3200 Euro hat der Markt Kallmünz übernommen. Wie Wassermeister Josef Dirmeier informierte, gab im Jahr 2019 15 Rohrbrüche, im laufenden Jahr mussten vier Wasserrohre repariert werden.

Verbandsrat Jürgen Ehrnsperger aus Eichlhof verlangte eine Auflistung der Wasserrohrbrüche der vergangenen Zeit, um Schwerpunkte zu ermitteln. Dies werde Thema der nächsten Zweckverbandsversammlung sein, sicherte Vorsitzender Peter Braun zu. Er merkte an, dass Teile des Wasserleitungsnetzes schon ein gewisses Alter erreicht haben und man künftig auch über den einen oder anderen Leitungstausch nachdenken müsse. „Aber auch Erderschütterungen bei Bauarbeiten lassen es in den alten Leitungen knacken“, ergänzte Braun.

Wegen der Mehrwertsteuersenkung von sieben auf fünf Prozent vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 schlug der Vorsitzende der Stadtwerke Burglengenfeld, Friedrich Gluth, eine Zwischenablesung der Wasserzähler zum 30. Juni 2020 vor. Die Wasserabnehmer des Zweckverbands der Vils-Naab-Gruppe sollen deshalb in den nächsten Wochen angeschrieben werden, einigte sich die Verbandsversammlung.

Der Wasserzweckverband der Vils-Naab-Gruppe zählt rund 700 Hausanschlüsse mit etwa 2500 Einwohner aus sechs Kommunen (Stadt Burglengenfeld, Stadt Schwandorf, Stadt Teublitz, Markt Schmidmühlen, Markt Kallmünz, Markt Rieden). Das Versorgungsgebiet erstreckt sich zwischen Vils und Naab von Grain (Stadt Schwandorf) im Norden bis nach Eich (Gemeinde Kallmünz) im Süden. Wegen dieser flächenmäßig großen Ausdehnung unterhält der Zweckverband rund 97 Kilometer Hauptleitung von DN 80 bis DN 300 und etwa 20 Kilometer Hausanschlussleitungen.

Das Wasser wird aus zwei Tiefbrunnen gefördert. Einer der Brunnen befindet sich bei Emhof und hat eine Tiefe von 59 Metern, der andere Brunnen befindet sich bei Vilshof (zwischen Emhof und Dietldorf) mit einer Tiefe von 141 Metern. Im Wasserwerk bei Emhof wird das Wasser aus dem Brunnen bei Vilshof mit aufbereitet. Dem Wasser wird Sauerstoff zugeführt, Eisen und Mangan werden herausgefiltert. Vom Wasserwerk wird das Wasser zu den Hochbehältern in Frauenhof und in Scheckenberg gefördert. Dabei ist ein Höhenunterschied von rund 180 Metern zu überwinden. Die jährliche Fördermenge beträgt im Schnitt etwa 220 000 Kubikmeter.

Die Wasserqualität ist von geprüfter hervorragender Qualität. Bei den regelmäßigen Kontrollen und Untersuchungen unterschreiten die gemessenen Werte deutlich die geltenden Grenzwerte der Trinkwasserverordnung. Dies gilt insbesondere auch für Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.

Aus dem Stadtgebiet von Burglengenfeld gehören Bürgermeister Thomas Gesche, August Steinbauer, Josef Schießl, Josef Auer, Yvonne Feuerer, Thomas Hofmann, Jürgen Ehrensperger, Andreas Beer und Harald Braun dem Gremium an. Verbandsräte der Stadt Schwandorf sind Christian Eimer, Paul Groß und Hans Sieß. Der Markt Schmidmühlen wird von Bürgermeister Peter Braun und Christine Werner aus Emhof vertreten, der Markt Kallmünz von Bürgermeister Ulrich Brey. Für die Stadt Teublitz gehört Renate Frey-Forster dem Verband an, für den Markt Rieden ist dies Bürgermeister Erwin Geitner.

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