Schmidmühlen
06.11.2018 - 13:36 Uhr

Ehemalige Rumpelkammer jetzt ein strahlender Stadel

Das ehemalige Wirtschaftsgebäude der Schmidmühlener Schlossherren verkommt zur Rumpelkammer. Doch mit einer erfolgreichen Sanierung wird der Gebäudekomplex ein Glanzstück im Markt.

Mit einem Festakt wurde der sanierte Schlossstadl seiner Bestimmung im Beisein viele Gäste und Vereinsabordnungen übergeben - darunter auch die Kindergartenkinder von St. Georg, die mit ihren Liedern die Feier eröffneten. Bild: bö
Mit einem Festakt wurde der sanierte Schlossstadl seiner Bestimmung im Beisein viele Gäste und Vereinsabordnungen übergeben - darunter auch die Kindergartenkinder von St. Georg, die mit ihren Liedern die Feier eröffneten.

Der Stadl ist eine Begegnungsstätte für die Menschen geworden, am vergangenen Wochenende wurde er zwar offiziell seiner Bestimmung übergeben. Innerhalb weniger Monate nach seiner Fertigstellung ist der Komplex in Schmidmühlen aber bereits zu einem Ort der Gemeinschaft und der Begegnung geworden. Getestet und überall für sehr gut gefunden wurde er seit Mitte August schon mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, angefangen von Geburtstags- und Hochzeitsfeiern bis hin zu hochkarätigen gesellschaftlichen Veranstaltungen aus Musik und Kabarett.

Von einem "mehrfachen Segen" sprach Landratsstellvertreter Johann Kummert, wenn er die großen Entscheidungen und Momente aneinanderreihe, die letztendlich für diese gelungene Sanierung gestanden haben. Baurat Michael Streidel von der Regierung der Oberpfalz sprach von einem gelungenen Auftrag, dass mit diesem gemeinsamen Kraftakt aus einem dem Verfall preisgegebenen Gebäude ein Schmuckstück aus städtebaulicher Sicht entstanden sei. Über die gelungene Sanierung freute sich auch Friedrich Roskamp vom Landesamt für Denkmalpflege. "Es ist ein echtes Schmuckstück für Schmidmühlen geworden." Und letztendlich sei die Maßnahme nicht nur ein wertvoller Beitrag für die Ortssanierung, sondern auch ein gewichtiger Auftrag für die heimische Bauwirtschaft gewesen.

Für schöne Stunde

Gemeinsam sprachen Pfarrerin Birgit Schwalbe-Eberius und Pfarrer Werner Sulzer das Segensgebet für den sanierten Schlossstadl. Es sei ein großer Beitrag, wo jetzt Menschen zusammenkommen, gemeinsam feiern und schöne Stunden verbringen können. Der Auftakt der Schlossstadlfeier war den Kindergartenkindern von St. Georg mit Kindergartenleiterin Angela Graf vorbehalten. "Sie stehen stellvertretend für unsere Zukunft, sie werden vermutlich diesen Stadl am längsten nutzen können", sagte Bürgermeister Peter Braun.

"Die Sanierung eines alten Gebäudes will wohlüberlegt sein", sagte Braun in Richtung der Baugeschichte. Er betonte vor allem die Leistung der beteiligten Firmen und Handwerker, die unter der Koordination von Architekt Michael Dittmann aus Amberg hervorragende Arbeit geleistet hätten. Dass der Schlossstadl kein einfach zu handhabendes Gebäude gewesen sei, zeige sich schon daran, dass die Meinungen in der Bevölkerung dazu sehr vielfältig gewesen seien. In einem Bürgerentscheid hätten die Schmidmühlener Ende März 2015 den Grundstein für die Sanierung des 1696 bis 1698 gebauten ehemaligen Wirtschaftsgebäudes des einstmaligen Hammerherrensitzes gelegt. Mehr als zwei Drittel hätten sich beim Bürgerentscheid für eine Sanierung und für die Nutzung als Veranstaltungsraum ausgesprochen.

Finanzieller Kraftakt

Der Markt Schmidmühlen alleine hätte diesen finanziellen Kraftakt nicht alleine stemmen können, merkte Bürgermeister Peter Braun an. "So heiße ich heute Michael Streidl von der Regierung der Oberpfalz, Friedrich Roskamp vom Landesamt für Denkmalpflege und Bezirksheimatpfleger Tobias Appl besonders gerne willkommen."

Ob es die Städtebauförderungsmittel über die Regierung der Oberpfalz oder die Gelder aus dem Bayerischen Entschädigungsfonds, Fördermittel aus der Bayerischen Landessstiftung oder Gelder aus dem Burgen- und Schlösserprogramm des Bezirks waren; nur so habe man nicht zuletzt mit den Eigenmitteln des Marktes Schmidmühlen den Finanzierungsrahmen von etwa 1,5 Millionen Euro abdecken können.

Wissenswertes zur Geschichte des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes der einstmaligen Hammerherren erzählte Architekt Michael Dittmann aus Amberg den Gästen der Einweihungsfeier. "Es konnte nachgewiesen werden, dass der große Stadel in der Zeit von 1696 bis 1700 gebaut wurde." Für den kleineren Bau könne anhand einer dendrochronologischen Untersuchung festgestellt werden, dass dieser Gebäudeteil um 1760 errichtet worden sei. Es könne darüber hinaus davon ausgegangen werden, dass der befestigte Stadel als großes Ökonomiegebäude von den damaligen Hammerherren genutzt worden ist, so Dittmann. Beide Dachstühle seien zwei sehr ähnliche barocke Konstruktionen. Nach Einschätzung der Fachleute handelt es sich um eher sehr selten anzutreffende Dachstühle aus der Übergangszeit von gotisch ausgeprägten Konstruktionen hin zu barocken Arbeiten.

Den kirchlichen Segen zum Abschluss der Bauarbeiten erbaten Pfarrerin Birgit Schwalbe-Eberius und Pfarrer Werner Sulzer für das Schlossstadl-Projekt in Schmidmühlen Bild: bö
Den kirchlichen Segen zum Abschluss der Bauarbeiten erbaten Pfarrerin Birgit Schwalbe-Eberius und Pfarrer Werner Sulzer für das Schlossstadl-Projekt in Schmidmühlen
Hervorragend angenommen wurden von der Bevölkerung nicht nur Kaffee, Kuchen und die Unterhaltungsmusik der Blaskapelle St. Ägidius sondern auch die Führungen durch den historischen Schlossstadl. Bild: bö
Hervorragend angenommen wurden von der Bevölkerung nicht nur Kaffee, Kuchen und die Unterhaltungsmusik der Blaskapelle St. Ägidius sondern auch die Führungen durch den historischen Schlossstadl.
Die Kindergartenkinder von St. Georg waren mit die Hauptakteure bei der Schlossstadleinweihung. Und dazu gehörte auch, dass sie sich mit Bürgermeister Peter Braun unterhalten haben, was sie denn am Schlossstadl alles schön finden. Bild: bö
Die Kindergartenkinder von St. Georg waren mit die Hauptakteure bei der Schlossstadleinweihung. Und dazu gehörte auch, dass sie sich mit Bürgermeister Peter Braun unterhalten haben, was sie denn am Schlossstadl alles schön finden.
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.