01.10.2020 - 11:02 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Fischereiverein Schmidmühlen errichtet neues Heim

Eigentlich kann der Vorsitzende des Fischereivereins Schmidmühlen, Josef Deml, zufrieden auf die vergangenen Monate zurückblicken. Doch vor allem wegen Corona fehlt noch etwas zu seinem und zum Glück des Vereins.

Sukzessive zieht der Fischereiverein Schmidmühlen in sein neues Heim um.
von Autor POPProfil

Ganz im Zeichen vielfältigen Engagements standen die vergangenen Jahre des Fischereivereins, und das eigentlich schon seit der Gründung vor rund 30 Jahren. Ruhige Zeiten gab es kaum. Immerhin kann der Verein einen See und einen Weiher – den Jerglerweiher und Mathiassee – sowie einige Gewässerabschnitte in der Vils sein Eigen nehmen. Diese Bilanz, das weiß Josef Deml, ist auch den Gründungsmitgliedern, den bisherigen Vorsitzenden und vielen aktiven und auch fördernden Mitgliedern zu verdanken.

Dabei ist es mit dem Ankauf oder der Anpachtung von Gewässern nicht getan, vielmehr fordert die umfassende Pflege der Gewässer mehr denn je die Mitglieder. Um diesem ökologischen Einsatz gerecht zu werden, war es erforderlich, eine Vielzahl von Arbeitsgeräten und Behältnissen anzuschaffen sowie ein eigenes Vereinsheim mit entsprechendem Lager- und Arbeitsraum zu bauen. An diesem Vereinsheim baut man nun schon seit etwas mehr als zwei Jahren. Grund für diese Verzögerungen ist auch die Corona-Pandemie, die das Vereinsleben und die Arbeiten am Heim stoppten. Mittlerweile können diese, wenn auch in reduziertem Umfang, fortgesetzt werden. So wurde in den vergangenen Wochen sukzessive Material, das man in Leidersdorf und verschiedenen Liegenschaften gelagert hatte, in das Vereinsheim gebracht.

Neben den Bauarbeiten stehen wie jedes Jahr Maßnahmen zum Artenschutz auf der Vereinsagenda. Erst kürzlich wurden Rutten in die Vils eingesetzt, um den den Bestand, den man in der Vergangenheit aufgebaut hat, weiter zu stabilisieren. In den nächsten Wochen steht nochmals ein Besatz mit Fischen an. Dann will man im Rahmen des Artenschutzprogramms Barben in die Vils setzen. Dies ist ein wichtiger Fisch für dieses Gewässer – die fischereibiologische Einordnung der Vils lautet nämlich Barben-Region. Dabei ist die Barbe nur der Leitfisch, das typische Beispiel für dieses Gewässer. In der Vils ist die Artenvielfalt aber viel größer. Sie reicht von A wie Aal bis Z wie Zander. Allerdings ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte durch bauliche Veränderung der Vils die einstige Ursprünglichkeit oftmals verloren gegangen.

Nach wie vor ein Dauerbrenner ist der amerikanische Signalkrebs, der sich explosionsartig vermehrt und den heimischen Flusskrebs weitgehend verdrängt hat. "Mittlerweile konnte durch eine groß angelegte Aktion der Bestand deutlich reduziert werden, ganz wird man aber das Problem Signalkrebs nicht unter Kontrolle bringen", bilanziert Josef Deml.

Positiv bewertet Deml die Jugendarbeit im Verein. Dazu zählen neben den vielen Ausbildungsstunden am Gewässer durch die Jugendleitung auch die Beteiligung an den Ferienprogrammen in den Vilstalgemeinden. Dabei zeigt sich, dass das Leben im, am und um das Wasser herum die Kinder und Jugendlichen interessiert und fasziniert. Was schmerzt: Aufgrund der Corona-Beschränkungen muss der Verein deutliche Einnahmeausfälle hinnehmen. Vieles konnte am Vereinsheimbau nicht realisiert werden. So fehlen dem Verein noch etwa 20 000 Euro für den Außenputz und die Dämmung. Fertig sind bereits der Schulungsraum, ein Schlachtraum sowie die sanitären Anlagen.

Fischereiverein Schmidmühlen setzt Artenschutzprogramm um

Der Fischereiverein hat Rutten in die Vils eingesetzt, um den Bestand zu stabilisieren.
Zur Verwertung von Fischen wurde ein eigener Raum gebaut und ausgestattet. Hier Vorsitzender Josef Deml.
Der Schulungsraum bietet für die Mitglieder optimale Voraussetzungen zur Weiterbildung.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.