Schmidmühlen
08.04.2026 - 16:03 Uhr

Golfclub Schmidmühlen: Neue Heimat für vom Aussterben bedrohte Vogelart

Der gefährdete Wendehals kehrt ab Mai in seine mitteleuropäischen Brutgebiete zurück. Seit vergangenem Jahr hat der Vogel nun auch auf dem Golfclub Schmidmühlen eine neue Heimat gefunden.

Ab Anfang Mai ziehen die Wendehälse (Jynx torquilla) wieder in ihre Brutgebiete nach Mitteleuropa. Dort suchen sie gut getarnt nach geeigneten Brutplätzen. In Bayern ist diese Spechtart vom Aussterben bedroht. Der Grund liegt auf der Hand, heißt es in einer Pressemitteilung des Golfplatzes Schmidmühlen: Der Vogel benötigt extensive Wiesen und insektenreiche Lebensräume. Im und rund um den Truppenübungsplatz Hohenfels gibt es den Wendehals noch zahlreich. Der Naturpark Hirschwald betreibt seit 2020 ein Nistkastenprojekt zur Förderung des Vogels. Ziel ist es, mit geeigneten Nistkästen in passenden Lebensräumen dem Wendehals zu helfen. Mit großem Erfolg – jährlich kommen im Naturparkgebiet über 100 Jungvögel zur Welt. Ranger Jonas Nelhiebel hat auch auf dem Golfplatz Schmidmühlen 2020 Wendehalskästen installiert. Vergangenes Jahr hat der Vogel nun auf dem Gelände des Golfclubs Schmidmühlen gebrütet und drei Jungvögel großgezogen.

Wendehälse ernähren sich von Wiesen- und Wegameisen. Auf intensiv genutzten Wiesen können sich die Ameisen schlecht ausbreiten und kommen daher in geringerer Zahl vor. Da der Wendehals also Wiesen benötigt, die weder zu stark noch zu wenig genutzt werden, ist der Vogel so selten geworden, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Um der Vogelart bestmögliche Bedingungen zu schaffen, wurden auf dem Golfplatz einige Biotopbereiche ausgewiesen, die nicht betreten werden dürfen. Dort und an den Waldrändern findet der Vogel seine Nahrung.

Das Team des Golfclubs freut sich sehr, dass es gemeinsam mit dem Naturpark Hirschwald einen Beitrag zum Erhalt der Art leisten kann. Inzwischen seien weitere Schritte eingeleitet worden, die den Tieren helfen sollen, sich auf dem Golfplatz wohlzufühlen und erfolgreich brüten zu können. Ob der Vogel den weiten Weg aus seinem Überwinterungsgebiet in Mittelafrika nach Europa unbeschadet zurücklegt und wieder auf dem Gelände brütet, wird sich in diesem Sommer zeigen.

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