23.06.2020 - 14:54 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

"Night of Light": Schmidmühlen und Vilseck Rotlicht-Bezirke

Die bundesweite Aktion „Night of Light“ strahlt bis nach Vilseck und Schmidmühlen. Um auf die Corona-bedingten Ausfälle in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen, werden Gebäude in der Nacht von Montag auf Dienstag rot erleuchtet.

Von Paul Böhm und Stefanie Gradl

„Alarmstufe Rot“ hatte es dazu am Montagabend in der Tagesschau geheißen. Über 250 Städte in ganz Deutschland beteiligten sich daran, überall waren rot angestrahlte Gebäude zu sehen. Etwa 9000 sollen es bundesweit gewesen sein. Damit wollten die Organisatoren ein Zeichen setzen und auf ihre prekäre Lage in der Coronakrise hinweisen. Sie wollten mit den leuchtenden Mahnmalen einen "Hilferuf an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft" senden.

Die Initiatoren der Aktion „Night of light“ hatten dazu aufgerufen, bundesweit dominante Bauwerke in rotes Licht zu tauchen. „Die Veranstaltungsbranche steht vielfach auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen“, verdeutlichten sie. Behördliche Auflagen im Zug der Coronakrise hätten das gesellschaftliche Leben samt einem riesigen Wirtschaftszweig praktisch über Nacht zum Erliegen gebracht.

Aus Solidarität für Kultur

Weiden in der Oberpfalz

Der Vilsecker Veranstaltungstechniker Christian Weiß war sofort angetan von dieser Initiative und setzte sie stellvertretend für die Stadt Vilseck um. Auch er ist betroffen von den Schließungen und Ausfällen durch die Pandemie und findet es wichtig, hier aktiv zu werden.

Mit 40 Lampen im Innen- und Außenbereich und 2000 Metern Kabel machte Weiß es möglich, den Vogelturm und das Zollhaus wunderbar rot anzustrahlen. Das Licht setzte die beiden historischen Gebäude großartig in Szene. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, die beleuchteten Denkmäler bei einem Abendspaziergang durch die Altstadt zu bewundern.

Erleichtert waren auch die beiden Pächter des Zollhauses, Thomas Specht und der Initiator Christian Weiß, dass ihre Kneipe endlich wieder unter Einhaltung der Auflagen öffnen kann. So konnten viele Besucher gleich die Gelegenheit nutzen und in dieser tollen Atmosphäre am Vogelturm in der lauen Sommernacht ein Getränk genießen.

Auch in Schmidmühlen bildete ein leuchtendes Mahnmal einen flammenden Appell der Veranstaltungswirtschaft zur Rettung der Branche. Die Hochzeitsplanerin Gabriele Kirschner präsentierte den Schloss-Stadl am späten Montagabend in rotes Licht getaucht. Trotz des ernsthaften Hintergrunds ein wunderschöner Anblick, wie ihn die Schmidmühlener so noch nicht erlebt haben. Der Schloss-Stadl war nach seiner Renovierung innerhalb kürzester Zeit zum einem Event-Schwerpunkt für vielfältige Veranstaltungen geworden. „Momentan ist alles auf Eis gelegt, aber wir sind guter Hoffnung, dass bald wieder Leben einziehen kann“, stellte Gabriele Kirschner fest, die zusammen mit Andreas Karl (AK Dienstleistungen) dieses farbenprächtige Spektakel organisierte. Erstaunlich viele Menschen führte ihr Abendspaziergang zum Hammerschloss-Areal, obwohl die Zeiger der Uhr schon auf weit nach 22 Uhr standen.

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