16.03.2020 - 14:48 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Wegen Coronavirus: Junut-Lauf abgesagt

Für Peter Fochtner, den Vorsitzenden des SV Schmidmühlen, ist es "eine der schönsten Veranstaltungen im Jahr": Schmidmühlen ist eine Station beim Extremlauf Junut. Doch daraus wird heuer nichts: Absage wegen Corona.

Stammgäste beim Junut-Lauf schwärmen von der Verpflegungsstation beim SV Schmidmühlen als "Wohfühloase".
von Heike Unger Kontakt Profil

Der Schaden sei zwar nicht groß, meint Fochtner, dessen ganze Familie seit Jahren beim Junut als Helfer-Team in Schmidmühlen mitmacht. Aber das Bedauern, dass diese Veranstaltung, die für alle Beteiligten etwas ganz Besonderes ist, ist umso größer. "Für mich, meine Familie und die anderen Helfer ist das wirklich eine der schönsten Veranstaltungen im Jahr", sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Die Fochtners engagierten sich das ganze Jahr im Sportverein, das werde schon als "ein bisschen selbstverständlich" gesehen. "Aber die Junut-Läufer, die sind so ein dankbares Volk – wenn die dich nach 135 Kilometern anstrahlen und vom SV Schmidmühlen als Wohlfühloase schwärmen", dann sei das ein wunderbarer Lohn für die ehrenamtlichen Helfer. Den sie heuer schon vermissen. "Deshalb ist die Enttäuschung schon ganz groß", gibt Fochtner zu.

Peter Fochtner, Vorsitzender des SV Schmidmühlen, ist enttäuscht über die Absage des Junut-Laufs für ihn und sein Helfer-Team eine der schönsten Veranstaltungen des Jahres.

Am Samstag kam die offizielle Absage von Junut-Veranstalter Gerhard Börner: "Leider verschärft sich von Tag zu Tag die durch das Coronavirus verursachte Gefährdungslage", teilt er auf der Junut-Internetseite mit: "Aufgrund der jüngsten Entwicklungen und der bereits ergangenen behördlichen Anordnungen bzw. Empfehlungen müssen wir den Jubiläums-Junut leider absagen." Bei diesem Ultralauf versuchen Extremsportler, den 230 Kilometer langen Jurasteig in maximal 54 Stunden zu absolvieren. Normalerweise braucht man dazu 13 Tagesetappen. Daraus wird diesmal aber nichts, der Lauf ist abgesagt. Und es gibt heuer auch keinen Ersatztermin. "Wir bedauern das ungemein, sehen aber wirklich keine andere Möglichkeit", teilt Veranstalter Börner mit.

Für die Verantwortlichen der Verpflegungsstation ist dies zwar schade, bedeutet aber keinen großen Schaden, wie Peter Fochtner sagt. Die Vorbereitungen für den Lauf, der am 4. April durch den Ort führen sollte, waren noch nicht so umfassend. "Wir mussten nur unseren Spielplan anpassen", sagt Fochtner, der auch Vorsitzender des SV Schmidmühlen ist: Auf dessen Gelände liegt die Junut-Station. Bekannt ist sie bei den Extremläufern unter anderem für die Verpflegung mit dem schon legendären Fochtner-Nudelsalat. "Wir haben noch nicht eingekauft", winkt Fochtner entspannt ab – also auch hier kein Problem.

Ein Blick zurück: Der Junut-Lauf 2019

Im Blickpunkt:

Im Sportverein viele offene Corona-Fragen

Probleme wegen der Coronakrise sieht der SV-Vorsitzende Peter Fochtner trotz seiner Enttäuschung über den abgesagten Junut-Lauf im Moment eher beim Sportverein, der ebenfalls von weitreichenden Corona-Schutzvorgaben betroffen ist: Seit Samstag herrsche hier "komplettes Trainingsverbot", Fochtner weiß momentan noch nicht, "inwieweit wir die Plätze sperren müssen". Er denkt dabei an Kinder, die momentan zu Hause bleiben müssen, weil Kindergärten und Schulen geschlossen sind. "Was mach ich, wenn auf unseren Plätzen ein paar Kinder spielen?", fragt Fochtner – "oder wenn sich da drei Jugendliche treffen? Wie soll ich das praktizieren, bin ich da als Vorsitzender verantwortlich?"Er erhoffe sich zu solchen Fragen schon noch möglichst schnelle Informationen der bayerischen Staatsregierung, die am Montag weitreichende Corona-Maßnahmen verkündet hat. Dass davon auch die Sportplätze betroffen sind, "hat mich persönlich schon überrascht",gibt er zu. Auch um das SV-Sportheim geht es ihm: Der Verein hat es nicht verpachtet, nutzt es im Eigenbetrieb und kann so die Umsätze zu hundert Prozent für sich verwenden – doch diese Einnahmequelle ist derzeit versiegt. Kosten dagegen laufen weiter, gibt Fochtner zu bedenken und nennt ein beispiel: "Wir müssen die Trainer weiter bezahlen", auch wenn nicht trainiert werden darf.

Trotz aller Enttäuschung über die Junut-Absage – Peter Fochtner kann darin zumindest einen kleinen Vorteil sehen. Er wird am Sonntag, 5. April, 50 Jahre alt. "Am Samstag wäre der Junut gewesen", da hätte er wohl keine Party geben können. Jetzt muss er sich also nicht um die Läufer kümmern. "Aber ob ich den 50. feiern kann?" – auf diese Frage erwartet Fochtner keine Antwort. Und lacht stattdessen einfach: Ein bisschen Humor schadet sicher nicht in Corona-Zeiten.

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