22.09.2020 - 12:42 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

25 Jahre "Rama Dama" in Schnaittenbach mit teils kuriosen Funden

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Reizwäsche und eine ramponierte Gummi-Sex-Puppe: Die Funde beim Schnaittenbacher "Rama Dama" waren teils kurios, erinnert sich Naturschützer Bebbo Schuller. Heuert jährt sich die Umweltaktion zum 25. Mal.

Zur Premiere von "Rama Dama" 1996 erschien Radiomoderator Edmund Soutschek und interviewte einige Teilnehmer, darunter den damaligen Mitorganisator der Aktion Dieter Heldmann (vorn rechts) .
von Adele SchützProfil

Der Organisator und treibende Motor vom "Rama Dama" ist der jetzige Vorsitzende des Bund Naturschutz der Ortsgruppe Schnaittenbach, Bebbo Schuller. Zum Jubiläum blickt er zurück auf die Anfänge in Schnaittenbach: Zur Aktion hatte in den 90er-Jahren der Radiosender Antenne Bayern die bayerischen Gemeinden aufgerufen. Die Jungsozialisten um Dieter Heldmann und Helmut Schuller organisierten dann die erste Aktion 1996. Zur Premiere ist laut Schuller sogar der Radiomoderator Edmund Soutschek erschienen und hat einige Teilnehmer für das Radio interviewt. „Natürlich war auch zu jener Zeit schon die örtliche Bund-Naturschutz-Gruppe mit dem Vorsitzenden Horst Biller mit am Start“, erinnert sich Schuller.

Zu Beginn des "Rama Dama" in Schnaittenbach fanden die Umweltschützer eine arg mitgenommen Gummi-Sex-Puppe.

Drei weitere Jahre haben die Jusos den "Rama Dama" organisiert, ehe der Bund Naturschutz übernahm. "In den vergangenen 25 Jahren hat sich das Müllaufkommen kaum verändert." Lediglich die Einführung des Flaschen- und Dosenpfands 2003 führte zu weniger Flaschen in der Natur.

„Die kuriosesten Funde waren zu Anfang eine arg mitgenommen Gummi-Sex-Puppe und verschiedenste Reizwäsche. Ansonsten wurde alles gefunden, was man sich vorstellen kann: Schrottautos, komplettes Wohnzimmermobiliar, tote Tiere, Fleischabfälle, Farbdosen mit Resten, Eternitplatten."

In den Anfangsjahren seien es einige Vereine in Schnaittenbach gewesen, die sich beteiligten. "Mit der Zeit wurden es immer weniger." Zum Teil hat Schuller mit zwei oder drei Teilnehmern gesammelt. Erst als 2013 Stadtpfarrer Josef Irlbacher seinen Firmlingen auferlegte, ein gutes Werk zu tun, schwärmen junge Schnaittenbacher wieder aus.

Jetzt zum 25. Mal der Aktion wird der "Rama Dama" um eine Kippenjagd erweitert. Der Verein Tobacycle in Köln hat es sich laut Schuller seit geraumer Zeit zur Aufgabe gemacht, die Zigarettenstummel zu sammeln und dem Recycling zuzuführen. Aus weggeworfenen Kippen würden Kunststoffe gewonnen, aus denen hochwertige Sammelbehälter und Taschenaschenbecher hergestellt werden.

Bebbo Schuller fand mitunter auch Reizwäsche beim "Rama Dama".

Schuller stieß zur Bewegung, da ihm der Anblick der vielen Zigarettenstummel vor seinem Anwesen direkt an der B14 in Schnaittenbach schon immer ein Dorn im Auge gewesen sind: „Ich hasse es, in regelmäßigen Abständen, die Kippen zusammenzukehren und entsorgen zu müssen. Dass sie das Grundwasser vergiften, ist in der Allgemeinheit so gut wie nicht bekannt." Er hofft, dass zumindest dem einen oder anderen Raucher mit der Kippenjagd bewusst werde, dass er mit der freien Entsorgung die Umwelt vergifte.

"Eine Kippe verseucht 40 Liter Grundwasser."

Amberg

Am Samstag, 26. September, treffen sich jeweils um 9.30 Uhr die Kippenjäger beim Infostand von Initiatorin Karin Meixner-Nentwig vor der Schnaittenbacher Schule, die "Rama-Dama"-Teilnehmer vor dem Bauhof. Anschließend gibt es für alle eine Brotzeit von Bürgermeister Marcus Eichenmüller. Eine Anmeldung zu beiden Aktionen ist bei Bebbo Schuller unter Telefon 0172/9143589 oder per E-Mail bebbo.schuller[at]t-online[dot]de nötig.

Seit 2013 beteiligt sich Pfarrer Josef Irlbacher mit den Firmlingen des jeweiligen Jahres an der Umweltaktion.
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