05.10.2020 - 10:38 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Beim Schnaittenbacher C[h]or mit Herz ist Name Programm

Seit zehn Jahren besteht der Frauenchor C[h]or mit Herz aus Schnaittenbach. Das Ensemble ist mittlerweile gut in der Kulturszene der Region etablieren, wozu auch eine kleine Tournee im vergangenen Jahr beigetragen hat.

Ein Höhepunkt unter den Auftritten des Frauenchors C[h]or mit Herz war das "Mordskonzert" - ein musikalischer Krimiabend im ausverkauften Saal des Hirschauer Josefshauses.
von Adele SchützProfil

Für Chorleiterin Ulrike Straub ist der runde Geburtstag etwas Besonderes. „Laut Statistik überstehen nur 25 Prozent aller Neugründungen von Chören die ersten zehn Jahre. Dass wir dazugehören, überrascht mich ein wenig“, betont die Musikpädagogin. Sie sieht den Grund für diese Beständigkeit darin, dass der Chor aus einer Not heraus gegründet worden sei. Ein paar wenige „verwaiste“ Chorsängerinnen seien 2009 auf sie zugekommen und hätten sie als damalige Chorleitungsstudentin gebeten, eine Gesangsgruppe zu gründen, erinnert sich Straub. Sie sei dieser Bitte der sangesfreudigen Damen gern nachgekommen, auch um als Studentin Praxis im Dirigieren zu erlangen. „Dann fügte sich alles fast wie von selbst zusammen, denn schon ein paar Wochen nach der ersten Probe waren es 14 Sängerinnen, acht dieser Mitgründerinnen sind bis heute dabei“, freut sich Straub. Der Pianist Paul Färber sei 2010 zu den Damen gestoßen.

Zu den kleineren Aufführungen etwa im Seniorenheim, bei Hochzeiten und in Kirchen kamen 2012 zwei große Konzerte pro Jahr hinzu, eines im Sommer und eines an Weihnachten. Nicht zu vergessen natürlich die Benefizkonzerte vor allem für „Weihnachten im Schuhkarton“, so Straub. Schließlich ist nach ihren Angaben der Name des Chores auch Programm. „Denn ein Herz zu haben, nicht nur für die Musik und das Singen, sondern auch für die Mitmenschen, ist uns allen sehr wichtig“, macht die Musikpädagogin bewusst.

Ab 2015 fandben sich laut Straub so viele Besucher zu den Konzerten des Frauenchors im Alten Rathaus in Schnaittenbach ein, dass ein größerer Raum für die Auftritte gemietet werden musste. Der Chor musste dazu Schnaittenbach verlassen und fand im Hirschauer Josefshaus einen passenden Auftrittsort. Doch nicht nur der Raum wurde größer, auch das Bühnenbild präsentierte sich jedes Jahr ausgefeilter. Für die Konzertbesucher gibt dabei immer kleine Überraschungen: ein Eismann in der Pause, der passend zum Thema „Sweets for my Sweet“ Süßes verkauft, ein Boogie-Woogie-Tanzpaar, das die Songs des Chores mittanzt, oder ein Krimi mit einem Bühnenbild, das als Tatort hergerichtet ist. Einen Höhepunkt bildete 2015 dann das große Chortreffen "Pfalz trifft Oberpfalz“ mit dem gemischten Chor Tonart aus Hochstadt. Das Konzert wurde ein voller Erfolg. Die Einladung zum Gegenbesuch in der Pfalz nahmen die Schnaittenbacherinnen ein Jahr später wahr.

"Als gesangliche Geburtstagsüberraschung wäre heuer zum Zehnjährigen ein Konzert mit einer musikalischen Zeitreise geplant gewesen. Doch aus bekannten Gründen musste der Auftritt ausfallen“, bedauert Ulrike Straub. Auch die regelmäßigen samstäglichen Proben seien seit Mitte März ausgesetzt. „Die Sängerinnen vermissen das Singen sehr. Auch Stimmen aus der Bevölkerung bedauern, dass es dieses Jahr noch kein Konzert gab“, stellt die Chorleiterin fest. Die Gruppe habe aber den persönlichen Kontakt zueinander nicht verloren, und auch das individuelle Singen pausiere nicht. Sie habe die einzelnen Stimmen der Lieder eingesungen oder eingespielt und diese Aufnahmen an alle Sängerinnen verteilt, damit jede für sich weiterüben könne. So sei der Chor jederzeit startklar. „Wann das sein wird, das wissen die Sängerinnen auch nicht. Vielleicht ist zu Weihnachten ja etwas möglich – auch wenn es sehr wahrscheinlich nicht im gewohnten Rahmen stattfinden kann“, hofft Ulrike Straub.

Frauenchor erzählt Weihnachtsgeschichte

Seit zehn Jahren erfreut der Frauenchor C[h]or mit Herz aus Schnaittenbach unter der Leitung von Musikpädagogin Ulrike Straub und instrumenteller Unterstützung am Klavier durch Paul Färber das Publikum mit seinen Auftritten.
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