23.01.2020 - 14:17 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Als einst Rösser die Felder dominierten

Georg Kumeth erinnert sich seinem dritten Platz beim Bundesentscheid im Wettpflügen 1960 in Goslar. Es kam auf Genauigkeit an.

Der letzte Ackerstreifen musste von vorne nach hinten 12 cm betragen. Schwierig wurde es besonders zum Schluss, wenn die beiden Furchen sehr eng beieinanderlagen und beide Pferde in den Furchen gehen wollten, was sie nicht tun sollten.
von Josef SchmaußerProfil

Auch nach über 60 Jahren bewegen Georg Kumeth, geboren 1937 in Sitzambuch, noch immer seine Erfolge beim einstigen Wettpflügen. Er schaffte es im September 1960 in Goslar bis zum Bundesentscheid, den er mit dem dritten Platz abschloss. Noch heute werden bei ihm viele Erinnerungen wach, wenn Felder und Äcker neu bestellt werden. Es sind Erinnerungen an eine Zeit, in der noch Kühe oder Pferde Furchen in die Erde zogen, ehe die Technik Einzug hielt und Landwirte sich nach und nach Bulldogs anschafften.

Kumeth, bekannt als "Stoidl Schorsch", denkt gerne an die Jugend zurück, in der er als Ältester von zwölf Kindern, bereits früh den Umgang mit Pferden lernte. Er wuchs am Stoidl-Hof in Sitzambuch auf, das damals zur selbstständigen Gemeinde Kemnath am Buchberg gehörte. Am elterlichen Hof richtete er Pferde ab und arbeitete mit ihnen, wobei die Kaltblutpferde Max und Fanni sein Lieblingsgespann waren. Mit Freude erzählt er von dieser Zeit und von seinen Erfolgen beim einstigen Wettpflügen, die mit dem Sieg beim Ortsentscheid in Kemnath begannen.

Von Erfolg zu Erfolg

Auch die nächste Hürde, den Kreisentscheid im damals ebenfalls noch selbstständigen Landkreis Nabburg, schaffte Kumeth mit eigenen Kaltblütern mit Bravour. Erst ab dem Bezirksentscheid, der bei Regensburg stattfand, wurden den Teilnehmern fremde Pferde zugelost. Er wurde auch hier Sieger und hatte sich damit für die zwei Landesentscheide in Karlstadt bei Aschaffenburg und in Coburg qualifiziert. 1958 setzte sich der damals 21-Jährige auch bei diesem Wettbewerb durch und wurde Bayerischer Landessieger im Wettpflügen.

Schwierige Bedingungen

Beim Wettpflügen hatte der zu beackernde Streifen eine Länge von rund 100 und eine Breite von circa zwölf Meter. Das saubere Ein- und Aussetzen mit dem sogenannten Beetpflug war eine der größten Herausforderungen. Zudem durfte die vorgegebene Pflugtiefe von etwa 20 Zentimeter nicht überschritten werden. Der letzte Ackerstreifen musste von vorne nach hinten zwölf Zentimeter betragen. Schwierig wurde es zum Schluss, wenn die zwei Furchen sehr eng beieinanderlagen und beide Pferde in den Furchen gehen wollten, was sie nicht tun sollten.

Georg Kumeth und seine Tiere waren ein eingespieltes Team, die gelosten Pferde waren manchen anderen Ton und Umgang gewöhnt, und es mussten sich erst Mensch und Tier aufeinander einstimmen. Den größten Erfolg erreichte Kumeth im September 1960, als er beim Bundesentscheid im Wettpflügen in Goslar den dritten Platz erreichte. Noch heute glänzen die Augen, wenn der heimatverbundene Oberpfälzer, von den damaligen Wettbewerben und den Pferden erzählt. "Den Stallgeruch und meine Rösser werde ich nie vergessen" erinnert er sich. "Das war ein schöner Teil meiner Jugend!"

Der heute 82-jährige Georg Kumeth, seit seiner Hochzeit wohnhaft in Schnaittenbach, zeigt stolz die Plakete, die er als 3. Sieger beim Bundesentscheid Wettpflügen 1960 in Goslar erreichte.
Die linke Hand führte das Leitseil. Man spürt förmlich die Anspannung und Konzentration des jungen Wettkampfteilnehmers Georg Kumeth.
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