09.09.2020 - 10:25 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Feldkreuz in Schnaittenbach erinnert an Viehseuche vor 100 Jahren

Das Feldkreuz Spitzgarten steht seit 100 Jahren an der Gabelung der Wege Schneckengäßchen und Dr. Martin-Winkler-Straße.
von Autor SHProfil

Fast jeder kennt sie, egal ob Wanderer, Spaziergänger und Jogger, Radl- oder Autofahrer. Viele gehen oder fahren an ihnen jedoch achtlos vorbei. Gemeint sind die zahlreichen Marterln, Bildstöcke sowie Feld- und Wegkreuze, die in den Schnaittenbacher Fluren stehen.

Die Marterln am Wegesrand sind von historischem Wert und könnten vieles erzählen von Leid und tragischen Schicksalen. Eines davon ist das Feldkreuz Spitzgarten, das sich an der Gabelung der Wege Schneckengäßchen und Dr. Martin-Winkler-Straße befindet und heuer 100 Jahre alt geworden ist. Im Marterlbuch von Helmut Richter ist das Flurdenkmal beschrieben.

Auf einem allseitig vorspringenden Sockel ruht ein oben abgeschrägter, 100 Zentimeter hoher, 72 Zentimeter breiter und 76 Zentimeter tiefer Granitpfeiler, der auf der Vorderseite die Inschrift trägt "Errichtet von Familie Schwandner 1920". Das 173 Zentimeter hohe und 75 Zentimeter breite, schwarz gestrichene und durchbrochene Eisenkreuz ist an den Spitzen vergoldet, ebenso der daran hängende Christuskörper und die INRI-Initialen. Im Jahre 1920 wütete in den umliegenden Dörfern in Richtung Kemnath am Buchberg eine schwere Viehseuche, die Angst und Schrecken vor allem bei den Bauern auslöste, die um ihren Viehbestand zitterten. Um diese gefährliche Seuche vom benachbarten Ort Schnaittenbach fernzuhalten, setzte die Familie Schwandner am damaligen Ortsende in Richtung Buchberg dieses Feldkreuz. Tatsächlich sollen daraufhin, so die Überlieferungen, in Schnaittenbach nur ganz wenige Tiere der Tierseuche zum Opfer gefallen sein.

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