13.02.2021 - 00:25 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Fredi Weiß – Feuerwehrmann mit Leib und Seele

Als Fredi Weiß 1975 als 16-Jähriger der Schnaittenbacher Feuerwehr beitrat, dachte er nicht im Traum daran, knapp 36 Jahre später als Kreisbrandrat Chef der 114 Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach zu werden.

von Werner SchulzProfil

Genau dieses Amt übt der 61-Jährige seit dem 1. Juli 2011 aus, 2017 wurde er wiedergewählt. Seitdem gehört er als Bezirksvorsitzender auch dem Landesvorstand an und ist für die Feuerwehr jährlich 35 000 bis 40 000 Kilometer unterwegs. Er genießt nicht nur das Vertrauen der rund 4 800 Feuerwehrmänner- und frauen, sondern in besonderer Weise auch das von Landrat Richard Reisinger: „Fredi Weiß besitzt ein effizientes Feuerwehr-Netzwerk, ist oberpfalzweit anerkannt, steht hinter der Jugend und Ausbildung und hat trotz der Führungsverantwortung immer einen menschlichen Umgangston.“

Dass der so Gelobte ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele ist, kommt wohl nicht von ungefähr. „Das muss in meinen Genen liegen“, meint er schmunzelnd und erzählt, dass sein Opa Kommandant der Steiningloher Wehr und sein Vater ebenfalls Feuerwehrmann war. Auf jeden Fall empfindet er sein Feuerwehr-Engagement als Berufung, ja sein Leben. Im gleichen Atemzug betont er, dass er von einem exzellenten Team mit 4 Kreisbrandinspektoren und 15 Kreisbrandmeistern unterstützt wird. In Sachen Kreisbrandmeister wartet er mit einer Anekdote aus seiner KBR-Anfangszeit auf. Als ihm Kreisbrandinspektor Peter Deml als neuen Kreisbrandmeister einen Feuerwehrmann aus Achtel vorschlug, habe er erwidert: „Du, der Kreisbrandmeister muss fei aus dem Landkreis sein!“

Echt kameradschaftlich

Mehr als zufrieden ist der Schnaittenbacher mit den Ortsfeuerwehren. Dort stecke man viel Zeit und Energie in die Werbung und Ausbildung des Nachwuchses. Aktuell gäbe es über 100 Jugendgruppen mit ca. 1 000 Jugendlichen. Hinzu kämen 14 Kinderfeuerwehren mit über 300 Mitgliedern. Den Gemeinden bescheinigt er, in den letzten Jahren viel Geld investiert zu haben, um die Gerätehäuser, Fahrzeuge und die Ausrüstung auf aktuellem Stand zu halten. Anerkennung zollt der KBR den Arbeitgebern. Sie zeigten meist Verständnis für die Freistellungen ihrer Beschäftigten bei Einsätzen und Lehrgangsbesuchen. Als ausgezeichnet und „echt kameradschaftlich“ bezeichnet er das Verhältnis zu den Polizeidienststellen und anderen Rettungsorganisationen. Seine eigenen Kenntnisse im Rettungswesen bringt er im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung ein. Ein Dorn im Auge sind ihm jene Zeitgenossen, die die Einsatzkräfte anpöbeln, beschimpfen oder gar bedrohen, z.B. bei Absperrmaßnahmen. Erleichtert ist er darüber, dass die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen von schweren Verletzungen verschont blieben und nur leichtere Bein- und Handverletzungen erlitten haben. Von den Einsätzen entfällt ca. ein Drittel auf die Brandbekämpfung, der Rest sind technische Hilfeleistungen bzw. Rettungen.

Aktiv in der Politik

Engagiert ist Fredi Weiß außerdem in der Kommunalpolitik. Seine politische Heimat ist die CSU. Als Jugendlicher trat er in die Junge Union ein, später in die CSU Schnaittenbach. Bei den Kreistagswahlen 2014 wurde er von Platz 41 der CSU-Liste auf Platz 26 nach vorne gewählt, bei den Wahlen 2020 von Platz 29 auf Platz 8.

Kein Hehl macht Fredi Weiß daraus, dass sein Engagement nur möglich war, weil seine Familie mitgespielt hat – allen voran seine Frau Marianne, aber auch die Kinder Marco, Nicole, Florian und Thomas. Die familiäre Unterstützung ist für ihn nicht selbstverständlich. 2019 „schwänzte“ er den Florianstag und fuhr mit seiner Marianne anlässlich des 40. Hochzeitstages zum Besuch einer Messe im Regensburger Dom. 2023 könnte Fredi Weiß noch einmal zur Wahl als Kreisbrandrat antreten, müsste aber nach einem Jahr wegen Überschreitung der Altersgrenze für den aktiven Dienst wieder aufhören. „Eine erneute Kandidatur wäre Unfug, 2023 ist Schluss“, lacht Fredi Weiß. Für die Zeit danach hat er sich eine Menge vorgenommen. An erster Stelle: Mehr Zeit für die Familie. Er will viel draußen in der Natur sein („Ich geh narrisch gerne zum Bergwandern“), sich der Fotografie widmen und außerdem die Familiengeschichte erforschen.

Corona: Feuerwehren in Amberg-Sulzbach schlagen den digitalen Weg ein

Amberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.