30.06.2020 - 09:22 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Fußweg durchs Ehenbachtal soll umgesetzt werden

Die erste Behandlung des Vorhabens fand bereits vor zehn Jahren statt, es ist eine Herzensangelegenheit der SPD: Der Ausbau eines Fußweges vom Bürgerwald durch die Talaue neben dem Ehenbach zum Kräutergarten von Schnaittenbach.

Herzstück des oberen Kräutergartens ist der Klostergarten der Heiligen Hildegard mit Gewächsen, die in ihrer Heilkunde Verwendung fanden.
von Klaus HöglProfil

Landschaftlich durchaus attraktiv, doch es geht wohl nicht so richtig voran. Trotz vorgerückter Stunde in der vergangenen Stadtratsitzung wurde lang und breit auf die Errichtung des Fußweges im Ehenbachtal erneut eingegangen. Amtsrat Markus Stiegler brachte im Kern vor, dass der Fußweg zwar vor mehr als zehn Jahren schon „auf den Weg gebracht“ war, dann aus den verschiedensten Gründen ab 2004 jahrelang auf Eis gelegt war beziehungsweise nicht weiterbetrieben wurde und demzufolge nicht zustande kam. Der Wanderweg wurde In den Jahren 2015 bis 2017 sogar Bestandteil des ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept in der Städtebauförderung). Weitere Anträge zur Umsetzung seien nicht mehr eingegangen, lediglich in den Stadtratsitzungen vom 14. November 2018 und 15. November 2019 wurde im Rahmen des Jahresanträge zur Städtebauförderung die Errichtung eines Fußweges entlang des Ehenbaches als Maßnahme aufgenommen. Untätig war die Verwaltung im vergangenen Jahr nicht, hieß es in der Sitzung. Durch ein Planungsbüro zusammen mit dem WWA (Wasserwirtschaftsamt Weiden) und dem Landratsamt wurden bereits Pläne für einen möglichen Streckenverlauf ausgearbeitet. Es seien auch bereits Kosten (rund 11 000 Euro) entstanden, die Gesamtkosten für die Maßnahme nach Fertigstellung belaufen sich laut Stiegler geschätzt auf 110 000 Euro. Soweit in Kurzfassung der Sachstand, als es darum ging, vom Stadtrat die Einwilligung für die Beauftragung von Planungsleistungen zu bekommen.

Der größte Teil der Weg-Trasse ist im Besitz der Stadt, aber eben nicht ganz. Der Weg würde über das Areal von drei Privateigentümern führen, die von der Trassenführung betroffen sind und die haben wohl zum Projekt "nein" gesagt, erfuhren die Räte. Nachdem sie unabhängig vom weiteren Ablauf des Verfahrens von der Verwaltung angeschrieben und um Mitteilung gebeten wurde, ob grundsätzlich Einverständnis damit besteht, den Weg zum Teil über ihren jeweiligen privaten Grundbesitz zu führen – wie in der Konzeptplanung vorgesehen. Nach der Absage der drei Privateigentümer sei die Trassenführung derzeit so nicht mehr realisierbar, derzeit bestünde keine Aussicht auf eine Gestattung der Eigentümer, weshalb weitere Planungsschritte keinen Sinn machten, war zu hören. „Es ist zu überlegen, ob die Maßnahme weiterverfolgt werden soll“, stellte Stiegler zur Debatte.

Da war sich in der Sache die klare Mehrheit des Gremiums (eine Gegenstimme) mit Bürgermeister Marcus Eichenmüller einig. Die Maßnahme wird jedenfalls weiterverfolgt, so will es der Stadtrat. Allein über die Methode kann gesprochen werden. Reinhold Strobl (SPD) hat „eindeutig dafür plädiert, die Sache weiter zu betreiben“ er führte ins Feld „man muss nur wollen, dann kann es auch eine vernünftige Lösung geben“, sagte er in Richtung Verwaltung. „Nicht anschreiben, man muss persönlich reden mit den Grundstückseignern“, dann bestünde vielleicht noch Aussicht auf Realisierung riet Fraktionssprecherin Elisabeth Kraus (CSU) als möglichen Weg zum Erfolg. Manfred Schlosser (FW/FWG) forderte die Verwaltung auf „in irgendeiner Form eine Einigung mit den Eigentümern die Grundstücksfragen zu lösen und dann erst die Planung vorantreiben“. Uwe Bergmann (SPD) brachte ins Spiel „eventuell eine neue Trasse zu wählen und Alternativen zu prüfen“, um den Fußweg doch noch zu bewerkstelligen. Markus Nagler (CSU) wünschte sich, „dass die Verwaltung als nächsten Schritt intensiv reden soll mit den Grundstückbesitzern“. Die Redebeiträge waren vielschichtig, letztlich lief es darauf hinaus, dass die Verwaltung zunächst mal das Wegerecht zu klären hat, dann soll vor den weiteren Planungen in Gespräche mit den Grundstückseigentümern eingestiegen werden sowie Fachbehörden mit eingebunden werden. Der Fußweg Bürgerwald jedenfalls soll umgesetzt werden.

Coronabedingt fiel der Startschuss für Führungen durch den Schnaittenbacher Kräutergarten heuer später

Schnaittenbach

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.