20.10.2020 - 09:12 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Hobbyfotograf Bebbo Schuller ist Herr von 270 000 Fotos

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Zweimal hat es der Schnaittenbacher Hobbyfotograf Bebbo Schuller mit seiner gigantischen, stets wachsenden Fotosammlung schon in das Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Derzeit umfasst seine Sammlung knapp 270 000 Fotos in 624 Alben.

Hobbyfotograf Bebbo Schuller macht sich die zeitaufwendige Arbeit und archiviert alle seine Fotos akribisch in Alben. Derzeit ist er Herr von knapp 270 000 Fotos, die er in 624 Alben archiviert hat.
von Adele SchützProfil

Bei den nicht so schönen Momenten wird Schuller konkreter: "Ärgerlich ist es, wenn der Fotoapparat plötzlich seinen Geist aufgibt. Das ist mir einmal in Havanna, der Hauptstadt von Kuba passiert. Wir kamen gerade am schönsten Friedhof der Welt mit dem Bus an und der Fotoapparat streikte. Ich hätte heulen können. Seitdem habe ich immer einen Ersatzfoto dabei. Heutzutage ist das mein Handy."

Im Jahr 1999 umfasste die Fotosammlung von Bebbo Schuller 30 000 Bilder , die in 122 Alben archiviert waren. Der Grundstock für ein Archiv, das mittlerweile – zumindest für einen Privathaushalt – gigantische Ausmaße annimmt. Ein Jahr später umfasste die Fotosammlung bereits 37 881 Abbildungen in 161 Fotoalben. Mit diesen Zahlen wurde er sogar zwei Mal ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen. Ein dritter Versuch, mit seiner Fotosammlung in die Weltrekord-Bibel zu kommen, scheiterte dann aber plötzlich mit der Begründung: „Zu uninteressant“. Ein Urteil, das die Schnaittenbacher ganz und gar nicht unterschreiben. Immerhin dokumentiert Schuller auch das gesellschaftliche Leben der Stadt für die Nachwelt. Allerdings wurde er im Jahr 2003 für seinen Foto-Rekord noch von dem Fachjournal „Fotoheft“ ausgezeichnet. Bebbo Schuller berichtete Oberpfalz-Medien, wie alles begann. „1976 habe ich auf einer privaten Fete zum ersten Mal eine Pocketkamera dabei gehabt und ein paar wenige Fotos geschossen. Als ich die entwickelten Fotos aus dem Labor zurück bekam, war ich fasziniert.“ Schuller ist nicht unbelastet zu diesem Hobby gekommen, wie er erzählt. Er hütet auch die Fotosammlung von seinem Großvater, dem Sechser Koarl, einer Schachtel mit rund 600 bis 700 Negativen. „Ich habe fast alle entwickeln lassen und in Alben eingeklebt. Natürlich gibt es die meisten jetzt digital.“

Jeder kann teilhaben

Das Schöne an Schullers Hobby ist, dass jeder, der möchte, daran teilhaben kann. Bebbo Schuller: „Jeder darf mich besuchen und mit mir zusammen die Fotos anschauen.“ Für seine Leidenschaft hat er eine schöne Umschreibung gefunden: „Wir fotografieren, damit wir eine Rückfahrkarte zu einem Moment haben, der sonst verloren wäre, dieser Satz stammt von Kathie Thurmes. Das trifft den Nagel auf den Kopf, so dass ich den Satz unterschreiben kann.“ Die Motive entstehen auch per Zufall, gibt der Schnaittenbacher zu. Er fotografiert „alles und überall“. Die digitale Technik sei da schon von Vorteil, denn man könne misslungene Fotos gleich löschen. Ebenso sei es möglich, die Schnappschüsse problemlos zu teilen, sowohl mit Freunden als auch in den sogenannten Sozialen Medien, erzählt er. Nachteil sei aber, dass die Überraschungsmomente jetzt fehlen. „Früher gab man seinen Film im Labor ab und dann wusste man nicht, was zurück kommt. Manchmal waren die Schnappschüsse nur zum Lachen.“

Akribisch sortieren

Fast so wichtig wie das Drücken des Auslösers selbst ist die Sortierung. „Ohne meine akribische Archivierung würde ich völlig den Überblick verlieren und keine Fotos mehr konkret suchen oder ausfindig machen können“, gibt Schuller zu. „Jedes Album bekommt eine Nummer mit Rückenschild, in dem der Zeitraum und der Inhalt aufgeführt sind, natürlich geschrieben oder erfasst mit der EDV. Früher bekam auch jeder entwickelte Film eine fortlaufende Nummer, jetzt bekommt jeder Fotodownload eine. Zurzeit bin ich bei Film/Download Nummer 4661. Ein Suchvorgang dauert da nur wenige Momente.“

Auf die Frage nach dem schönsten Erlebnis beim Fotografieren kommt Schuller ins Grübeln. „Da gab es so viele, das schönste Erlebnis lässt sich nicht rausfinden. Eigentlich ist jeder Schnappschuss der momentan Schönste.“

Apparat streikt

Bei den nicht so schönen Momenten wird Schuller konkreter: „Ärgerlich ist es, wenn der Fotoapparat plötzlich den Geist aufgibt. Das ist mir einmal in Havanna, der Hauptstadt von Kuba, passiert. Wir kamen gerade am schönsten Friedhof der Welt mit dem Bus an und der Fotoapparat streikte. Ich hätte heulen können. Seitdem habe ich immer einen Ersatzfoto dabei. Heutzutage ist das mein Handy.“

Hobbyfotograf Bebbo Schuller in seinem Element beim Archivieren seiner Schnappschüsse.

Als Bebbo Schuller Costa Cordalis traf

Schnaittenbach

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