27.05.2018 - 09:11 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Ein höchst amüsanter Streit

Wer nicht frühzeitig dran war, hatte Pech: Alles ausverkauft bei der Freilichtbühne am Buchberg. Die zieht bei der Premiere des "Holledauer Schimmels" wieder alle Register.

Buchbergbühne Holledauer Schimmel

(chl) "Die einzige Chance, noch an eine Karte zu kommen, wäre, auf Regen zu hoffen - denn wenn eine Aufführung komplett abgesagt und neu angesetzt wird, kann es sein, dass ein paar Karten zurückgehen": Markus Nagler kann Spätentschlossenen nur wenig Hoffnung machen. Er spielt diesmal den Sebastian Ziechnaus, Bräu und Bürgermeister von Banzing im aktuellen Stück der Schnaittenbacher Buchbergbühne.

"Der Holledauer Schimmel" steht auf dem Spielplan der Schnaittenbacher. Zur Premiere lädt die Theatergruppe traditionell Familie und Freunde auf die Freiluftbühne der Buchberghütte ein. So auch in diesem Jahr. In dem Schelmenstück von Alois Johannes Lippl geht es um die Feindschaft zweier Dörfer in der Hallertau.

Nagler und sein Gegenpart auf der Bühne, Thomas Reiß, der den Haselbacher Bürgermeister und ebenfalls Brauereibesitzer spielt, eröffnen den Abend. Sie führen ihr Publikum in das Stück ein - und indem sie es in Haselbacher und Banzinger aufteilen, machen sie es zu einem Teil der Kulisse. Diese könnte mit dem Buchberg nicht besser sein für dieses Stück. 13 Bühnenbilder braucht es, um die Handlung richtig in Szene zu setzen - in einem umbauten Theater fast unmöglich.

So lenkt Spielleiter Stefan Reindl die Aufmerksamkeit des Publikums geschickt von einer Seite der Bühne zur anderen. Durch einfache aber clevere Umbauten befindet man sich umgehend an einem anderen Ort. Eben noch im Banzinger Wirtshaus in der Mitte der Bühne, schon kommen die Protagonisten mit Musikbegleitung von links aus dem Wald heraus.

Die verschiedenen Aufzüge werden eingeleitet von Anja Fröhlich und Christiane Freitag, die als Moritatensänger das Publikum in den nächsten Handlungsabschnitt mitnehmen. Die beiden, wie auch der Rest des Ensembles, bespielen die Naturbühne völlig ohne elektronische Verstärkung. Die Adaption des Stückes in die hiesige Mundart ist den Schnaittenbachern hervorragend gelungen: Die Dialoge klingen zu jeder Zeit authentisch.

In der Pause sind die Gäste eingeladen, auf die Bühne zu kommen. So ergibt sich die Möglichkeit des Smalltalks mit dem einen oder anderen Akteur. Auch ein Schnapserl wird da schon mal kredenzt.

Knapp 40 Darsteller bringt die Buchbergbühne zum Einsatz. Neben den etablierten "Alten" wie Nagler, Reiß und natürlich dem gewohnt stark aufspielenden Peter Kraus ist es Reindl gelungen, viele junge Gesichter ins Ensemble zu integrieren. Mit Teresa Reindl, die die Tochter des Haselbacher Wirts verkörpert, sei stellvertretend nur eine genannt.

Trotz einiger komischer Szenen ist das Stück kein klassischer Schenkelklopfer. Für diejenigen, die in dieser Saison leer ausgegangen sind: Immer ab dem ersten Dezember geht die Buchbergbühne in den Vorverkauf für das nächste Jahr.






Bilder von der Premiere "Der Holledauer Schimmel" der Buchbergbühne

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