15.07.2021 - 16:03 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Klärwerk Schnaittenbach braucht neue Fällmittelanlage

Dem Klärwerk in Schnaittenbach hat der Bauausschuss einen Besuch abgestattet. Denn: Aufgrund einer neuen Rechtsanlage muss dort die Fällmittelanlage erneuert werden.

Der Bauausschuss hat sich ein Bild von der Situation in der Kläranlage gemacht. Die Stadt Schnaittenbach muss in eine neue Fällmittelanlage investieren, da die bisherige Lagerung des Fällmittels nicht mehr der gültigen Rechtslage entspricht.
von Klaus HöglProfil

Das Wasserwirtschaftsamt hat im September 2020 die Stadt Schnaittenbach darauf hingewiesen, dass die Lagerung des Fällmittels für die Phosphor-Elimination in der Kläranlage Schnaittenbach nicht mehr konform zum Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sei. Bei der Behandlung von kommunalem Abwasser entstehen Schlämme, die zur zur Volumenreduktion vor weiteren Verwertungsschritten eingedickt und entwässert werden. Um die Gewässerbelastung zu minimieren, müssen zudem Nährstoffe entzogen werden. Um Phosphate zu eliminieren, sind Fällmittel erforderlich. Dabei handelt es sich um einen wassergefährdenden Stoff der Klasse I, der entsprechend sicher zu lagern ist. Der aktuelle Jahresverbrauch liegt bei circa 13.000 Liter, erfuhr der Bauausschuss. Die Lieferung erfolge im Tankzug, die Lagerung vor Ort im IBC-Behälter.

Wie Bürgermeister Marcus Eichenmüller ausführte, müsse wegen der neuen Rechtslage die Fällmittelanlage im Klärwerk erneuert werden. Für eine WHG-konforme Lagerung und um die Transportkosten für die Anlieferung zu miniminieren (Abnahme eines gesamten Tankzuges mit circa 20 Kubikmeter) sei ein Lagerbehälter für 20 Kubikmeter erforderlich. Dafür würden bauliche Änderungen erforderlich. Wie es weiter hieß, böte sich der Standort des Behälters direkt neben der Dosierstelle an. Die Dosierleitung könne oberirdisch verlegt werden.

Mit Abwasserabgabe verrechnen

Die vorgeschriebene Erneuerung der Fällmittelanlage zur Phosphoreliminierung komme auf circa 45.000 Euro plus die Kosten für ein Fundament. Werde die Maßnahme 2022 umgesetzt, bestünde die Möglichkeit, die Investitionskosten drei Jahre lang mit der Abwasserabgabe, die die Stadt zu zahlen hat, zu verrechnen. Die Abwasserabgabe komme derzeit auf circa 6500 Euro jährlich, so dass circa 20.000 Euro der Investitionskosten wieder rückerstattet werden könnten.

Seit 2020 hat Schnaittenbach ein neues Abwasserkonzept

Schnaittenbach
Hintergrund:

Eckdaten des Klärwerks

  • Die Kläranlage Schnaittenbach ist auf 7000 Einwohner ausgelegt.
  • Es handelt sich um eine mechanisch-biologische Anlage mit Nitrifikation und Denitrifikation.
  • Sie verfügt über Hebewerk, Feinrechen, zwei Becken Belebungs-Stabilisierung (Innendurchmesser 18 Meter) und ein Nachklärbecken (Innendurchmesser 12,70 Meter, Wassertiefe 4 Meter).
  • Schlammspeicherung: 1300 Kubikmeter, Volumen Schönungsteich: 6200 Kubikmeter.
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