07.09.2020 - 10:20 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Kräuterspirale wertet Schnaittenbacher Kräutergarten auf

Seit vergangenem Jahr ist die Gärtnermeisterin Tanja Götz im Auftrag der Stadt für die Gestaltung und Pflege des Schnaittenbacher Kräutergartens zuständig. Seitdem vollzieht sich in der Anlage ein Wandel vom Schau- zum Lehrgarten.

Gärtnermeisterin Tanja Götz hat im Kräutergarten eine Kräuterspirale angelegt, um den dortigen Besuchern diese ausgeklügelte Hochbeetform näher zu bringen. Diese biete in mehreren Zonen Platz für unterschiedliche Kräuter auf wenig Raum.
von Adele SchützProfil

Das jüngste Projekt von Götz ist eine Kräuterspirale, die sich als absoluter Hingucker präsentiert. Denn die Gärtnermeisterin sieht ihre Aufgabe im Kräutergarten nicht nur in der Kultivierung von regionalen und internationalen Kräutern, Gewürz- und Heilpflanzen sowie deren Pflege, sondern auch darin, den Besuchern die Gestaltungsmöglichkeiten des Pflanzenanbaus aufzuzeigen. Das war nach ihren Aussagen auch der Beweggrund, eine Kräuterspirale anzulegen, die nicht nur eine ausgeklügelte Möglichkeit zum Anbau unterschiedlicher Pflanzen auf kleinem Raum bietet, sondern auch diversen Insekten und Eidechsen als Lebensraum und Nahrungsquelle dient. "Zudem ist eine Kräuterspirale eine Zierde für jeden Garten", versichert die Gärtnermeisterin.

Die Kräuterspirale ist laut Götz ein dreidimensionales Hochbeet, das auf engstem Raum verschiedene Klimazonen für Kräuter mit den unterschiedlichsten Ansprüchen ermöglicht. Bei einem Durchmesser von zwei mal drei Metern und einer Höhe von rund einem Meter braucht eine solche Anlage wenig Platz, bietet aber die gesamte Gartensaison über frische Kräuter, die mit gekauften Pflanzen nicht zu vergleichen seien, wie Götz betont. Die unterschiedliche Pflanzhöhe und die dadurch optimalen Lichtverhältnisse für alle Pflanzen förderten das Wachstum ungemein.

Laut Götz ist eine Kräuterspirale leicht selbst zu bauen. Beim Anlegen ist auf eine Nord-Süd-Ausrichtung zu achten, wobei die Kräuterspirale nach Süden auslaufen sollte. Dabei ist ein sonniger, windgeschützter Standort an einer Hauswand optimal. Die Steine der Kräuterspirale speichern tagsüber Wärme, die sie nachts gleichmäßig an die Pflanzen abgeben. Das fördert vor allem das Wachstum der wärmeliebenden Pflanzen aus dem Mittelmeerraum. Darüber hinaus sind Kräuterspiralen mit ihren unterschiedlichen Zonen so aufgebaut, dass die von Kräutern ungeliebte Staunässe verhindert wird.

Ganz oben in der Kräuterspirale legt der Gartenfreund eine wasserdurchlässige Trockenzone für mediterrane Kräuter mit sandigem Boden an, wo sich beispielsweise Salbei, Rosmarin, Lavendel, Thymia, Ysop und Majoran wohl fühlen. Es folgt die Normalzone, für die Blumenerde mit Sand gemischt wird, um einen durchlässigen, humosen Boden zu erreichen, der optimale Wachstumsbedingungen für Petersilie, Pimpinelle, Zitronenmelisse, Borretsch, Estragon, Koriander, Fenchel, Melisse, Rauke und Kapuzinerkresse bietet. Für die Feuchtzone ist ein humoser Boden bestens geeignet. Hier wachsen sehr gut Kerbel, Schnittlauch, Liebstöckel und Wermut. Stark wuchernde Minzen und große Kräuter gehören nicht in die Kräuterspirale.

„Um aus einer Kräuterspirale auch eine Oase für Insekten und ein kleines Biotop zu machen, kann man am Ende der Kräuterspirale einen kleinen Teich eventuell mit einem Maurerbottich anlegen“, empfiehlt die Gärtnermeisterin.

Botanisches Kleinod und Aushängeschild der Stadt

Schnaittenbach

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