06.02.2020 - 11:18 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Als die Rösser die Felder dominierten

Georg Kumeth wächst am Stoidl-Hof in Sitzambuch auf. Schon früh lernt er den Umgang mit Pferden. An seine Erfolge beim Wettpflügen erinnert er sich auch heute noch mit Freuden.

Die linke Hand führte das Leitseil. Man spürt förmlich die Anspannung und Konzentration des jungen Wettkampfteilnehmers Georg Kumeth.
von Josef SchmaußerProfil

Auch nach über 60 Jahren bewegen Georg Kumeth, geboren 1937 in Sitzambuch, noch immer seine Erfolge beim einstigen Wettpflügen. Er schaffte es im September 1960 in Goslar bis zum Bundesentscheid, den er mit dem dritten Platz abschloss. Noch heute werden bei Georg Kumeth viele Erinnerungen wach, wenn Felder und Äcker neu bestellt werden. Es sind Erinnerungen an eine Zeit, in der noch Kühe oder Pferde ihre Furchen in die Erde zogen, bevor die Technik Einzug hielt und Landwirte sich nach und nach Bulldogs anschafften.

"Stoidl-Schorsch"

Georg Kumeth, bekannt als "Stoidl-Schorsch", denkt gerne an seine Jugend zurück, in der er als Ältester von zwölf Kindern bereits in jungen Jahren den Umgang mit den Pferden lernte. Er wuchs am Stoidl-Hof in Sitzambuch auf, das damals noch zur selbstständigen Gemeinde Kemnath am Buchberg gehörte.

Am elterlichen Hof richtete Georg Kumeth Pferde ab und arbeitete mit ihnen, wobei die beiden Kaltblutpferde Max und Fanni sein Lieblingsgespann waren. Mit Freude erzählt er heute von dieser Zeit und von seinen Erfolgen bei einstigen Wettpflügen, die mit dem Gewinn des Ortsentscheids in Kemnath am Buchberg begannen.

Auch die nächste Hürde, den Kreisentscheid im damals ebenfalls noch selbstständigen Landkreis Nabburg, schaffte Georg Kumeth mit seinen eigenen Kaltblütern mit Bravour. Erst ab dem Bezirksentscheid, der bei Regensburg stattfand, wurden den Teilnehmern fremde Pferde zugelost. Er wurde auch hier Sieger und hatte sich damit für die zwei Landesentscheide in Karlstadt bei Aschaffenburg und in Coburg qualifiziert. 1958 setzte sich der damals 21-Jährige auch bei diesem Wettbewerb durch und wurde "Bayerischer Landessieger im Wettpflügen".

Herausforderungen

Beim Wettpflügen hatte der zu beackernde Streifen eine Länge von rund 100 Metern und eine Breite von zirka zwölf Metern. Er wurde von innen nach außen gepflügt.

Das saubere Ein- und Aussetzen mit dem sogenannten Beetpflug war eine der größten Herausforderungen. Zudem durfte die vorgegebene Pflugtiefe von zirka 20 Zentimetern nicht überschritten werden. Der letzte Ackerstreifen musste von vorne nach hinten zwölf Zentimeter betragen.

Eingespieltes Team

Schwierig wurde es besonders zum Schluss, wenn die beiden Furchen sehr eng beieinanderlagen und beide Pferde in den Furchen gehen wollten, was sie nicht tun sollten. Georg Kumeth und seine Pferde waren ein eingespieltes Team, die gelosten Pferde waren manchen anderen Ton und Umgang gewöhnt, und es mussten sich erst Mensch und Tier aufeinander einstimmen.

Den größten Erfolg erreichte Georg Kumeth im September 1960, als er beim Bundesentscheid im Wettpflügen in Goslar den 3. Platz erreichte.

Noch heute glänzen die Augen, wenn der heimatverbundene Oberpfälzer, von den Wettbewerben und den Pferden erzählt. "Den Stallgeruch und meine Rösser werde ich nie vergessen", erinnert er sich. "Das war ein schöner Teil meiner Jugend."

Der heute 82-jährige Georg Kumeth, seit seiner Hochzeit wohnhaft in Schnaittenbach, zeigt stolz die Plakette, die er als 3. Sieger beim Bundesentscheid im Wettpflügen 1960 in Goslar bekam.
Der letzte Ackerstreifen musste von vorne nach hinten zwölf Zentimeter betragen. Schwierig wurde es besonders zum Schluss, wenn die beiden Furchen sehr eng beieinanderlagen und beide Pferde in den Furchen gehen wollten, was sie nicht tun sollten.

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