08.02.2021 - 11:14 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Schnaittenbacher Pfadfinder seit über 65 Jahren eine Institution in der Stadt

Seit gut 65 Jahre gibt es in Schnaittenbacher Georgspfadfinder. Bereits 1954 fasst der damalige Kooperator der Pfarrei St. Vitus, Hermann Blüml, den Entschluss, einen Stamm zu gründen. Bald danach ist es so weit.

Ein denkwürdiger Akt ist nach der Gründung der Schnaittenbacher Pfadfinder die Weihe der neuen Fahne in der Pfarrkirche St. Vitus. In einem feierlichen Gottesdienst spendet Kooperator Hermann Blüml den Segen.
von Adele SchützProfil

Am Georgstag, dem 23. April 1955, wurde der Stamm der Georgspfadfinder Schnaittenbach aus der Taufe gehoben. Die ersten Mitglieder legten ihr Pfadfinderversprechen ab, dazu zählten Kurt Grassler, Stanislaus Hölzl, Hans Lengfelder, Vitus Kaa, Alfons Schröder, Ewald Grossmann, Max Schlosser, Anton Bergmann, Rudolf Kraus und Heiner Priefling. Dieses 65-jährige Bestehen wollten die Pfadfinderschaft Schnaittenbach eigentlich 2020 feiern, doch die Corona-Pandemie kam dazwischen. Vorstandsmitglied Daniel Biller aus der Vorstandschaft setzte sich anlässlich des runden Geburtstags jedoch mit der Geschichte der Pfadfinder auseinander und zeigte deren Entwicklung auf. Chronik und alte Aufzeichnungen dienten ihm als Informationsquellen.

Die Unterlagen zeigen laut Biller, dass es mit den Pfadfindern in Schnaittenbach anfangs schnell aufwärts ging. Kooperator Blüml schaffte es schon kurz nach der Gründung, weitere Mitglieder zu gewinnen. Die Burschen der ersten Stunde setzten sich unter dem neuen Stammesführer Günter Rom hoch motiviert für den Aufbau des Pfadfinderstamms ein.

Die erste Fahrt, die mit den Fahrrädern in die Heimat des damaligen Kuraten Hermann Blüml nach Falkenstein führte, stieß bei den Teilnehmern auf große Begeisterung. Dieses schöne Erlebnis hatte zur Folge, dass sich viele weitere Jugendliche dieser Gemeinschaft anschließen wollten. Seitdem steht jedes Jahr im Sommer ein Zeltlager auf dem Programm. Ziele waren Johannisthal bei Windischeschenbach, Kauerlach in Mittelfranken, Schwarzach, Würzburg, Starnberg, Rothenburg ob der Tauber, das Fichtelgebirge und das Altmühltal, aber auch Orte in Dänemark, Österreich und der Schweiz.

Gemeinsame Freizeitgestaltung wöchentlich und in den Ferien zu Hause, Aktionen mit sozialem Hintergrund sowie Fahrten und Ausflüge führten zu einer großen Kameradschaft unter den Pfadfindern. Mittlerweile zählt die Gemeinschaft 270 aktive und passive Mitglieder. Nicht nur wegen der anspruchsvollen Jugendarbeit und der Mitarbeit in der Pfarrei, sondern auch wegen verschiedener kultureller Angebote und sozialer Aktionen gelten die Pfadfinder in der Stadt als Institution. In der Führung des Stammes gab es in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Wechsel gegeben – "ein eindeutig positiver Aspekt, denn somit ist stetiger Fortschritt und Fortlauf gewährleistet“, stellt Daniel Biller fest.

Aktuell setzt sich die Stammesleitung aus den Vorsitzenden Kim Ruhnau und Lukas Donhauser sowie Stadtpfarrer Josef Irlbacher als Kurat zusammen. Dass die Schnaittenbacher Pfadfinder gut aufgestellt sind, hat mit der starken Rover- und Leiterrunde zu tun, die alljährlich ein attraktives Programm auf die Beine stellt, das auch dem Sinn des Pfadfindertums gerecht wird. Im vergangenen Jahr musste aber Pandemie-bedingt das Programm fast gänzlich gestrichen werden, beispielsweise fiel auch das Auslandslager in den Niederlanden dem Virus zum Opfer. Größtes Problem ist nun, dass die Gemeinschaft bezüglich der Gruppenneueröffnung komplett hinterherhängt. Deshalb hofft die Pfadfinder, heuer nicht erneut durch eine Corona-bedingte Zwangspause lahmgelegt zu werden. Wie viele andere Vereine und kulturelle Einrichtungen auch, hat die Gruppierung nicht nur Angst vor einem Mitgliederschwund, sondern auch vor wegbrechenden Einnahmen durch den Ausfall von Veranstaltungen, denn die laufenden Kosten etwa für die Pflege des Vereinsheims könne man nicht auf Eis legen.

Dennoch blickt die Pfadfinderschaft zuversichtlich und voller Tatendrang in die Zukunft. Derzeit arbeitet man an der Einrichtung eines musealen Raums im Vereinsheim, um die Historie des Stammes zu bewahren. Dafür benötigt man allerlei nostalgische Sachen wie Aufnäher, Halstücher und Fahrtenhemden, aber auch Feldgeschirr oder alte Bilder und Schriftstücke. Deshalb bittet Lukas Donhauser alle ehemaligen, aber auch die aktiven Mitglieder, ihre privaten Archive danach zu durchstöbern. Die Fundstücke können kontaktlos in den Postkasten am Bischof-Rosner-Platz eingeworfen werden.

Kinder haben bei Pfadfindern Mitspracherecht

Schnaittenbach
Zu den Höhepunkten im Schnaittenbacher Pfadfinderleben zählen die Ausflüge in den Sommerferien.
Die Feldmesse unter dem Lagerkreuz ist der Höhepunkt eines jeden Zeltlagers der Pfadfinder, zu dem auch die Eltern eingeladen sind.
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