17.05.2021 - 10:11 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Schnaittenbacher SPD-Stadtratsfraktion will E-Ladesäule in der Stadt

Da die Zahl der E-Fahrzeuge in der Region steigt, fordert die SPD-Fraktion mit (von links) Gerald Dagner, Daniel Hutzler, Reinhold Strobl, Uwe Bergmann und Christian Hartmann in Schnaittenbach die Einrichtung einer E-Ladesäule, wie sie in Hirschau am Freizeitpark Monte Kaolino existiert.
von Werner SchulzProfil

Nachdem Schnaittenbach wohl als einzige Kommune im Landkreis noch über keinerlei öffentliche Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge verfügt, stellte die SPD-Stadtratsfraktion einen Antrag auf Errichtung einer E-Ladesäule. Fraktionsvorsitzender Daniel Hutzler erläuterte, dass die CWU-Fraktion kürzlich einen Antrag auf Errichtung einer E-Ladesäule in Kemnath im Zuge der Dorferneuerung gestellt hat. Dieser sei aber wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit dort seitens der Stadt nicht weiterverfolgt worden. Deshalb habe die SPD-Fraktion, vertreten durch Zweitem Bürgermeister Uwe Bergmann, Kontakt mit dem Betreiber des Bürgerwindrads in Döswitz, der Firma Wust – Wind & Sonne aufgenommen. Diese unterhalte bereits eine Ladesäule in Edelsfeld und Großbardorf. Die Firma zeigte sich laut Hutzler durchaus aufgeschlossen, eine solche Ladesäule auch in Schnaittenbach zu betreiben. Sie bevorzuge einen Standort an einer Durchgangsstraße, an dem zwei Parkplätze für Elektrofahrzeuge jederzeit freigehalten werden könnten.

Uwe Bergmann informierte, dass die Firma Wust Bedingungen für eine Installation genannt habe. Die Stadt müsste die Beschilderung, den Erdbau (Fundament, Kabelgraben) und einen Investitionskostenzuschuss von 2500 Euro übernehmen. Die Firma würde die Projektierung, den Netzanschluss, die Errichtung der Ladesäule und den Betrieb inklusive aller Betriebskosten übernehmen. Der Strom käme vom regionalen Stromanbieter Regio Grünstrom. „Wir sollten dahingehend vorankommen. Schließlich will auch Ministerpräsident Söder die E-Mobilität beschleunigen und spätestens ab 2035 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zulassen“, forderte Bergmann.

Stadtrat Gerald Dagner führte aus, dass die Anzahl der neu zugelassenen Pkw mit reinem Elektroantrieb im Jahr 2020 um 206 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei. Die E-Mobilität sei in der Mitte der mobilen Gesellschaft angekommen. Positive Nutzererfahrungen, verlässliche Technologien und ein wachsendes Angebot erleichterten den Umstieg in die E-Mobilität, zeigte sich Dagner sicher. Bei einem anhaltenden Zulassungstrend der Fahrzeuge mit E-Antrieben könne das von der Bundesregierung formulierte Ziel von sieben bis zehn Millionen zugelassenen E-Fahrzeugen in Deutschland bis 2030 erreicht werden. Notwendig sei dazu aber ein weiterer Ausbau der Lademöglichkeiten, so Dagner.

Stadtrat Reinhold Strobl bezog sich auf die kürzlich höchstrichterliche Kritik des Bundesverfassungsgerichts am deutschen Klimaschutz. Bayern wolle dabei nun als Vorreiter bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein und bis 2030 den Ausstoß der Klimagase um mindestens 65 Prozent reduzieren. Er warb an dieser Stelle auch für heimische Photovoltaik-Anlagen, die kostengünstig die Energie für E-Fahrzeuge liefern könnten. Stadtrat Christian Hartmann forderte, dass auch die Stadt Schnaittenbach ihren Beitrag zur E-Mobilität leisten müsse. Eventuell sei dabei eine öffentliche Lademöglichkeit für E-Bikes mit ins Auge zu fassen. Deshalb beantragte man einen Austausch und die Vorstellung des Ladesäulen-Konzepts mit und durch die Firma Wust im Stadtrat, verbunden mit einem anschließenden Beschluss über die Errichtung einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge.

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