Ein sechsjähriger Junge ist am Samstag bei einem Badeausflug im Naturbad Schnaittenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) untergegangen. Das Kind, das nicht schwimmen konnte, wurde noch reanimiert, starb dann aber später im Krankenhaus. Der Sechsjährige war nach Auskunft der Polizei am Samstag gemeinsam mit seinen Eltern und einer weiteren Familie im Naturbad Schnaittenbach.
"Am späten Nachmittag ging das Kind nach ersten Erkenntnissen unbeaufsichtigt in das Wasser, obwohl es nicht schwimmen konnte", heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums zu diesem tragischen Unfall. Noch sei nicht geklärt, wie es dazu kam, dass sich der Bub selbstständig machte und ins Wasser stieg.
Zwei Kinder holen Hilfe
Zwei Kinder machten den Bademeister darauf aufmerksam, dass der Sechsjährige bewegungslos im Wasser lag. Die Bade-Aufsicht holte den Buben an Land und begann mit einem zufällig anwesenden Arzt umgehend mit Reanimationsmaßnahmen. Mit einem Rettungshubschrauber wurde der Junge dann in ein Krankenhaus geflogen. "Dort verstarb das Kind trotz weiterer Reanimationsversuche", teilt das Polizeipräsidium mit.
Die Kriminalpolizei Amberg sucht nun Zeugen – Besucher des Naturbads, denen im Zusammenhang mit diesem Badeunfall etwas aufgefallen ist. Sie sind aufgerufen, sich bei der Kriminalpolizei Amberg (09621/8900) oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Insbesondere werden die Ersthelfer sowie die beiden etwa sechs- bis siebenjährigen Kinder gesucht, die den Buben bewegungslos im Wasser entdeckt hatten.
Erinnerung an 2021
Der tödliche Badeunfall in Schnaittenbach ist der erste im Raum Amberg-Sulzbach in diesem Jahr, wie eine Nachfrage bei der Amberger Polizei ergab. Solche Unfälle seien glücklicherweise selten in der Region, sagte Pressesprecher Dominik Lehmeier – wohl auch, weil es in Amberg-Sulzbach wenige Badweiher gebe.
Allerdings ist im August 2021 ein 13-Jähriger im Amberger Hockermühlbad tödlich verunglückt: Der Junge war vom Sprungturm in das Springerbecken gesprungen und wenig später reglos am Boden des Beckens entdeckt worden. Auch er wurde damals sofort reanimiert, verstarb aber kurze Zeit später im Krankenhaus.
Die Polizei gibt in diesem Zusammenhang folgende Ratschläge für einen sicheren Badeausflug:
- Gehen Sie niemals ins Wasser, wenn Sie sich nicht absolut sicher in der Tiefe und den Bedingungen des Gewässers bewegen können
- Vorsicht bei fließenden Gewässern: Sie bergen auch für erfahrene Schwimmer Gefahren und sollten nur außerhalb des Strömungsbereichs genutzt werden
- Auch bei warmer Luft kann die Wassertemperatur zu einem Kälteschock führen, der körperliche Reaktionen wie Atemnot auslöst
- Niemals allein baden: Suchen Sie zum Schwimmen immer Orte auf, an denen im Notfall Hilfe schnell verfügbar ist
- Aufsichtspflicht beachten: Kinder und Jugendliche dürfen niemals ohne direkte Aufsicht eines Erwachsenen in der Nähe von Gewässern spielen
- Schnelle Hilfe leisten: Bei scheinbar ertrinkenden Personen Unbeteiligte dazuholen, den Notruf wählen und möglichst von Land Hilfe leisten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen













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