04.04.2019 - 16:03 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Wildschweine werden allmählich zur Plage

Es tut sich was in den Jagdrevieren: Rebhühner und ein Fasan wurden gesichtet, Fischotter, Biber hätten extreme Schäden angerichtet, berichten die Jagdpächter. Marderhund und Waschbär sind jetzt auch im Schnaittenbacher Raum anzutreffen.

Sie stehen in den nächsten fünf Jahren an der Spitze der Jagdgenossenschaft, von rechts nach links 2. Jagdvorsteher Martin Nagler, Schriftführer Stefan Reindl, Beisitzer Herbert Grosch, Jagdvorsteher Georg Hirsch, Kassenrevisor Hans Siegert, Kassier Gerhard Dobmeier, Kassenrevisor Christian Müller und Bürgermeister Sepp Reindl.
von Autor SHProfil

In der Führungsspitze der Schnaittenbacher Jagdgenossenschaft bleibt alles beim Alten. Der langjährige, verdiente Jagdvorsteher Georg Hirsch wurde bei der Jahreshauptversammlung einstimmig im Amt bestätigt, genauso wie Martin Nagler als sein Stellvertreter. Insgesamt 51 stimmberechtigte Jagdgenossen mit 710,8 Hektar jagdbarer Fläche erlebten mit Bürgermeister Sepp Reindl und den Jagdpächtern Josef Hirsch, Herbert Fiebak, Hans und Andi Weiß sowie Josef Strobl und Thomas Brinster eine reibungslos verlaufende Jahreshauptversammlung in der vollen Gastwirtschaft Saller.

Georg Hirsch, zwischenzeitlich seit insgesamt 45 Jahren, davon 30 Jahre, als Jagdvorstand und 15 Jahre als Stellvertreter, an der Spitze der Schnaittenbacher Jagdgenossen, bilanzierte ein zwar arbeitsreiches aber doch ruhig verlaufenes Jagdjahr 2018. Er lobte das problemlose Miteinander von Vorstand, Jagdgenossen und Jagdpächter. Der Schwerpunkt lag wieder im Unterhalt von land- und forstwirtschaftlichen Wegen mit einigen Tausend Euro an Investitionen, während die Reparaturprobleme beim umfangreichen Maschinenpark zurückgegangen seien.

Vegetation, Naturverjüngung, waldbauliche Maßnahmen und Wild im Buchbergwald waren Themen der 14. Exkursion im Revier Schnaittenbach-West, an der sich eine Rekordzahl von über 40 Jagdgenossen beteiligte. Weitere Arbeitsfelder waren eine Wegbegehung mit dem städtischen Bauamt, Verbissgutachten, Aufstellung der Abschussplanung und neue Datenschutzverordnung.

Kassier Gerhard Dobmeier berichtete von einer weiterhin geordneten Kassen- und Finanzlage mit 7300 Euro Gesamtausgaben im Jahr 2018. Der Unterhalt der land- und forstwirtschaftlichen Wege belief sich auf 4860 Euro, wobei sich die Stadt finanziell mit etwa 1800 Euro beteiligte. An zwei Jagdgenossen und an das Forstamt wurden antragsgemäß der Jagdpachtschilling ausbezahlt. Nachdem die Revisoren Hans Siegert und Georg Strobl einwandfreie Kassenführung bescheinigten, wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Zustimmung fand der Antrag der Jagdpächter Josef Hirsch und Herbert Fiebak auf Verlängerung der Jagdpacht im Revier Schnaittenbach-Forst. Dieses Revier wird künftig nicht mehr als Hochwild-, sondern als Niederwildrevier eingestuft. Die Jagdpacht wurde preislich etwas reduziert und, auch was die Übernahme eines Teils der Wildschäden durch die Jagdgenossenschaft anbelangt, den anderen Revieren in Schnaittenbach angeglichen.

Beibehalten wird das traditionelle jährliche Rehessen für die Landfrauen, das die Jagdpächter finanzieren. Mitpächter Herbert Fiebak bestätigte, dass der Rehwildabschuss erfüllt wurde. Im Revier Ost wurden vermehrt Rebhühner festgestellt und auch ein Fasan. Fischotter, Biber usw. hätten extreme Schäden angerichtet. Dachs, Marderhund und Waschbär seien auch im Schnaittenbacher Raum anzutreffen.

Die Wildsauplage stelle laut Herbert Fiebak nach wie vor ein großes Problem dar, was von Pächter Hans Weiß untermauert wurde. Die Wildschweine kommen vor allem aus dem Staatswald im Rohrweiher. Obwohl der Abschuss immer schwieriger werde, müsse der Schwarzwildjagd Priorität eingeräumt werden, auch seitens des Forstamts. Um das Ausmähen und damit das Töten oder Verletzen von Rehkitzen im Frühjahr zu vermeiden, werden, so Pächter Strobl, in Absprache mit den Landwirten Scheuchen aufgestellt, was sich bewährt habe.

Bürgermeister Sepp Reindl zollte der Jagdgenossenschaft Dank und Anerkennung für gute Zusammenarbeit mit dem Jagdvorstand. Die Stadt werde sich, wie in der Vergangenheit, mit 30 Prozent am Wegeunterhalt beteiligen. Außerdem verbleibe der städtische Jagdpachtschilling wieder in der Jagdkasse. Wegen geplanter Ausdehnung der Kaolinabbauflächen werde die Firma AKW-Kick beim Ostfeld II im Frühjahr einen weiteren Wirtschaftsweg mit über 200 000 Euro Investitionskosten anlegen. Für 2019 seien geplant: Fortführung des Jagdkatasters, Waldbegehung im Staatswald, Anlegung von Blühstreifen nach Absprache mit der Stadt.

Einstimmig genehmigte die Versammlung den Haushaltsplan 2019 mit einem Umfang von etwas über 9000 Euro. Größere Posten sind mit ca. 5000 Euro Wegebauausgaben und mit ca. 1500 Euro Maschinenunterhalt. Das restlich Geld wird der Rücklage zugeführt.

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Jagdvorsteher Georg Hirsch, Stellvertreter Georg Nagler, Kassier Gerhard Dobmeier, Schriftführer Stefan Reindl, Beisitzer Herbert Grosch und Richard Wagner, Kassenrevisoren Hans Siegert und Christian Müller. Hirsch verabschiedete die langjährige Schriftführerin Anneliese Weiß und kündigte aus Altersgründen einen Generationswechsel beim Jagdvorstand in fünf Jahren an.

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