11.12.2018 - 19:37 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Schnellkraft und Reichweite

Zwei Dinge gehen uns durch den Kopf: Die Werbung für einen Schokoriegel und das Gloria aus der Schubert-Messe. Was hat das mit einem Elektro-Auto zu tun?

Kia Niro Elektroauto
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Nun, zum einen ist da die Rekuperation, die - wie einst in der Marsreklame - verbrauchte Energie sofort zurück bringt. Nicht nur beim Verzögern, sondern auch in Kurven und im Stadtverkehr. Und da ist die Zeile "Staunen nur kann ich und staunend mich freu'n", wenn wir mit dem Kia Niro - und um den geht es hier - durch die Kurven düsen. Während sich deutsche Hersteller zaghaft der Elektromobilität annähern, hauen die Koreaner ein Ding nach dem anderen raus. Allein vom Niro, einem 4,38 Meter langen SUV, hat Kia drei E-Varianten im Portfolio: Einen Hybrid (Verbrenner lädt den Elektromotor mit), einen Plugin-Hybrid (Verbrenner plus Akku für Steckdosen aller Art) und den jetzt gezeigten e-Niro, ein rein batterieelektrisches Fahrzeug. Der Hammer: die Reichweite von WLTP-geprüften 455 Kilometern. Damit kommen sehr wahrscheinlich viele Menschen aus. Der Kofferraum fasst 451 Liter, der Wagen kann einen Hänger mit bis zu 1,3 Tonnen ziehen, und er hat sämtliche Assistenten verfügbar. Mit der 64-Kilowattstunden-Batterie leistet der e-Niro 204 PS. Es gibt noch einen kleineren mit 136 PS, 289 Kilometern Reichweite und 39,2 kWh Akku-Kapazität.

Ja, wir lassen uns erstmals bei einer Testfahrt einweisen. Vor allem die beiden Paddel rechts und links des Lenkrads sind dem Instruktor ein paar Bemerkungen wert: Links ziehen erhöht die Rekuperationsstufe von null bis drei, rechts ziehen bewirkt das Gegenteil. Lange links ziehen bremst das Auto bis zum Stillstand ab. Falsch: Verzögert es, denn die Fußbremse braucht der geübte Rekuperator nicht. Lange rechts ziehen schaltet in den Automatikmodus, der den Verkehr analysiert und energiesparend handelt. Staunen also, aber warum sich "freu'n"?

Ach ja, diese Schnellkraft

Weil der e-Niro tierisch Spaß macht. Zum einen wegen der bekannten Schnellkraft (Achtung, Wortspiel!) aller E-Autos, die fasziniert, zum anderen aber wegen des Spiel mit den Paddeln. Und das geht so: Du fährst eine kurvenreiche Strecke, sagen wir mal an der Côte d'Azur zwischen Nizza und Frejus. Zwischen den Kurven gibst du "Gas", und in die Kurven würdest du hineinbremsen, um dann wieder herauszubeschleunigen. Und nun? Rekuperierst du, als wären die Paddel die Rauf- und Runterschalter eines Sportwagens. Ist die richtige Stufe einmal gewählt, beginnt ein Tanz um die Kurven, dass das Autofahrerherz lacht. Man hört nicht nichts, denn Wind- und Abrollgeräusche gibt's auch im Elektromobil. Unter 25km/h allerdings macht der Kia sphärische Geräusche, um Fußgänger zu warnen.

Ladezeit von 20 auf 80 Prozent des Akkus an der 2,7-kW-Haushaltssteckdose: 18 Stunden, an der 7,2-kW-Wallbox: knapp sechs Stunden und am 100-kW- Schnelllader: 42 Minuten. Das kostet der Spaß: Mit der kleinen Batterie: zwischen 34 290 und 40 290 Euro, mit der großen Batterie: zwischen 38 090 und 44 790 Euro. Die staatliche Förderung von 4380 Euro geht da noch weg. Kia gibt auch auf dieses Auto und die Batterie sieben Jahre Garantie. Am 6. April wird der e-Niro beim Händler eingeführt.

Video: Ein Oberpfälzer erklärt den Kia e-Niro

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