14.05.2019 - 16:51 Uhr
SchönseeOberpfalz

Günther Irlbacher im Klima-Dialog mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier

Klimaschutz ist in aller Munde. Welche Pionierarbeit 37 deutsche Firmen in Sachen Kohlendioxid-Einsparung leisten, schildert das "Netzwerk Klimaschutz" Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Am Tisch sitzt auch ein Unternehmer aus Schönsee.

Im Dialog mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (weißes Hemd, Dritter von links) saßen Repräsentanten von Mitgliedern des Netzwerks „Klimaschutz Unternehmen“ am Konferenztisch im Bundeswirtschaftsministerium. Darunter auch Günther Irlbacher (Vierter von rechts), einer der Geschäfstführer der „Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH“.
von Hans EibauerProfil

Günther Irlbacher, einer der Geschäftsführer der Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH, schilderte im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin, wie sich durch Kraft-Wärme-Koppelung erheblich CO₂ (Kohlendioxid) reduzieren lässt. Dies tat er im Verbund mit dem Netzwerk "Klimaschutz Unternehmen e.V.", in dem sich 37 kleine, mittlere und große Unternehmen zusammengeschlossen haben, um ihre Pionierarbeit in Sachen Kohlendioxid-Reduzierung bekannter zu machen.

In der bundesweiten und branchenübergreifenden Initiative engagiert sich seit Jahren auch das Schönseer Unternehmen Irlbacher: „Aus dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch im Netzwerk habe ich für die Umsetzung unserer technologischen Konzepte für Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sehr viel mitnehmen können", berichtete Geschäftsführer Günther Irlbacher. Beim Termin im Ministerium ging es unter anderem darum, dass die aktuell diskutierte Novellierung des Energie-Einspeise-Gesetzes (EEG) nicht jene Wege zur CO₂-Einsparung verbaut, die der Schönseer Betrieb, die Mitgliedsunternehmen im Netzwerk und weitere Firmen eingeschlagen haben. Diese haben dabei auf Systeme zur Kraft-Wärme-Kopplung auf der Ebene unter einem Megawatt gesetzt.

Günther Irlbacher arbeitet seit Jahren daran, auf die Bedürfnisse des Unternehmens maßgeschneiderte Lösungen mit eigenem Know-how, mit weiteren Spezialisten und in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Stephan Beer (OTH Amberg-Weiden) zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht für das Schönseer Unternehmen, dass sich die Investition in die KWK mit hocheffizienter Abwärmenutzung aus dem Abgasstrom und einer damit verbundenen sehr teuren Trockenofenentwicklung rechnet. Mit der installierten Wärmeträgeranlage mit Thermalöl im Kreislauf ließen sich die Stromkosten im Betriebsablauf deutlich senken, so Irlbacher. Jegliches Prozent an Erhöhung der EEG-Umlage ließe das KWK-Projekt – sowohl im Schönseer Betrieb als auch bei anderen Unternehmen mit ähnlichen Anlagen – unwirtschaftlich werden.

Im Gespräch mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier betonte Irlbacher die "klimafreundliche Vorreiter-Rolle" durch die sieben Millionen Euro teuere KWK-Anlage, zugleich sei im vergangenen Jahr noch der Bau einer 12,5 Kilometer langen Erdgasleistung mit 600 000 Euro Eigenleistung mitfinanziert worden. Er bat darum, diese Investition durch die diskutierte Erhöhung der EEG-Umlage nicht zu bestrafen. Diese Argumentation konnte der Wirtschaftsminister nachvollziehen. Altmaier nahm sich eineinhalb Stunden Zeit, um von Wolfgang Saam, Geschäftsführer des Vereins „Klimaschutz Unternehmen“, und neun Mitgliedsbetrieben aus verschiedenen Branchen zu hören, wie die Unternehmen des Netzwerks, darunter Ikea, Viessmann und eben auch Irlbacher Blickpunkt Glas den Klimaschutz angehen, und welche Forderungen und Angebote sie an die Politik richten.

Einsatz um Klimaschutzziele:

Zur Reduzierung von Kohlendioxid setzt das Unternehmen Irlbacher auf hocheffiziente Abwärmenutzung und interne Rückgewinnung. Unter anderem wurde in Zusammenarbeit mit Professor Stephan Beer (OTH Amberg-Weiden) ein Thermalöltrockner entwickelt.

Mit seinen Überlegungen möchte das Unternehmen Irlbacher Blickpunkt Glas für den „Paradigmenwechsel des Energiesystems“ gewappnet sein. Dabei kommt Strom immer häufiger nicht aus dem Netz, sondern vom Dach oder lokalen Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Desweiteren soll Energie in Zukunft an der Stelle erzeugt werden, wo sie auch verbraucht wird. Die Erzeugung sollte sich in erster Linie nach dem Verbrauch richten. Durch dieses Vorgehen werde das Stromverteilnetz nicht durch Verbrauchslasten an die Kapazitätsgrenze gebracht. (eib)

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