22.08.2021 - 10:51 Uhr
SchönseeOberpfalz

Harter Gneis und matschiger Boden: Staatsstraße bei Schönsee erfordert Geduld

Auch wenn die Hälfte der Ausbaustrecke zwischen Gaisthal und Schönsee ab 24. August asphaltiert wird, dauert es noch Monate, bis der Verkehr auf der neuen Staatsstraße 2159 rollt. Regen und der extrem harte Gneis erfordern eine Zugabe.

In Teilen ist das neue Niveau der Staatsstraße zwischen Gaisthal und Schönsee hergestellt. Im Tal des Agnesbaches trafen sich Projektleiter Eduard Gleich (von links) und Manfred Dirscherl (Bauüberwachung) vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach mit Bauleiter Matthias Vogl und Polier Norbert Betz.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Der Ausbau der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee im 2,7 Kilometer langen Abschnitt Rosenhof-Muggenthal geht voran. Nächste Woche starten die ersten Asphaltierungsarbeiten auf rund 1,4 Kilometern von beiden Seiten der Trasse. Auch wenn das Straßenniveau größtenteils erreicht ist, läuft der Straßenbau (Erdarbeiten und Entwässerung) in drei verbleibenden Abschnitten weiter. Dazu muss auf rund 400 Metern noch die Wasserleitung im Auftrag der Stadt Schönsee verlegt werden.

Nach dem Start im Jahr 2018, mit dem Brückenbau im Muggenthal, ist mit geringer zeitlicher Verzögerung ein Ende der Großbaustelle in Sicht: Ab Mitte Dezember 2021 – geplant war Ende November – soll der Verkehr wieder rollen. Der lange Winter mit Schneefällen bis in den April hinein sowie ein verregneter Sommer bremsten etwas aus.

Sprengungen dauern an

Auch das felsige Mittelgebirge stellt für das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach kein Tagesgeschäft dar. „Die Erkundungsbohrungen lieferten nur einen Anhaltspunkt“, stellt Projektleiter Eduard Gleich am Donnerstag nach dem Baustellen-Jour-Fix im Gespräch mit der Oberpfalz-Medien-Redaktion fest. Und er ergänzt: „Der Gneis ist extrem hart und schwierig zu lösen.“ Dies gelte auch für den Rohrgraben, nachdem der neue Straßenverlauf überwiegend im Geländeabtrag hergestellt wird. „Wir haben erst gestern wieder gesprengt“, stellt Matthias Vogl, Bauleiter der Firma Seebauer Tiefbau GmbH fest. Und dies sei bei weitem noch nicht das Ende. Auf beiden Seiten der Trasse warten Beton- und Kunststoffrohre auf den Einbau, während die Bagger Steine und Erdreich auf die Lkws befördern. Polier Norbert Betz runzelt die Stirn angesichts der aufziehenden dunklen Wolken und blickt mit Sorge auf die vielen Pfützen im matschigen Lehmboden. „Wir müssen beim Aufbau immer wieder von vorne anfangen.“

Manfred Dirscherl aus dem nahen Weiding, der als Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts für die Bauüberwachung zuständig ist, kennt die Witterungsbedingungen nur zu gut: „Hier im Tal ist es immer einige Grad kälter als oben in Preißhof.“ Aber er ist zuversichtlich: „Auf rund 85 Prozent der Strecke haben wir das Straßenniveau erreicht.“ Auch der Bayerisch-böhmische Freundschaftweg, der ab dem Viadukt bis hoch zum Muggenthal künftig nicht mehr auf dem ehemaligen Bahngleis verläuft, wird bereits neben der neuen Straße mitgeführt.

Drahtgeflecht am Felsen

Der Durchstich am Naturdenkmal Lenkenhammer mit Aufweitung des Felseinschnitts ist mittlerweile mit drei Meter langen Ankern und einem Drahtnetz gesichert. Große Felsbrocken sind mit einem extra stabilen Geflecht überzogen. Der Blick fällt auf die zwei Mitarbeiter der österreichischen Firma Kaim, die ein Stück entfernt am steilen Hang kraxeln und dort im Auftrag der Firma Seebauer die Hangsicherung vornehmen. „Der Waldrand wird unterpflanzt“, erklärt Projektleiter Eduard Gleich. Damit werde die Schneise windsicherer gemacht.

Der neue Straßenverlauf zieht sich mitten durch das Tal hinunter zum Agnesbach und weiter bis zum Ende der Ausbaustrecke bei Rosenhof. Dazwischen liegt das Anwesen Ruhland im Rosenthal. Hier wurde die Stützmauer abgetragen und die Straße 2,80 Meter tiefer gelegt. „Außerdem rückt die Fahrbahn zwei Meter weiter vom Haus weg“, erklärt Polier Norbert Betz. In diesem Abschnitt sind die Baumaschinen aktuell noch stark gefordert.

Dagegen ist mittlerweile der Frostschutz (60 Zentimeter) auf rund 1,4 Kilometern der insgesamt 2,7 Kilometer langen Ausbautrasse bereits aufgebracht. Bevor hier am Dienstag, 24. August, die Asphaltierer anrücken, muss das Vermessungsteam den Fahrdraht an den Messpunkten im Abstand von zehn Metern justieren. Ende August sollen dann drei Teilbereiche der Strecke mit der 16 Zentimeter hohen Tragschicht versehen sein. Wenn die Bauarbeiten wie geplant vorangehen, kann Ende November die Deckschicht (vier Zentimeter) auf der gesamten Trasse aufgebracht werden. Geplant ist, dass Mitte Dezember der Verkehr wieder zwischen Gaisthal und Schönsee rollt. Nach dann rund neuneinhalb Monaten Umleitung wird das Ende der Straßensperrung von vielen Bürgern sehnlichst erwartet.

Ausbau der Staatsstraße 2159 startet durch

Schönsee

Sprengung auf der Staatsstraße 2159 Schönsee-Gaisthal

Schönsee

Naturschutz beim Ausbau der Staatsstraße 2159 Schönsee-Gaisthal

Schönsee

"Der Gneis ist extrem hart und schwierig zu lösen."

Projektleiter Eduard Gleich vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach

Projektleiter Eduard Gleich vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.