17.07.2020 - 15:15 Uhr
SchönseeOberpfalz

Höchste Auszeichnung des Bezirks für Hans Eibauer aus Schönsee

Für seine Verdienste um die Oberpfalz hat der Schönseer Altbürgermeister Hans Eibauer die Bezirksmedaille erhalten.

Hans Eibauer (Zweiter von rechts) erhielt die höchste Auszeichnung des Bezirks Oberpfalz, die Bezirksmedaille. Richard Gaßner (von links), Kulturreferent des Bezirks, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Irene Träxler, Vorsitzende des Vereins Bavaria Bohemia, und Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling gratulierten.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Eine große Abendveranstaltung, wie sie für die Verleihung von Bezirksmedaillen üblich ist, wollte Hans Eibauer nicht. Und so bekam der umtriebige Oberpfälzer die Medaille im Anschluss an die Bezirkstagsitzung in der Turnhalle des Bezirksklinikums Regensburg am Donnerstagnachmittag überreicht.

Es ist nicht seine erste hohe Auszeichnung. 2015 erhielt Eibauer die Ehrenmedaille des Bundesverdienstkreuzes für seinen Einsatz um den Ausbau der grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen Bayern und Böhmen. Nun wurden seine Verdienste speziell für die Oberpfalz gewürdigt. Bezirkstagspräsident Franz Löffler bezeichnete Eibauer als „außergewöhnliche Persönlichkeit“, dessen kulturelle Aktivitäten früh begannen. In seiner Studentenzeit habe Eibauer einen nicht mehr genutzten Stall in Dietersdorf in eine Diskothek umgewandelt. 1972 habe er es geschafft, die „Scorpions“ mit einem klapprigen Bus und 600 Mark Gage zu einem Festival in die östliche Oberpfalz zu locken. „Das bringt nur der Hans Eibauer zusammen“, meinte Löffler.

Es blieb nicht beim kulturellen Engagement. Von 1975 bis 2008 war Eibauer (CSU) Bürgermeister von Schönsee. Bei seinem Amtsantritt war er mit 27 Jahren der jüngste, zum Ende der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis Schwandorf. „In all der Zeit war es Ihnen besonders wichtig, Schönsee weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen“, sagte Löffler. Er nannte die Stadtsanierung, die Verbesserung der Infrastruktur in den Ortsteilen und den Tourismus als Eckpfeiler von Eibauers Arbeit.

Frühzeitig habe der Geehrte die Chancen der Grenzöffnung 1989/90 erkannt, durch die Schönsee von der einstigen Randlage am Eisernen Vorhang in den Mittelpunkt Europas rückte. „Mit Beharrlichkeit, Kreativität und Unternehmergeist gelang es Ihnen, aus Schönsee einen Dreh- und Angelpunkt der grenzüberschreitenden kulturellen Zusammenarbeit zu machen.“ Eibauers Hauptwerk ist die Errichtung des „Centrum Bavaria Bohemia“ (CeBB) als grenzüberschreitendes Kulturzentrum im ehemaligen Kommunalbrauhaus. Von 2008 bis 2017 war er selbst hauptamtlicher Projektleiter des CeBB, 200 000 Gäste besuchten das Haus in dieser Zeit. Auch nach dem Zurücktreten aus der ersten Reihe sei Eibauer dem Zentrum in vielfältiger Weise verbunden, sagte Löffler.

Im Jahr 2017 sind im CeBB die Weichen für die Nachfolge von Hans Eibauer gestellt worden

Der Bezirkstagspräsident beschrieb Eibauer als einen „wahren Brückenbauer zwischen der Oberpfalz und Tschechien“. Er habe Vorurteile abgebaut, die Gemeinsamkeiten der Menschen beiderseits der Grenze herausgestellt und den europäischen Gedanken in der Region verwirklicht. Eibauer habe früh und oft die Hand gereicht und die von tschechischer Seite entgegengestreckte Hand voller Überzeugung ergriffen. Dazu passe nicht ganz, dass die Verleihung nun gerade in eine Zeit ohne Händereichen falle. Wegen der Corona-Regeln fiel die kleine Feierlichkeit eher schlicht aus. Die Bezirksräte durften sich selbst ein Glas Sekt zum Anstoßen holen, sollten dann aber an ihren zugewiesenen Plätzen bleiben.

„Ich freue mich riesig“, sagte Eibauer zu der Auszeichnung. Er dankte allen, die in den vergangenen Jahrzehnten daran mitgewirkt haben, dass die Oberpfalz ein offener Ort für die Nachbarn aus Tschechien wird. Die jüngste coronabedingte Grenzschließung habe die Beziehungen zurückgeworfen, gab er zu bedenken. Umso wichtiger sei es jetzt, Schritte zu tun, „um diese Grenze aus dem Kopf zu kriegen“.

Hintergrund:

Die Auszeichnung

Die Bezirksmedaille ist die höchste Auszeichnung, die der Bezirk Oberpfalz zu vergeben hat. Sie wird seit 1977 in unregelmäßigen Abständen an Bürger verliehen, die sich um den Bezirk besonders verdient gemacht haben. Die Zahl der lebenden Bezirksmedaillenträger darf 50 nicht überschreiten.

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