14.05.2020 - 13:57 Uhr
SchönseeOberpfalz

Land Art macht den Anfang

Seit Montag ist die Tür des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) endlich wieder offen. Die geschlossene Grenze trifft grenzüberschreitende Initiativen und Partnerschaften besonders hart.

Nach 8 Wochen geschlossener Tür soll eine Fotoausstellung das Publikum wieder ins CeBB locken. CeBB-Leiterin Veronika Hofinger (rechts) und Mitarbeiterin Ivana Danisch präsentieren den Ausstellungskatalog
von Hans EibauerProfil

"Die Rückkehr zum Normalbetrieb wird dauern, nicht nur von den Terminen her, sondern auch bei den Kulturschaffenden, bei den Gästen und im Team", sagt Dr. Veronika Hofinger, Leiterin des CeBB, als sie mit dem wegen Homeoffice ausgedünntem Team vor Ort die Lage bespricht. Bei 80 Corona bedingten Veranstaltungsabsagen muss ständig umdisponiert werden. Bis die erste Veranstaltung im CeBB, ob Vernissage, Lesung, Tschechisch-Crashkurs, Kulturtour oder Konferenz wieder stattfinden kann, wird auf Online-Angebote und den individuellen Besuch gesetzt.

Ein guter Grund, nach zweimonatiger Pause wieder im CeBB vorbeizuschauen, ist die bis Anfang Juni geöffnete fotografische Präsentation des grenzüberschreitenden Land Art Projekts "Verbinden und Zusammenwachsen - von Land zu Land". Deutsche und tschechische Künstler schufen in den letzten zwei Jahren im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts Kunstwerke in der Landschaft rund um die Burg Klenová in Tschechien, auf der Bügellohe bei Schönsee und in der Vilstalaue in Vilseck. Fotos von einem Teil der 16 Kunstwerke sind in den kommenden Wochen in einer Ausstellung zu sehen. Dazu gibt es einen sehr gelungenen Katalog, der die Entstehung aller Arbeiten zeigt und zu Erkundungen der Land Art Kunstwerke in der Natur anregt.

Ein Glücksfall für das CeBB ist die gerade noch rechtzeitig vor die Coronakrise abgeschlossene umfassende Neugestaltung von bbkult.net, dem grenzüberschreitenden und zweisprachigen Internetportal des CeBB. Neben der digitalen Version der Land Art Ausstellung laufen derzeit die Vorbereitungen für Online-Lesungen mit deutschen und tschechischen Schriftstellern in bbkult.net auf Hochtouren. Eine leibhaftige Lesung eines Autors vor Publikum wäre allen lieber, doch Coronazeiten zwingen die Kulturschaffenden zu überbrückenden Experimenten.

In ähnliche Richtung geht der zum Europatag am 9. Mai veröffentlichte Aufruf des CeBB, sich online über bbkult.net mit Wortmeldungen an der Aktion "30x10 für Europa" zu beteiligen. Über 150 Plädoyers von grenzüberschreitend aktiven Persönlichkeiten sind schon veröffentlicht, die gleiche Zahl soll noch dazukommen. "Wir wären froh, wenn sich jetzt im Mai besonders viele Schüler Gedanken machen, welche Vorteile uns offene Grenzen und das gegenseitige grenzüberschreitende Zusammenleben in Europa bringen und ihre Meinung auf bbkult.net äußern," sagt die Projektverantwortliche Veronika Křížková. Susanne Setzer, die seit Jahren die gefragten Kulturtouren zusammen mit Ehrenamtlichen aus dem Vorstand des Trägervereins zu richtiger Blüte gebracht hat, musste vier Touren absagen. Ihre Perspektive ist die Sommerradtour Ende August auf dem Egerradweg mit Abstechern ins Erzgebirge. Sie soll einen hoffentlich uneingeschränkten Kulturtourenherbst einläuten, an dessen Programm schon gefeilt wird.

Teambesprechung mit Abstand und Mundschutz: Nicht so einfach, organisatorisch mit allen Verschiebungen fertig zu werden. Von l.n.r.: Ivana Danisch, David Bender, Veronika Hofinger und Susanne Setzer
Auch in ernsten Corona-Zeiten was zum Schmunzeln: Der Knedl, das Maskottchen für das Projekt "Kulturstadt Bayern-Böhmen" fand seinen Platz am Schreibtisch im CeBB.
Auch in ernsten Corona-Zeiten was zum Schmunzeln: Der Knedl, das Maskottchen für das Projekt "Kulturstadt Bayern-Böhmen" ist bei Ivana Danisch vom CeBB-Team gut aufgehoben
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