18.10.2021 - 17:07 Uhr
SchönseeOberpfalz

Machbarkeitsstudie fällt positiv aus: Seniorenheim im Schönseer Ortskern möglich

Wenn es nach Bürgermeister Reinhard Kreuzer geht, dann verschwinden fünf Leerstände im Herzen von Schönsee. Laut einer Machbarkeitsstudie reicht der Platz für eine Alten- und Pflegeeinrichtung aus. Doch entschieden ist noch lange nichts.

Bürgermeister Reinhard Kreuzer will Leerstände wie diese ehemalige Brauerei im Zentrum von Schönsee beseitigen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

„Jetzt kommt Bewegung in die Sache“, freut sich Bürgermeister Reinhard Kreuzer, „die Einrichtung im Ortskern ist machbar und funktioniert“. Auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien-Redaktion informiert er bezüglich des Sachstandes zur seit Jahren geplanten Alten- und Pflegeeinrichtung in Schönsee. Seit Wechsel an der Stadtspitze im Mai 2020, liegt der vorher anvisierte Standort „Alte Säge“ an der Dietersdorfer Straße auf Eis. Nachdem dieser außerhalb des förmlich festgelegten Sanierungsgebietes in der 2018 eingegangenen städtebaulichen Verpflichtung „Innen statt Außen“ liegt, befürchtet Kreuzer nach Rücksprache mit der Regierung der Oberpfalz „unkalkulierbare finanzielle Risiken“ hinsichtlich erfolgter und anstehender Förderungen.

Beim Ortstermin am teils verfallenen und unansehnlich gewordenen Leerstands-Ensemble zwischen Hauptstraße, Badergasse, Kirchstraße und Pfarrgasse wird deutlich, wie wichtig hier eine Belebung wäre. Doch es hat lange gedauert, bis die vom neuen Stadtrat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur Prüfung des Alternativ-Standortes vorlag. Die Stadträte erlangten zwischenzeitlich in einer nichtöffentlichen Sitzung davon Kenntnis. „Die Meinungen dazu sind aufgrund der Fraktionsbildung gespalten, aber der Großteil sieht es positiv“, berichtet das Stadtoberhaupt.

Die weitere Vorgehensweise entscheidet sich am 10. November. Denn dann ist eine „große Runde“, unter anderem mit der Regierung der Oberpfalz und dem Denkmalamt, terminiert. „Anschließend wird die Bevölkerung eingebunden“, gibt der Bürgermeister die Marschrichtung vor.

15-Millionen-Euro-Projekt

„Die Machbarkeitsstudie ist ziemlich detailgerecht geworden“, bewertet Reinhard Kreuzer den zeitlichen Aufwand. Diesen erklärt er auch mit der Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben in Bezug auf die Größe der Räume und Sanitärbereiche. Laut Studie wären 60 bis 70 Zimmer möglich. Die Kostenschätzung für das Projekt liegt bei 13 bis 15 Millionen Euro. Dabei stehen fünf Leerstände im Visier, die sich ab der Hauptstraße wie verblichene Perlen an einer Kette den Berg hinauf reihen. Markantes Gebäude an der Kreuzung zur Pfarrgasse ist eine ehemalige Brauerei. Die überplanbare Fläche weist knapp 5000 Quadratmeter auf. Das Augenmerk soll laut Kreuzer darauf liegen, dass sich der Neubau in die Kernbebauung einfügt. Die Gebäude links und rechts der Kirchstraße würden im Obergeschoss mit einem eingeglasten Steg, und damit „freien Blick zur Pfarrkirche“ verbunden. Der Innenhof des neuen Ensembles sei als „parkähnliche Situation“ angedacht.

Investoren zeigen Interesse

Aktuell werde versucht, Finanzierungsmodelle zu erarbeiten. Laut Bürgermeister hätten sich bereits interessierte Investoren, zum Teil mit Betreibern, bei der Stadt gemeldet: „Es wird bis zum Ende des Jahres versucht, das Projekt mit Vorverträgen soweit zu regeln, damit 2022 mit großen Schritten vorangegangen werden kann.“

Ein Seniorenheim für Schönsee

Schönsee

„Jetzt kommt Bewegung in die Sache.“

Bürgermeister Reinhard Kreuzer

Bürgermeister Reinhard Kreuzer

Hintergrund:

Pläne für Alten- und Pflegeeinrichtung Schönsee

  • September 2019: Im Stadtrat wird ein Konzept für das Seniorenprojekt an der Alten Säge (Wiesengrundstück an der Dietersdorfer Straße) vorgestellt. Es gibt bereits einen Investor samt Betreiber.
  • April 2020: Stadtrat stimmt mit 10:5 Stimmen für den Bebauungsplan "Sondergebiet Seniorenbetreuung an der Alten Säge".
  • Nach den Kommunalwahlen verändern sich ab 1. Mai 2020 die Mehrheiten im Stadtrat.
  • Der neue Bürgermeister weist darauf hin, dass sich die Stadt Schönsee 2018 vertraglich zur Städtebauförderung „Innen statt Außen“ verpflichtet hat. Es müsse bei jedem Projekt geprüft werden, ob die Umsetzung auch in der Innenstadt erfolgen kann. Ansonsten bestehe die Gefahr von Förderrückzahlungen sowie von niedrigeren Zuschüssen für künftige Projekte.
  • Eine Machbarkeitsstudie für die Altstadt (Leerstands-Ensemble) wird in Auftrag zu geben.
  • Der Bürgermeister informiert die Stadträte in einer nichtöffentlichen Sitzung über das Ergebnis: Das Vorhaben unter Einbindung von fünf Leerständen in Hauptstraße, Badergasse, Kirchstraße und Pfarrgasse ist möglich.
  • Für 10. November 2021 terminiert: Erörterung der Pläne mit der Regierung der Oberpfalz und dem Denkmalamt.
  • Danach soll die Bevölkerung informiert und eingebunden werden.

 

 

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