05.08.2021 - 16:56 Uhr
SchönseeOberpfalz

Nahversorger in Schönsee glättet Sorgenfalten

Für die Menschen in Schönsee brennt das Thema Nahversorgung auf den Nägeln. Wichtige Geschäfte haben geschlossen, aber an einer Stelle stemmt man sich gegen den Trend. Sogar mit einem größeren Angebot als bisher.

Im Raiffeisen-Markt Schönsee bedient Marktleiter Andreas Ebnet (rechts) gerade einen Kunden, während sich Betriebsleiter Michael Herrmann (links) und Geschäftsführer Markus Schrott besprechen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Zwei Geschäftsaufgaben in der Schönseer Hauptstraße in zwei Jahren: Nach dem Luger-Edeka-Markt im Jahr 2019 hat im September 2020 auch das Kaufhaus Köck seine Schließung bekanntgegeben „Da gibt’s noch zwei Metzger und die Norma, und dann wird’s schon mau in Schönsee,“ bedauert Andreas Ebnet, der den Raiffeisen-Markt an der Bahnhofstraße leitet.

Umso wichtiger war im Vorjahr die Entscheidung der verantwortlichen VR-Bank Mittlere Oberpfalz, den Warenstandort Schönsee ihrer Raiffeisen Waren- und Dienstleistungs GmBH um- und auszubauen.

Wie sich der Standort baulich präsentiert, verdankt er sozusagen einem Wetterunglück vor 15 Jahren, erläutert Michael Herrmann, der den Warenstandort Schönsee mit seinen vier Abteilungen Agrar, Energie Werkstatt und, notabene, dem Markt, leitet. 2006 ist nämlich ein Raiffeisenbank-Lagerhaus unter der Schneelast eingestürzt.

Mit dem Neubau, der im Oktober 2009 eröffnet wurde, hat sich vieles verändert, besonders für den jetzigen „Raiffeisen-Markt“. Die Entscheidungsträger in der Raiffeisenbank im Naabtal (heute VR-Bank Mittlere Oberpfalz) legten damals den Grundstein dafür, dass das frühere „Lagerhaus“ in der Gegenwart als „Nahversorger für die Menschen in der Region“ den Anforderungen gerecht werden kann.

Wichtig war den Verantwortlichen, dass der Standort erhalten bleibt und über eine Neustrukturierung und Erweiterung des Sortiments bereichert wird. Insbesondere das Angebot des Regionalmarktes sollte erhalten und weiter ausgebaut werden. Das geschah in enger Zusammenarbeit mit der Erzeugergemeinschaft „Land & Gut“. Die übrigen Artikel werden so regional wie möglich bezogen, betont Andreas Ebnet. Zusätzlich wird bei der Auswahl der angebotenen Produkte auf faire Bedingungen für alle geachtet. So habe man sich für eine Milchmarke entschieden, bei der man wisse, „dass das Geld beim Bauern ankommt“.

Die zuständigen Leute im Raiffeisen-Markt in Schönsee sorgt noch immer das alte Gerücht, ihr Betrieb hätte geschlossen werden sollen. „Raiffeisen ist nicht Raiffeisen und als das Lagerhaus in Eslarn zugemacht hat, haben die Leute gedacht, das sind wir,“ sagt Michael Herrmann. Für den Markt an der Bahnhofstraße konnte aber Entwarnung gegeben werden. Nicht einmal für den Umbau im Juni, der den Laden heller und übersichtlicher gemacht hat, musste richtig geschlossen werden. Das Ergebnis kann die Sorgenfalten der Bürger des Schönseer Landes etwas glätten: Die Nahversorgung mit gesunden Nahrungsmitteln wurde ausgeweitet.

Nahversorgung mit gesunden Nahrungsmitteln ausgeweitet

Schönsee
Hintergrund:

Raiffeisen-Markt Schönsee

  • „Lagerhaus“ war bis vor elf Jahren der in der Bevölkerung geläufige Name für den Raiffeisen-Warenstandort in Schönsee.
  • Mit dem Neubau im Oktober 2009 wurde aus dem früheren „Lagerhaus“ mit seiner Werkstätte ein Nahversorger für die Region
  • Auf rund 500 Quadratmeter Marktverkaufsfläche und dazu auf 150 Quadratmetern Freifläche präsentiert sich ein Warensortiment für Haus und Hof, Garten und Freizeit, für Landwirtschaft und Wald.
  • Etwa 70 Prozent der regionalen Produkte bezieht der Markt vom Verein "Land&Gut".
  • Neu eingerichtet und im Sortiment erweitert wurde der Markt im Juni 2021

"Raiffeisen ist nicht Raiffeisen und als das Lagerhaus in Eslarn zugemacht hat, haben die Leute gedacht, das sind wir."

Betriebsleiter Michael Herrmann zu früheren Gerüchten über eine Schließung

Betriebsleiter Michael Herrmann zu früheren Gerüchten über eine Schließung

 

 

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