Das viele Sitzungen dominierende Hickhack im Stadtrat war der Auslöser für eine Initiative, die dem zerstrittenen Klima nichts abgewinnen kann. Ein Kreis mit Stadtrat Josef Eibauer an der Spitze, will sich unter dem Namen "Miteinander" mit einer neuen Bürgerliste an der Stadtratswahl im März beteiligen. "Miteinander ist auch die zentrale Programmaussage", sagte Josef Eibauer bei der gut besuchten öffentlichen Versammlung in der Schönseer Bar "Swampys".
Verfahrene Situation aufbrechen
"Der Unmut über die Zeitverschwendung im Stadtrat durch Formaldebatten ist bei Gesprächen mit kommunalpolitisch Interessierten zu spüren", sagte Josef Eibauer, der 2014 erstmals in das Gremium gewählt wurde. Er betont: "Mit einem Kreis von Gleichgesinnten lässt sich die verfahrene Situation am besten mit einer neuen Gruppierung aufbrechen, die parteiunabhängig, sach- und zielorientiert agiert." Im übrigen sei die frühere Notwendigkeit, die Interessen der eingemeindeten Ortschaften zu vertreten, einem Gesamtblick auf die Stadt gewichen. "Mit der neuen Gruppierung möchten wir zur konstruktiven Auseinandersetzung beitragen. Vielleicht gelingt es, den Geist aus Zusammenhalt und Innovationskraft wiederzubeleben, auch ohne dabei immer unbedingt einer Meinung zu sein."
Mit Engagierten aus allen Ortsteilen, auch Frauen und unter 30-Jährigen, möchte die neue Gruppierung den Umgangsstil im Stadtrat in Richtung persönlichen Respekt und direktem Meinungsaustausch verändern. Eibauer sprach auch einige kommunalpolitische Themen an, die in den kommenden sechs Jahren die Stadtentwicklung bestimmen werden. Das Spektrum reiche von Sanierungs- und Bauprojekten in der Kanal-, Wasser- und Straßen-Infrastruktur, die Bereitstellung von Wohn- und Gewerbeflächen, die intensive Nutzung der Städtebauförderung für Wohnen, Einzelhandel und Gastronomie im Innenstadtbereich und einen guten Abschluss der laufenden und der schon mit Förderzusagen gesicherten Projekte.
"Ob es in einer Gemeinde voran geht, hängt nicht nur von der Vielzahl der Baumaßnahmen und der Höhe der Zuschüsse ab, sondern auch davon, wie die Bürger in den Meinungsbildungsprozess einbezogen werden. Und davon, wie rechtzeitige und umfangreichere Informationen im Vorfeld der Sitzungen zu einer Verbesserung in der Debatte führen", war eine Aussage, die bei den Besuchern auf Zustimmung stieß. Zu merken war ein Nachholbedarf bei der Bürgermitwirkung. Diskussionsbedarf bestehe unter anderem über Details der zukünftigen Nutzung der Hauptschule als Bürgerhaus. "Bezüglich dem Obergeschoss ist der jetzige Vorschlag der reinen Vereinsnutzung zu hinterfragen. Da muss noch breit und ergebnisoffen diskutiert werden, was im Rahmen der Förderung möglich ist", beantwortete Eibauer die aufgeworfenen Fragen.
Wohnungen fehlen
Dr. Bärbel Placke, Zahnärztin in Schönsee, berichtete von drei jungen Leuten, die erst kürzlich wegen fehlender passender Wohnungen in Nachbarorte gezogen seien. "Schockierend" bezeichnete sie den Zustand vieler Fassaden, die alles andere als einladend sind. Hier müsste das kommunale Förderprogramm besser eingesetzt werden.
Nach fast zwei Stunden zog Josef Eibauer ein positives Resümee über den ersten Schritt der geplanten Bürgerliste "miteinander". Informationen werden künftig auf der sich im Aufbau befindlichen Webseite (www.miteinander-schönsee.de) veröffentlicht.













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