28.04.2020 - 20:57 Uhr
SchönseeOberpfalz

Schönseer Stadtratswahl wird angefochten

Nach Altendorf, Guteneck und Schmidgaden gibt es eine weitere Wahlanfechtung in Schönsee. Hier soll basierend auf einer Nachzählung Johannes Gillitzer statt Martin Spörl in den Stadtrat einziehen. Nun wird geprüft.

Die Stadtratswahl in Schönsee steht auf dem Prüfstand.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Das dreiseitige Schreiben - der Verfasser ist dem Umfeld der Bürgerliste Miteinander zuzurechnen - traf am Montag im Landratsamt ein. Was war der Stein des Anstoßes? Die Auszählung der Stimmzettel der Kommunalwahlen vom 15. März für den Schönseer Stadtrat war Mitte April nochmals nachgeprüft worden. Das Stimmenverhältnis sah dann anders aus: Die Bürgerliste Miteinander verliert einen Sitz, welchen die FWG Gaisthal-Rackenthal zugeschlagen bekommt. Das bedeutet, dass Johannes Gillitzer (FWG) mit 358 Stimmen in den Stadtrat einziehen kann, dafür aber Martin Spörl (413 Stimmen) von der Bürgerliste Miteinander nicht. Er ist nun in seiner Gruppierung erster Listennachfolger. Das endgültige Wahlergebnis führt ab 1. Mai zu folgender Verteilung der 14 Gemeinderatssitze: CSU (4); SPD (1), FWG Schönsee (4), Freie Wählergruppe Schönsee-Ost (1); FWG Gaisthal-Rackenthal (2), Bürgerliste Miteinander (2).

Martin Spörl (Bürgerliste Miteinander).

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Neustadt am Kulm

Ein Bürger möchte dies so nicht stehen lassen. Landratsamtssprecher Hans Prechtl bestätigte am Dienstag auf Anfrage von Oberpfalz-Medien die ihm vorliegende Wahlanfechtung. Demnach sei das endgültige Ergebnis am 17. April offiziell festgestellt worden und die Frist für eine Anfechtung gewahrt.

Der Verfasser des Schreibens pocht darauf, dass alle 1509 Stimmzettel neu ausgezählt werden. Die Nachzählung nach dem vereinfachten Prinzip am 15. April, durch die sich nun die Sitzverteilung zwischen FWG und Bürgerliste geändert habe, sei nicht ausreichend. Angesichts der im Raum stehenden Tragweite wird eine komplette Überprüfung aller Stimmzettel gefordert. "Wir werden nun den Gemeindewahlleiter und die Stadt um eine Stellungnahme bitten und den Sachverhalt prüfen", so Prechtl.

Johannes Gillitzer (FWG).
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