19.04.2021 - 08:18 Uhr
SchönseeOberpfalz

Wochenmarkt und Parkverbot: Diskussion im Schönseer Stadtrat

Der Stadtrat Schönsee beschäftigt sich in seiner jüngsten Sitzung mit drei Anträgen der CSU-Fraktion. Wochenmarkt, Gewerbegebiet und Parkverbot werden ausgiebig diskutiert. Eine Information betrifft die Umleitung der Staatsstraße.

Einen festen Tag für einen Wochenmarkt wünscht sich die CSU-Fraktion für Schönsee. Dann könnte, wie hier in Weiden, Obst, Gemüse und Honig beim Direktvermarkter eingekauft werden.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Jeweils ein Antrag der CSU-Fraktion prägte die Tagesordnungspunkte fünf bis sieben der Sitzung des Stadtrates am Dienstagabend. Zunächst ging es um den von Fraktionsvorsitzenden Christian Weinfurtner vorgetragenen Wunsch, ein Parkverbot entlang des Zäch-Hauses auszuweisen. Begründet wurde dies damit, dass sich die Zufahrtsituation bei der Einfahrt in die Straße „Am Hahnenweiher“ verändert hat. „Meiner Meinung nach wäre nur ein Parkverbot von vier bis fünf Metern im Kurvenbereich möglich“, erklärte Bürgermeister Reinhard Kreuzer. Er sehe dies allerdings als nicht notwendig an, nachdem die zweite Straße beim Anwesen Schieber – entgegen der ursprünglichen Planung – weiterhin bestehe.

Bärbel Placke führte an, dass der CeBB-Parkplatz gleich gegenüber seit zwei Jahren öffentlich ist. Sie regte an, mit einem Schild an der Eingangstüre der Tierarztpraxis darauf hinzuweisen und so „an die Vernunft der Bürger zu appellieren“. „Es herrschen teilweise chaotische Zustände“, gab Stephan Irlbacher zu bedenken und Christian Weinfurtner betonte: „Das gehört geregelt.“ Außerdem sollte die Polizei das Parken auf den Gehsteigen im gesamten Stadtgebiet mit Nachdruck ahnden. Der Bürgermeister schlug vor, den Antrag bei einer Verkehrsschau mit der Polizeiinspektion zu besprechen und das Thema nochmals im Stadtrat vorzulegen. Dies wurde einstimmig angenommen.

„Wir wollen keine Konkurrenz für einen vorhandenen Gewerbezweig schaffen.“

Bürgermeister Reinhard Kreuzer

Wochenmarkt etablieren

Beim nächsten Punkt beantragte die CSU-Fraktion, dass die Stadt mit einer Online-Umfrage klären sollte, ob von seiten der Bürger ein Wochenmarkt gewünscht wird. Falls ja, sei ein Realisierungskonzept zu erstellen. Wie Stephan Irlbacher ausführte, kämen Einzelhändler mit ihren Verkaufswägen an verschiedenen Wochentagen nach Schönsee. Dies sollte auf einen festen Tag konzentriert werden und dabei auch die Erzeugergemeinschaft „Land & gut“ einbezogen sowie weitere Direktvermarkter entsprechend akquiriert werden. Der Antrag wurde mit 8:7 Stimmen abgelehnt.

Die Direktvermarkter der Region sollen im Raiffeisenmarkt noch mehr Platz erhalten

Schönsee

„Wir werden die Bürger bei einer Präsenzveranstaltung fragen, wenn dies wieder möglich ist“, sagte der Bürgermeister. Außerdem gab er zu bedenken, dass die Direktvermarkter nach dem Umbau des Raiffeisenmarktes Schönsee ihre Waren dort gebündelt und im größeren Stil anbieten könnten. Außerdem würden derzeit einige Landwirte einen eigenen Verkaufsraum einrichten. „Wir wollen keine Konkurrenz für einen vorhandenen Gewerbezweig schaffen und uns deshalb erst mit unseren Direktvermarktern zusammensetzen“, sagte Kreuzer. Man sollte sich auf die Einheimischen konzentrieren, „und nicht zusätzlich Auswärtige hereinholen“.

„Es geht nicht darum, eine Konkurrenzsituation aufzubauen, sondern darum, regional und saisonal frische Produkte aus der Region an einem Tag der Woche im Stadtkern anzubieten“, erklärte Stephan Irlbacher. Und Xaver Bayer ergänzte: „Ein Markttreiben belebt einen Ort.“ Der Bürgermeister erklärte, dass er bei den Erzeugern vor Ort nachfragen werde, ob sie einen Wochenmarkt beschicken würden. Der Stadtrat werde über das Ergebnis informiert.

Gewerbeflächen kaufen

Mit ihrem dritten Antrag forderte die CSU-Fraktion, dass der Stadtrat den Beschluss fassen möge, dass für die Stadt Schönsee die Erschließung von Gewerbeflächen angegangen wird. In der Begründung wurde sich auf eine bereits ausgewiesene Gewerbefläche im Privatbesitz bezogen. Die Diskussion „kaufen oder nicht kaufen“ verwies Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner in den nichtöffentlichen Teil. Auch eine öffentliche Abstimmung zum Antrag sei nicht möglich. Wie Andreas Hopfner anmerkte, hätten die Freien Wähler vor rund sieben Jahren händeringend nach Gewerbeflächen gesucht und von der IHK schließlich die Auskunft erhalten, dass eine Fläche mit drei Hektar dafür am Stadtrand ausgewiesen ist. Zum Hintergrund: Die Stadt Schönsee hat seit 2001 einen rechtskräftigen Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet, die Grundstücke dazu wurden aber nie erworben. „Die letzten fünf Jahre wäre der Ankauf aufgrund der Finanzsituation möglich gewesen“, betonte Hopfner, doch jetzt habe man andere kostenintensive Projekte am Laufen. Auf einen Einwurf von Christian Weinfurtner hin, erklärte Bürgermeister Reinhard Kreuzer: „Wenn jemand eine Gewerbefläche sucht, werden wir uns bei der Stadt darum bemühen, eine zu finden.“

Abkürzung "Waldweg"

Beim Punkt „Informationen und Fragen“ sprach Dritter Bürgermeister Josef Fleißer die Umleitung beim Staatsstraßenbau an und bemerkte, dass die Abkürzung „Waldweg“ für die Gaisthaler aus Witterungsgründen leider noch nicht zur Verfügung steht. Sobald der Weg von der Firma Seebauer fertiggestellt ist, werde er freigegeben.

Bärbel Placke monierte, dass sich der Biber entlang der Ascha im Kurpark weiter vorarbeitet. „Der Biberbeauftragte des Landkreises kommt am Samstag vorbei“, informierte Reinhard Kreuzer. Danach würden mögliche Maßnahmen besprochen.

Christian Weinfurtner wollte wissen, wann das Moorbad öffnet und ob es wieder eine Bewirtung geben wird. „Ja und sobald es die Witterung zulässt“, lautete die Antwort des Bürgermeisters. Josef Eibauer regte an, den alten Tennisplatz als Parcour-Landschaft in die Moorbadanlage zu integrieren: „Das wäre eine zusätzliche Aufwertung der Attraktivität ohne großen Aufwand.“ Für Skateboarder und Radfahrer müssten lediglich einige Hügel aufgeschüttet werden.

Josef Eibauer regte an, dass sich die Stadt Gedanken machen sollte, wie Schnelltests fürs Einkaufen auch unter der Woche angeboten werden können. „Wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist, dann werden auch die Rahmenbedingungen folgen“, sagte Reinhard Kreuzer und verwies auf Politik und Landkreis. Außerdem benötige man hierzu Fachpersonal.

„Es geht darum, regional und saisonal frische Produkte aus der Region an einem Tag der Woche im Stadtkern anzubieten.“

Stephan Irlbacher (CSU)

Mehr Attraktivität: Der eingezäunte alte Tennisplatz hinter dem Moorbad-Spielplatz könnte zur Parcour-Landschaft für Skater und Radfahrer werden.

 

 

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