06.06.2019 - 11:51 Uhr
Oberpfalz

Schutz für Haus und Hof

Während der Urlaubszeit stehen Haus oder Wohnung leer. Eine Einladung für unwillkommene Besucher. Die Polizei hat Tipps, wie Einbruch und Diebstahl verhindert werden können.

Eine Terrassentür ist schnell überwunden.
von mvsProfil

Die Oberpfälzer Polizei klärt Einbrüche auf, noch besser aber ist: Prävention. Auf dem Online-Portal www.k-einbruch.de der Politei sind zahlreiche Tipps informativ und übersichtlich aufbereitet, die Haus und Hof generell und gerade während längerer Abwesenheit sicherer machen. Eine Auswahl.

Türen:

Gute Haus- und Wohnungstüren zeichnen sich durch einen nachsperr- und nachschließgesicherten Schließzylinder, ein einbruchhemmendes Einsteckschloss mit Schlossfalle und Riegel und einen Schutzbeschlag, das Türschild, aus - plus ein Schließblech in der Türzarge.

Fenster:

Niemals offen oder gekippt lassen. Das ist klar, wird aber im Eifer des (Abreise-)Gefechts schon mal vergessen. Lieber noch einmal eine Runde durch Haus und Wohnung drehen. Grundsätzlich sollten Fenster im Erdgeschoss und an leicht erreichbaren Stellen wie Balkonen nicht nur mit einem Schloss, sondern mit zusätzlicher Sperre gesichert werden.

Garage:

Gerade wenn sie direkt mit dem Haus verbunden ist, sollte das Schloss der Garage besonders sicher ein. Am besten erfüllt ein einbruchhemmendes, geprüftes und zertifiziertes Tor diesen Zweck. Herstellerverzeichnisse der Polizei können im Dschungel der Zertifikate Klarheit schaffen.

Beim Neubau ist zu überlegen, ob es unbedingt Garagenfenster braucht? Sie sind potenzielle Schwachstellen. Die Verbindungstür zwischen Garage und Haus sollten als sogenannte "Multifunktionstüren" gleichermaßen Anforderungen des Brandschutzes und der Einbruchhemmung erfüllen. Reine Brandschutztüren nachträglich aufzurüsten, ist in nur sehr engem Rahmen gesetzeskonform und selten genügend.

Auto, Fahrrad und Motorrad:

Im Ganzen oder als Ersatzteillager hoch attraktiv für professionelle Diebe. Deshalb: Innerhalb der Garage nicht nur absperren, sondern extra sichern, beispielsweise mit einer Wegfahrsperre. Massive Schlösser mit Bügel oder aus Panzerkabel sollten das Fahrrad sichern, keinesfalls dünne Ketten-, Kabel- oder Bügelschlösser - die sind zwar putzig, aber erfüllen nicht ihren Zweck.

Für den Fall, dass das Radl doch verschwindet: Wer Rahmennummer und Foto in einem polizeilichen Fahrradpass notiert hat, das Fahrrad zusätzlich sogar noch codieren ließ, hat größere Chancen auf ein Wiedersehen und bessere Karten im Gespräch mit der Versicherung.

Briefkasten und Rollos:

Dauerhaft geschlossene Rollläden sind keine gute Idee. Vielleicht können Nachbarn, Freunde oder Familie, die ohnehin zum Blumengießen und Briefkastenleeren vorbei kommen, ab und an den Stand der Rollos etwas verändern? Damit der Briefkasten nicht allzu schnell überquellend die Abwesenheit der Hausherren verrät, können Leser von NT, AZ und SRZ ihr Abo für die Urlaubszeit auf www.onetz.de/urlaubsservice oder unter Telefon 0961/85-501 unterbrechen und aus vier Optionen wählen: ein kostenloses E-Paper, eine Abo-Spende an eine soziale Einrichtung, Nachsendung der Zeitung an den Urlaubsort (mit Vorteilscard im Inland kostenlos) oder eine Geschenksendung an Nachbarn, Freunde oder Verwandte.

Pflanzen:

Werden zwar selten geklaut, ertrinken oder vertrocknen aber gern. Wer viele Pflanzen hat und es den Lieben, die sie in Abwesenheit pflegen, möglichst leicht machen möchte, sammelt das "Fleißige Lieschen" & Co. von den Fensterbänken ein und stellt sie zusammen in die Badewanne oder ein Waschbecken in Küche oder Bad. Ein geringerer Abstand zum Wasserhahn geht gar nicht und ist eine nette, Aufwand verringernde Geste der Reisenden.

Smart Home:

Längst nicht mehr Zukunftsmusik: Ungeschützte, smarte Geräte wie Saugroboter, Heizungsregler und Fernseher sind für Cyber-Hacker so einladend wie eine sperrangelweit geöffnete Haustür für den klassischen Kollegen aus der analogen Welt. In Gefahr: Sensible Daten. Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, sollten deshalb nur von Herstellern bezogen werden, die regelmäßige Updates garantieren. Nach der Benutzung sollten sie ausgeschaltet werden. Ein separates W-LAN für smarte Geräte, guter Passwortschutz und generell VPN für den Internetzugang sind wichtig.

Video- oder Alarm-Attrappen:Ringen Profis nur ein müdes Lächeln ab. Besser ist es, sich auf diese Scheinsicherheit nicht zu verlassen. Echte Überwachungsanlagen erhöhen für Einbrecher das Risiko, entdeckt zu werden, und können tatsächlich abschrecken. Allerdings sollte man vor ihrer Installation Nachbarn informieren, damit sich niemand beobachtet fühlt, und die Kamera nur auf den eigenen Grund und Boden ausrichten. (mvs)

Informationen:

Praktische Tipps und Förderung

Freund und Helfer: In der Oberpfalz bieten die Kriminalinspektionen Amberg, Weiden und Regensburg kostenlose, neutrale und individuelle Beratung an. Die Beamten, die gern präventiv aufklären, benennen Schwachstellen und geben praktische Tipps, wie diese beseitigt werden können.

In den Förderprogrammen „Energieeffizient Sanieren“ und „Altersgerecht Umbauen“ der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stehen Zuschüsse für die Nachrüstung von beispielsweise Türen, Fenstern und Rollläden bereit.

Abgerufen werden können diese Mittel von Haus- und Wohnungseigentümern, die ihr Eigentum selbst nutzen oder vermieten. (mvs)

Ein überquellender Briefkasten: Für Diebe auf der Suche so einladend wie ein offenes Gartentor.
Gekippte Fenster: Nicht nur im Erdgeschoss, sondern auch in höheren Stockwerken leichtsinnig. Einbrüchen optimal vorbeugen können mit Schloss und zusätzlich Riegel gesicherte Fenster.
Mehr Zierde als Schutz: Spiralschlösser fürs Fahrrad haben gegen professionelles Werkzeug keine Chance. Besser sind Bügelschlösser und massive Schlösser aus Panzerkabel.
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