Es war sein 50. Geburtstag, erinnert sich Andreas Ebnet, über das Schönseer Land hinaus auch als "Koundl-Anderl" bekannt. Als Angehöriger verschiedener Gruppen und Vereine gab es an diesem Tag in Versform viele auf ihn persönlich zugeschnittene Glückwünsche. Der inzwischen 67-jährige war davon so inspiriert, dass Gedichteschreiben seit diesem Zeitpunkt in seinem Leben einen besonderen Stellenwert einnimmt.
Mit Kuli und Block
"Wos döi kina, des moue dena a zambringa", sagte sich nämlich damals der Anderl. Und schon wenige Tage nach seinem Fünfzigsten hatte er immer Schreibblock und Kugelschreiber parat. Am Stallfenster oder am Wohnzimmerschrank - "eigentlich überall", verrät seine Frau Margit - lagen nun Schreibutensilien umher. "Bei der Arbeit im Stall und beim Melken der Kühe hatte ich die besten Gedanken", ergänzt dazu der Anderl, und sagt "wenn i des niat glei afschreib, is dea Reim wieda weg". Die vielen von Hand beschriebenen Blätter veranlassten Ebnets Tochter Christiane im Herbst 2002 die Texte fein säuberlich am Computer zu erfassen. Wenige Wochen später überraschte sie ihren Papa mit einem Geheft mit den ersten Gedichten, als sie es ihm unter den Christbaum legte.
"Das ist ausbaufähig" dachte sich der Koundl-Anderl. In den in der Folgezeit immer mehr entstandenen Gedichten bewies der Schwandner stets seine innere Verbundenheit zu seiner Heimat, zur Natur und zur "guadn altn Zeit". In Versform beschreibt er dabei unter anderem die Schwandner Buche genauso wie das Klöppeln oder Gedanken zum Sonnenaufgang. Durch Emmi Baier aus Weiding kam er bald zum Kreis der "Schwandorfer Sonntagsdichter". Sein Engagement als Mundartinterpret und Geschichtenschreiber mündete vor zwölf Jahren in die Herausgabe seines ersten Buches "Mei Hoimat - wöis is und wöis woa". Als Aktiver bei der Volkstanzgruppe Schönsee hatte der Mundartinterpret bei Auftritten im Oberpfälzer Volksliedkreis diese Lektüre immer dabei. Bei den Treffen der Stammtischmusikanten, die Ebnet auch moderiert, sind dabei Vorträge verschiedenster Texte im Programm.
Natürlich hatte der Koundl-Anderl nach dem Erscheinen des ersten Buches Block und Kugelschreiber nicht beiseite gelegt. Aber mehr getextet als zuvor hat der ehemalige Postbedienstete nach seinem Eintritt in den Ruhestand vor vier Jahren nicht. Auch nicht, seit er im August 2016 sein letztes Stück Vieh aus dem Stall trieb. Dennoch war die eine oder andere Begebenheit immer Stoff für eine Geschichte oder einen Vers.
Zweites Buch
Und so erscheint nun in wenigen Tagen sein neues Buch. Der Titel "Mei Hoimat - gestern und heint" zeigt auch hier wieder die Wurzel des Verfassers zur Heimat. Andreas Ebnet stellt es am Sonntag, 30. September, um 16 Uhr im Centrum Bavaria Bohemia dem interessierten Publikum vor. Eines ist für ihn aber sicher, Kugelschreiber und Block wird er auch anschließend nicht zur Seite legen.
Bei der Arbeit im Stall und beim Melken der Kühe hatte ich die besten Gedanken.














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