Schwandorf
26.12.2022 - 10:46 Uhr

Aktivsenioren: Mit einem Profi an der Seite auf dem Weg in die Selbständigkeit

Mitglieder gewinnen, Netzwerke stärken, jungen Existenzgründern helfen - die Aufgaben des neuen Regionalleiters der Aktivsenioren sind ambitioniert. Seine Entlohnung: Dankbarkeit.

Immer zu erreichen,: Karl-Heinz Langner von den Aktivsenioren. Er ist der neue Oberpfälzer Regonalleiter des Wirtschaftsberatungsvereins "Aktivsenioren Bayern", Seine Arbeit erfolgt ehrenamtlich. Bild: Langner/exb
Immer zu erreichen,: Karl-Heinz Langner von den Aktivsenioren. Er ist der neue Oberpfälzer Regonalleiter des Wirtschaftsberatungsvereins "Aktivsenioren Bayern", Seine Arbeit erfolgt ehrenamtlich.

Seit etwas mehr als zwei Jahren gibt es eine Kooperation der Aktivsenioren mit Stadt und Landkreis Schwandorf. Der gemeinnützige Verein Aktivsenioren Bayern "unterstützt die Förderung unseres Wirtschaftsstandorts Schwandorf sehr“, freuten sich 2020 Christian Meyer, Wirtschaftsreferent des Landkreises Schwandorf, und der damalige städtische Wirtschaftsförderer Roland Kittel über die Zusammenarbeit.

Allerdings gab es in der Corona-Hochphase für die anfängliche Euphorie einen wirtschaftlichen Dämpfer. So hat der neue Regionalleiter der Aktivsenioren für den Bezirk Oberpfalz, Karl-Heinz Lagner, erst einmal weitere Vernetzungsaufgaben vor sich. Langner ist kürzlich Nachfolger von Regionalleiter Stephan Keßler geworden. Einarbeiten muss sich der Neue aber praktisch nicht. Erstens hat er Keßler schon als Vize unterstützt, zweitens ist Karl-Heinz Lagner, obwohl ein Mittelfranke, persönlich sehr gut mit dem Landkreis Schwandorf vertraut. Bis vor ein paar Monaten hat er im südöstlichen Landkreis gewohnt und beruflich stand er lange Zeit mit dem großen Schwandorfer Arbeitgeber Meiler-Druck (heute Paragon) in engster Verbindung.

Kontakte mit IHK und Landratsamt

"Ich bin ein Quelle-Urgewächs, vom Azubi bis zum Werbedirektor," erzählt der 65-jährige Langner, der seit zwei Jahren in Rente ist. In seiner beruflich aktiven Zeit war er für ungefähr 230 Mitarbeiter zuständig und verwaltete einen großen Marketing-Etat. "Unser Kerngeschäft war die Kataloge," präzisiert Langner. Daher auch die Zusammenarbeit mit Meiler-Druck in Schwandorf - dort wurden früher die dicken Quelle-Kataloge gedruckt.

Langner betont im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, er sei "in im Raum Schwandorf noch stark vernetzt". Intensive Kontakte gebe es mit Christian Meyer vom Landratsamt Schwandorf (Büro für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung), außerdem mit IHK-Repräsentanten Markus Huber (Wackersdorf), mit dem er sich regelmäßig austausche: "Das sind meine beiden Hauptansprechpartner in der Region." Im übrigen sei er in seiner Aktivsenioren-Rolle "ständig in der Oberpfalz unterwegs".

Auch mit zur Bank

Sein Ziel: "Das Business nach vorne zu treiben." Business heißt für Langner zu 90 Prozent Betreuung von Existenzgründern und Start-Up-Unternehmen. "Die möchten mit uns ihr Geschäftsmodell austauschen und sich bereichern lassen. Also einen Businessplan und einen Finanzplan erstellen und bei Bedarf mit uns zu den Banken zu gehen." Startup-Unternehmen sind Unternehmensgründung mit einer Geschäftsidee und hohem Wachstumspotenzial. Oft operieren Start-ups in jungen oder noch nicht existierenden Märkten und müssen erst ein funktionierendes Geschäftsmodell finden. Hier setzen die Aktivsenioren an.

"Das ist unsere Kerntätigkeit", macht Langner für die Aktivsenioren deutlich, "dass wir Jungunternehmer unterstützen, die Beistand brauchen". Wie die anderen Aktivsenioren auch arbeitet Langner ehrenamtlich: "Mandanten müssen nur 100 Euro Vereinshonorar entrichten, aber dafür arbeiten wir locker 10 bis 20 Stunden für sie." Die Aktivsenioren helfen zum Beispiel auch, wenn Jungunternehmer eine Tragfähigkeitsbescheinigung benötigen für die Agentur für Arbeit. "Dann werden unsere Expertisen von den Institutionen akzeptiert und die Gründungsdarlehen für die Mandanten ausbezahlt."

"Wir sagen auch Nein"

"Wir sind total frei in unserer Entscheidung," so der Berater, "und wenn wir merken, dass Leute für ihr Geschäft nicht taugen, dann sagen wir es denen. Wir sagen auch Nein und unterstützen nicht, wenn jemand intellektuell oder kaufmännisch das Thema nicht wuppen kann, oder wenn seine Geschäftsidee an Marktchancen total vorbei geht".

Auf der anderen Seite sind die Aktivsenioren laut Langner auch engagiert bei Unternehmensnachfolgen. Egal, ob die Unternehmer verkaufen oder das Geschäft an die Jungen übergeben wollen. "Nächste Woche bin ich deswegen in Neutraubling mit einem Kollegen zusammen aus Pfreimd. Dort betreuen und begleiten wir einen Unternehmen mit seinem Junior, dem das Unternehmen überschrieben werden soll. Im Hintergrund sind auch noch Erben und so muss alles ausgewogen ausgearbeitet werden und die Gelder verteilt werden." Und wenn es zwischen dem Nachfolger und seinem Vater Streitigkeiten gibt, "sind wir auch Mediator".

Freude über Dankbarkeit

Als "absolut fit, wenn jemand sein Unternehmen verkaufen will" sei sein Kollege aus Pfreimd, versichert Langner. "Der ist eine Granate beim Thema Unternehmensbewertung." Gemeint ist ein ehemaliger Geschäftsführer von Meiler, Bernhard Butz. "Er kann aus allen Himmelsrichtungen berechnen, was das Unternehmen wert ist oder nicht. So was machen wir auch, wenn jemand sein Unternehmen verkaufen möchte und wir sollen es bewerten. Da staunt man, was da oft für Wahrheiten auf den Tisch kommen, wenn ein Unternehmer so vor sich hinwurstelt, aber nicht sauber mit betriebswirtschaftlichen Zahlen agiert hat."

Langner wiederum coacht "ganz stark in Marketing". Er berichtet von einer Mandantin, "die hat mir schon 100 Text- und Sprachnachrichten geschickt und sie will immer wieder so kleine Tipps und Einschätzungen, was bei ihr momentan passiert". Da bekomme man mit, freut sich der Regionalleiter, "dass die jungen Menschen extrem dankbar sind, dass sie da jemanden an der Seite haben, der nicht eigennützig ist, sondern konstruktiv seine Expertise einbringt und ihnen auf die Beine hilft".

Hintergrund:

Karl-Heinz Langner, Aktivsenior

  • Karl-Heinz Langner (65), in Rente, früher Werbebetriebswirt.
  • Von Mai 2001 bis April 2006 Werbedirektor und Mitglied der operativen Geschäftsführung im Hause Quelle. 2003 bis 2004 in Doppelfunktion auch für das Versandhaus Neckermann.
  • Von 2008 bis 2014 fungiert er als Leiter Marketing- und Vertrieb einer Versandapotheke.
  • Expertise: Praxis-erprobtes Marketing-Fachwissen in Strategie, Analyse, Kommunikation offline/online, Markenführung und Ideenfindung.
  • Kontakt: karl-heinz.langner[at]aktivsenioren[dot]de
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Schwandorf21.02.2021
 
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