05.10.2021 - 15:16 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Ampel an der Grünwaldkreuzung: Grüne sehen rot

Die Diskussion um einen Kreisverkehr an der Grünwaldkreuzung bei Schwandorf drehte sich lange im Kreis. Jetzt scheint der Durchbruch geschafft.

Die Sondierungsgespräche in dieser Sache sind vorbei: Hier kommt die Ampel. Die Grünwaldkreuzung bei Schwandorf soll entsprechend umgestaltet werden.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Grünwaldkreuzung bei Schwandorf beschäftigt die Lokalpolitik schon seit vielen Jahren. Jetzt biegt die Diskussion auf die Zielgerade ein. Immer wieder hat es an der Kreuzung zwischen der ehemaligen Bundesstraße 15 und der Kreisstraße von Ettmannsdorf nach Schwarzenfeld gekracht, eine ganze Reihe von schweren Unfällen registrierte die Polizei in der Vergangenheit. Um Abhilfe zu schaffen, war in etlichen Debatten von Schwandorfer Stadt- und Kreisräten vom Bau eines Kreisverkehrs die Rede. Auch am Montag bei der Sitzung des Bau- und Planungsausschuss im Landratsamt.

Laut Beschlussvorschlag der Verwaltung sollte eigentlich eine Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach zum Bau einer Ampelanlage abgesegnet werden. Doch der aus Bruck stammende Kreisrat Rudi Sommer (Grüne) funkte mit einem kurz vor knapp gestellten Antrag noch einmal dazwischen. Auch auf die Gefahr hin, dass sich die Diskussion im Kreis dreht, brachte er vor: "Die Fraktion der Grünen im Kreistag beantragt, für den Kreuzungsbereich SAD 3 Und St 2397 einen Kreisverkehr zu errichten." Damit war die Diskussion eröffnet.

Landrat Thomas Ebeling verwies auf einen Beschluss des Schwandorfer Stadtrats aus dem Frühjahr 2019, der eine Ampel befürwortet. Und er warf den Standpunkt des Staatlichen Bauamts ein: "An dieser Stelle kann nicht so einfach ein Kreisverkehr errichtet werden." Das wollte Rudi Sommer so einfach nicht stehen lassen. "Die Vorteile eines Kreisels liegen auf der Hand", wandte er ein. Der Kreisverkehr sei sicherer und auf lange Sicht auch kostengünstiger. Außerdem könnten asphaltierte Flächen entsiegelt werden.

Kurt Mieschala (CWG Schwandorf) sprang seinem Kollegen von den Grünen bei. "Ich halte eine Ampel für Blödsinn", sagte der Kreisrat, der auch dem Schwandorfer Stadtrat angehört. Bei dem Beschluss des Stadtrats seien die Kollegen vor vollendete Tatsachen gestellt worden, nur so sei das befürwortende Votum zustande gekommen. Unabhängig davon sei es der Wunsch der meisten Stadträte gewesen, einen Kreisverkehr zu bauen. Landrat Ebeling winkte ab. "Wir können davon ausgehen, dass keine Bewegung mehr in die Sache reinkommt", lenkte er das Augenmerk auf die Abstimmung. Paul Witt von der Tiefbauverwaltung erinnerte an das Gebot, wirtschaftlich zu handeln. "Eine Ampel wäre die schnellstmögliche und günstigste Lösung", erklärte er. Insgesamt stünden Kosten von etwa 200.000 Euro für die Ampel rund 1,5 Millionen Euro für einen Kreisel gegenüber.

Am Ende gab der Bauausschuss mit drei Gegenstimmen grünes Licht für die Ampel. Durch die Abwicklung in Sonderbaulast fallen für den Landkreis nur 24 Prozent der Gesamtkosten an. Er hat also von veranschlagten 215.000 Euro nur 51.600 Euro zu bezahlen. Der Umbau kann jetzt in die Wege geleitet werden.

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