20.11.2020 - 10:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Schwandorf steigt 2020 um über 30 Prozent

Aus der Coronapandemie wurde schnell auch eine Coronakrise, die die Wirtschaft und auch den Arbeitsmarkt beeinflusst. Für 2020 ist die Prognose düster, doch es gibt einen kleinen Lichtblick für das kommende Jahr.

Laut Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird 2020 die Arbeitslosigkeit im Arbeitsagenturbezirk Schwandorf um 2000 auf 8600 Erwerbslose steigen.
von Externer BeitragProfil

Die Arbeitslosigkeit wird 2020 im Arbeitsagenturbezirk Schwandorf um 2000 auf 8600 Erwerbslose steigen, das geht aus einer Pressemitteilung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Das ist ein Plus von 30,3 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2021 werden die Erwerbslosenzahlen leicht absinken, um 100 beziehungsweise 1,2 Prozent auf 8500. Der Hauptgeschäftsführer der vbw-Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., Bertram Brossardt, kommentierte dazu: „Wir erleben derzeit einen seit über zehn Jahren nicht mehr gesehenen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Bei einer noch schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung, im Negativszenario der IAB-Prognose, würde die Arbeitslosigkeit in Schwandorf 2021 deutlich stärker, um 9,3 Prozent beziehungsweise 800 Personen auf 9400 Arbeitslose steigen. Das bereitet uns Sorge. Und noch ist das weitere Pandemie-Geschehen völlig offen. Der derzeitige teilweise Lockdown ist in den Zahlen noch nicht abgebildet."

Laut Prognose wird die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Schwandorf 2020 um rund 800 auf 167.000 Personen sinken. Im Jahresdurchschnitt 2021 wird die Beschäftigung mit 168.600 Personen wieder um ein Prozent beziehungsweise um 1.600 Personen höher liegen als 2020. „Im kommenden Jahr zeigen die Prognosen wieder eine Erholung an. Dennoch nimmt die Arbeitslosigkeit im Arbeitsagenturbezirk Schwandorf zunächst noch einmal zu. Wir rechnen frühestens 2022 damit, dass Vorkrisenniveau wieder zu erreichen“, erklärte Brossardt.

Die vbw sieht neben den Auswirkungen der Coronapandemie auch den industriellen Strukturwandel sowie wachsende außenwirtschaftliche Risiken mit Sorge. Dazu kommen auch innenpolitische Fehlanreize, die die Wirtschaft belasten. „Weltweit haben wir die vierthöchsten Arbeitskosten, dazu stetig steigende Strom- und Energiekosten. Entlastungen sind aber weiterhin Fehlanzeige: Weder die Unternehmenssteuerlast wurde gesenkt, noch ist die Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes angegangen worden“, sagte Brossardt.

Das Arbeitsmarktgeschehen im Landkreis Schwandorf im Oktober

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