09.07.2021 - 14:59 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Ausstellung in der Schwandorfer Kebbel-Villa: Lebewesen von Künstlern erschaffen

Der Bezirk Oberpfalz sammelt Kunst. Heuer fällt der Ankauf, begründet durch die Pandemie, größer aus. Neben den neun Neuerwerbungen zeigt das Oberpfälzer Künstlerhaus die Bandbreite der Bezirks-Sammlung unter dem Titel "LebeWesen".

Unter Animalisches zeigt die Ausstellung das "Aufbäumende Schaf" von Rudolf Koller und zwei Vögel der Hoffnung von Mayan (Hans Mayer) aus Oder. Sie dominieren aus dieser Perspektive den Raum.
von Irma Held Kontakt Profil

Nach "LandErleben" 2020 setzt die Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses Christina Lanzl zusammen mit den weiteren Kuratoren Werner Mayer und Ursula Wohlfeld in der Jahresausstellung des Bezirks den Schwerpunkt auf "LebeWesen". Das schier unerschöpfliche und komplexe Thema bekommen die Kuratoren durch die Untergliederung, unter anderem in Körperlichkeit oder Rückbesinnung, geschickt in den Griff. Rund 50 Exponate zeigt die sehenswerte Schau. Sie bilden die Bandbreite des Themas sowie deren künstlerische Ausdrucksweise eindrucksvoll ab. 14 Objekte aus Regensburg sind erstmals in Schwandorf-Fronberg zu sehen. Dafür dominieren in den nächsten Wochen in der Bezirksverwaltung kahle, weiße Wände. Das ist so gewollt, denn der Bezirk als Kunstsammler möchte der Öffentlichkeit zeigen, was er hat und sein Mäzenatentum nicht im Verborgenen führen.

Seit 1988 betätigt sich der Bezirk als Kunstsammler, um das kreative Potenzial der Oberpfalz und ihrer Kunstschaffenden, vor allem der jungen Künstler, zu fördern. Ab 2005 kommt eine gewisse Systematik in die Ankäufe, was heißt, jährlich werden Arbeiten erworben. Die Sammlung ist inzwischen auf knapp 200 Objekte angewachsen. Der Betrag, der pro Jahr in Kunst investiert werde, sei im Vergleich zu "unseren sonstigen Ausgaben gering", sagt die Sprecherin des Bezirks Martina Hirmer auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Der Betrag variiere von Jahr zu Jahr. Heuer wurde wohl etwas mehr Geld in die Hand genommen, um mit insgesamt neun Werken von Irene Fritz, Dagmar Stefanie Menke, Lena Schabus und Erika Wakayama sowie Toni Scheubeck die Sammlung zu vergrößern.

Diese vergleichsweise große Akquise 2021 dient zwei Zwecken: zum einen die Sammlung des Bezirks zeitgemäß zu erweitern; zum anderen während der Pandemie so viele kreativ Schaffende wie möglich zu unterstützen und zum Weitermachen zu ermuntern. Diese Förderung betreibt der Bezirk nicht als Selbstzweck, sondern um der Gesellschaft willen. "Wenn Kunst und Kultur unser Leben nicht bereichern, wird es schwierig", sagt Bezirkstagspräsident Franz Löffler bei der Vernissage. Kunst und Kultur seien keine Selbstläufer. Die Akteure bräuchten Unterstützung, gerade jetzt, denn: "Es hat den Menschen etwas Essentielles gefehlt". Kunst lasse keinen kalt. Kunst berühre, rege an und manchmal auf, ist sich Schwandorfs dritte Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller sicher.

Künstlerhaus-Leiterin Christina Lanzl richtet den Blick auf die Frauendominanz bei den Neuwerbungen. Zum Vergleich: Unter den 50 ausgestellten Arbeiten von 28 Künstlern, sind nur sechs Frauen. Die Arbeiten geben einen repräsentativen Querschnitt künstlerischen Schaffens der vergangenen Jahrzehnte. Sie zeugen jedoch zugleich von ungebrochener Dauerhaftigkeit und Aktualität. Die werdenden Väter von Hans Höcherl, um 1976 entstanden, zeigen ein Panoptikum menschlicher Emotionen - zeitlos schön. Guido Zingerls Fratzen in "Exekution", nicht weniger aktuell, erinnern an George Grosz.

Die Ausstellung "LandErleben"

Schwandorf
Service:

Ausstellung "LebeWesen"

  • Sammlungen des Bezirks und ihre Neuerwerbungen: bis 15. August im Oberpfälzer Künstlerhaus.
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 13 bis 17 Uhr, Sonntag, 11.30 Uhr bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.
  • Führung: Sonntag 18. Juli von Christina Lanzl im Anschluss an eine Skulpturenpark-Führung ab 14 Uhr. Anmeldung per Mail tourismus[at]schwandorf[dot]de, Telefon 09431/45-550
  • Kontakt Künstlerhaus: Telefon 09431/9716, E-Mail opf.kuenstlerhaus[at]schwandorf[dot]de

 

 

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