11.03.2021 - 16:12 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Besitz von Kinderpornografie: Lehrer will Freispruch

Der Berufungsprozess um einen Lehrer beginnt im April in Amberg. Ursprünglich wurde der Mann aus dem Kreis Schwandorf zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Es geht um seine berufliche Existenz.

Ein Lehrer aus dem Kreis Schwandorf kämpft vor Gericht um seine berufliche Existenz. Es soll Kinderpornografie besessen haben, was er bestreitet.
von Autor HOUProfil

Es geht um die berufliche Existenz eines seit längerer Zeit vom Dienst suspendierten Pädagogen. In einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Amberg, der am Mittwoch, 28. April, beginnt, will der 57-Jährige aus dem Kreis Schwandorf einen Freispruch vom Vorwurf des Besitzes einer Vielzahl kinderpornografischer Dateien erreichen. Das Verfahren gegen den Lehrer hatten amerikanische Behörden ausgelöst.

Sie waren bei Internetnachforschungen auf den Mann aufmerksam geworden und hatten deutsche Ermittlungsdienststellen verständigt. Daraufhin leitete die für Cybercrime-Delikte in Nordbayern zuständige Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ein Verfahren ein und ließ die Wohnung des Mannes durchsuchen. Dabei wurden sein Computer und ein ihm gehörendes Handy sichergestellt. Auf ihnen befanden sich gespeicherte kinderpornografische Bilder der teilweise "übelsten Art", wie es später in einem Prozess vor dem Schwandorfer Amtsgericht hieß.

"Das können nur Sie gewesen sein"

Vor dem Schwandorfer Richter hatte der 57-Jährige im Oktober 2020 mit Nachdruck versichert, dass er zu keinem Zeitpunkt etwas von den Dateien gewusst habe. Im Prozess wurden danach zwei Sachverständige vernommen. Einer von ihnen sagte, etliche der Bilder hätten sich seit Jahren auf dem PC und im Handy befunden. Der zweite Experte schloss Hackerangriffe auf beide Geräte aus.

Die Verhandlung endete mit einem Schuldspruch. Dabei gelangte der Richter zur Überzeugung: "Das können nur Sie gewesen sein." Der Pädagoge bekam ein Jahr Haft mit Bewährung und wurde zu 2000 Euro Geldauflage verurteilt. Ein von ihm eingelegter Widerspruch führt nun zur Neuauflage des Verfahrens vor dem Landgericht.

Das ursprüngliche Urteil

Schwandorf

 

 

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