14.06.2021 - 15:38 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Betrunken zwei Streit schlichtende Polizisten beleidigt

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Gravierende Konsequenzen für eine 39-jährige Wiederholungstäterin: Wegen Beleidigung von Polizeibeamten schickt die Richterin die Frau aus dem Landkreis Schwandorf für 13 Monate hinter Gitter.

Das Strafgesetzbuch
von Autor HWOProfil

Sie gab eine völlig überflüssige Schimpfkanonade von sich. Die Beleidigungen gegenüber zwei Polizisten führen nun dazu, dass eine 39-Jährige für sage und schreibe 13 Monate ins Gefängnis muss. "Weil Sie unbelehrbar sind", wie die Richterin tadelte.

Die Angelegenheit war zunächst recht banal. Eine Frau wollte im nördlichen Landkreis Schwandorf den von ihr getrennt lebenden Ehemann besuchen. An einem Abend im Mai letzten Jahres kam es dabei zu einer offenbar lautstarken Auseinandersetzung, in deren Verlauf die 39-Jährige nach der Polizei rief.

Aus Nabburg kamen zwei Polizisten. Sie kannten die Dame schon, wollten schlichten. Der Mann beruhigte sich, seine Partnerin nicht. Offenbar massiv genossener Alkohol führte dazu, dass plötzlich die Uniformierten zur Zielscheibe wurden. "Seid ihr behindert?" hörten sie und wurden als "Affen" bezeichnet. Das ließen sich die Ordnungshüter nicht gefallen. Sie schrieben eine Anzeige und lösten damit bittere Konsequenzen für die wegen ihres betrunkenen Zustands schon öfter aufgefallene 39-Jährige aus.

Gerichtssäle kennt die Mutter mehrerer Kinder schon seit etlichen Jahren. Elf Vorstrafen brachte sie mit. Aus Unterlagen entnahm die Schwandorfer Amtsrichterin Jennifer Jäger, dass die Unbeherrschtheiten der Frau auch schon einen Weg ins Gefängnis markiert hatten.

"Ich geb's ja zu", räumte die Angeklagte vor Gericht ein und versicherte, sie sei "leicht angetrunken gewesen." Das allerdings ließen die als Zeugen gehörten Polizeibeamten nicht gelten. Die Frau, so wurde der Richterin geschildert, sei massiv vom Alkohol beeinflusst gewesen. In ihrem Urteil sagte Jennifer Jäger später, dass dies wohl Gewohnheit bei der 39-Jährigen sei und nicht zur Schuldunfähigkeit führen könne.

Als der Gemütsausbruch vonstatten ging, stand die Beschuldigte unter Bewährung. Zehn Monate Haft aus einer Vorverurteilung waren offen und sie werden nun wohl abzusitzen sein. Zusammen mit drei Monaten, die wegen der Beleidigungen verhängt wurden, macht das 13 Monate aus, die in einer Frauenhaftanstalt zu verbüßen sind. Das entsprach dem Antrag von Staatsanwalt Frank Gaßmann.

"Sie müssen endlich etwas gegen Ihre Trunksucht tun", empfahl Richterin Jäger dringend und fügte ihrer Entscheidung hinzu: "Noch eine weitere Bewährung haben Sie nicht verdient." Denn sich ständig nur entgiften zu lassen und dann wieder rückfällig zu werden, reiche nicht aus, um in geordnete Lebensbahnen zu kommen.

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