03.08.2018 - 18:39 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Brenzlige Wochen: Kein Feuer im Freien schüren

Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Josef Irlbacher hat schon damit gerechnet. Landrat Thomas Ebeling und Kreisbrandrat Rudolf Heinfling rekrutieren die Landwirte als Hilfsfeuerwehrler.

Die Landschaft ist ausgetrocknet. Schnell wird’s beim Grillen oder am Lagerfeuer brenzlig. Das Landratsamt deshalb rät zur Vorsicht und ruft gleichzeitig Landwirte auf den Plan. In Güllefässern können sie Löschwasser herankarren.

Im Landkreis herrscht aufgrund der anhaltenden großen Trockenheit hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr der Stufen vier bis fünf, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Genauso ausgedörrt ist nicht nur der Waldboden, sondern auch die Flur. Ein einziger Funke reicht. Eine gravierende Änderung der Wetterlage ist momentan nicht in Sicht. Deshalb wurden bereits die Beobachtungsflüge vom Flugplatz Schmidgaden aus, auf Weisung der Regierung der Oberpfalz intensiviert. Mehrmals täglich heben Flieger zu ihrer Sicherheitsmission ab.

Um genug Wasser zur Verfügung zu haben, wenn es wirklich irgendwo fernab von Siedlungen brennt, werden Landwirte gebeten, ihre Güllefässer mit Wasser zu füllen. Über die Gemeindeverwaltungen ist dies an die jeweiligen Ortsfeuerwehren zu melden. Mancherorts treten auch die Kommandanten an die Bauern heran. Für Irlbacher ist dies gut und sinnvoll, denn 10 bis 15 Kubikmeter Löschwasser seien pro Fass dann schnell verfügbar, vor allem dort, wo es keine Hydranten und Weiher gebe, die die Feuerwehren anzapfen können. "Es können auch Maschinen auf den Feldern in Brand geraten und schnell ein großflächiges Feuer auslösen", bringt Irlbacher eine weitere Möglichkeit ins Spiel, wodurch ein Flächenbrand entstehen kann.

Wie wichtig diese sofortige Einsatzbereitschaft der Landwirte ist, hat sich fast auf den Tag genau vor drei Jahren bei Bubach (Stadt Schwandorf) gezeigt. Dort geriet ebenfalls bei hochsommerlichen Temperaturen und wenig Niederschlägen, mitten in der Nacht ein Waldstück in Brand. Nur Dank eines Zeugen und der neben den Feuerwehrlern schnell herbeigeeilten Landwirte mit Fässern voller Wasser war das Feuer im Nu eingedämmt und gelöscht.

Aber nicht nur die Bauern werden angesichts der brenzligen Situation von Landrat Ebeling und Kreisbrandrat Heinfling in die Pflicht genommen, sie richten folgende Bitten an die Bevölkerung:

Auf Feuer im Freien ist zu verzichten. Beim Grillen im Garten ist entsprechende Vorsicht geboten und sind ausreichend Löschmittel bereit zu halten. Beim Ausflug in die Natur ist das Auto nicht über trockenem Gras zu parken. Heißgelaufene Katalysatoren können bei dieser Hitze und Trockenheit einen Brand entfachen. Flucht- und Rettungswege sind generell offen zu halten. Brennende Zigaretten oder -kippen sind nicht aus Fahrzeugen oder Zügen zu werfen.

Zur Erinnerung: Vom 1. März bis zum 31. Oktober gilt im Wald sowieso ein generelles Rauchverbot.

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