08.04.2021 - 16:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Corona packt in jeder Branche zu

Fast jede Branche ist von der Pandemie erfasst. Diese Bilanz zieht die Agentur für Arbeit nach einem Jahr Corona-Krise.

Die Agentur für Arbeit Schwandorf meldet Zahlen zur Kurzarbeit.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Pandemie hat den Arbeitsmarkt fest im Griff – trotz Werkzeugen wie der Kurzarbeit. Das macht ein Blick in den Bericht der Agentur für Arbeit Schwandorf für den Gesamtbezirk (Kreise Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham sowie Stadt Amberg) deutlich. „Anders als viele vorherige Krisen hat Corona fast jede Branche im Laufe des letzten Jahres erfasst. Unternehmen waren teils gezwungen, Personal zu entlassen und waren zurückhaltender bei Stellenneubesetzungen. Dies hat vor allem die Arbeitsuchenden getroffen, die es ohnehin schwerer haben, eine Stelle zu finden: ausländische und ältere Arbeitnehmer sowie Langzeitarbeitslose. Die Ausländerarbeitslosigkeit stieg seit vergangenem Jahr um 19,9 Prozent, bei den Älteren um 18,4 Prozent und bei den Langzeitarbeitslosen sogar um 64,3 Prozent. Qualifizierungen sind oft der Türöffner zurück ins Arbeitsleben. Hierzu bieten die Vermittlungsfachkräfte individuelle Beratungen an“, führt Agenturleiter Markus Nitsch aus.

Deutliche Zäsur registriert

Schwandorf

Mit dem Arbeitsmarktbericht legte die Agentur auch die neuesten, vorliegenden Zahlen für die Kurzarbeit vor, die die Werte vom Herbst vergangenen Jahres betreffen. Im November befanden sich der Hochrechnung der Statistiker zufolge im Agenturbezirk rund 12350 Beschäftigte in knapp 1410 Betrieben in Kurzarbeit. Im Oktober waren es noch 12230 Kurzarbeiter in 1080 Betrieben.

Berechnet wird von der Statistikern auch eine Kurzarbeiterquote. Hierzu wird die Zahl der Kurzarbeitenden ins Verhältnis zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gesetzt. Im November lag die Kurzarbeiterquote im Gesamtbezirk bei 7,3 Prozent, im Oktober bei 7,2 Prozent und im September bei 8,6 Prozent. Die regionale Verteilung stellte sich im Oktober 2020 folgendermaßen dar:

  • Im Kreis Schwandorf waren 2820 Beschäftigte in 330 Betrieben in Kurzarbeit (Quote; 5 Prozent).
  • Kreis Cham: 5710 Kurzarbeiter in 420 Betrieben (10,4 Prozent).
  • Kreis Amberg-Sulzbach: 1840 Kurzarbeiter in 200 Betrieben (6,2 Prozent).
  • Stadt Amberg: 1860 Kurzarbeiter in 130 Betrieben (6,7 Prozent).

Die Agentur für Arbeit in der Großen Kreisstadt meldete Ende März für den gesamten Landkreis Schwandorf 3193 Arbeitslose, 284 oder 8,2 Prozent weniger als noch im Februar, allerdings 446 oder gut 16 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, unmittelbar vor dem ersten Lockdown. Die Arbeitslosenquote im März 2021 lag bei 3,7 Prozent und damit genau im Schnitt des Regierungsbezirks Oberpfalz; bayernweit lag die Quote nach den aktuellen Zahlen der Agentur bei 3,9 Prozent.

"Anders als viele vorherige Krisen hat Corona fast jede Branche im Laufe des letzten Jahres erfasst."

Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit

Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit

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