06.03.2020 - 16:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Countdown für die Kulturstadt Schwandorf

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Schwandorfs Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld hat einen Traum für den 21. März. "Es wäre schön, wenn der Marktplatz prall gefüllt ist." Um 14 Uhr wird der Kulturstadtpavillon und gleichzeitig das Kulturstadtjahr eröffnet.

Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld (Dritte von rechts) bespricht unter anderem mit Vertretern des Bauhofs technische Einzelheiten für die Woche der Nachbarn auf dem Außengelände des Oberpfälzer Künstlerhauses.
von Irma Held Kontakt Profil

Der Countdown läuft, die heiße Phase ebenso. Es fühlt sich fast ein bisschen an, wie Kulturhauptstadt Europa, nur einige Nummern kleiner natürlich - aber immerhin. Am 21. März geht es auf dem oberen Marktplatz beim Brunnen los. Der Pavillon ist in der Kreisstadt eingetroffen, steigern die Organisatoren die Spannung ohne die Katze aus dem Sack zu lassen. Ein Hingucker wird er auf jeden Fall und gleichermaßen ein deutlicher Hinweis auf "Wir sind Kulturstadt Bayern-Böhmen 2020".

Leiterin Veronika Hofinger und David Bender vom Cebb in Schönsee sowie Susanne Lehnfeld und Nicole Zwicknagel vom Schwandorfer Kulturamt treffen sich wöchentlich zum Jour fixe und stehen aber mehr oder weniger ständig in Kontakt. Am Donnerstag fanden beim Sperl-Stadel erste Vorgespräche für die Woche der Nachbarn im Mai statt. "Da geht es um Flucht- und Rettungswege. Da geht es aber auch darum, wo Bühnen aufgestellt werden und einiges mehr," sagt Susanne Lehnfeld. Hinter jeder der etwa 70 geplanten Veranstaltungen steckt im Backstage-Bereich jede Menge Organisationsarbeit.

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Diese beginnt vor etwa einem Jahr mit zwei Workshops. Nach einem Brainstorming folgen in einem zweiten Schritt konkrete Vorschläge und deren Auswahl. "Da wir auch noch den Nordgautag haben, wurde zusammen mit dem Oberpfälzer Kulturbund überlegt, was passt zum Nordgautag, was zu Bayern-Böhmen", erklärt die Kulturamtsleiterin. Die 70 Veranstaltungen, über das Sommerhalbjahr verteilt, sind nicht alle neu. Bestehende Formate, wie etwa das Kneipenfestival oder das Wendelinfest, werden um eine böhmische Variante erweitert.

Susanne Lehnfeld ist unter anderem begeistert, weil sich viele örtliche Vereine, Schulen und alle städtischen Kultureinrichtungen mit pfiffigen Ideen einbringen. Außen vor muss das Stadtmuseum bleiben, das derzeit umgebaut wird. Die Volkshochschule bietet einen bayerisch-böhmischen Kochkurs, Klöppeln und Eierkratzen an. Das ist eine südböhmische Volkskunst, bei der mit Hilfe von Kratz- oder Ritztechnik Ostereier verziert werden.

Der Jugendtreff organisiert einen Graffitiworkshop mit zwei Künstlern aus Pilsen und dem Schwandorfer Markus Raab. Sie werden der Stadt ein Andenken an das Kulturstadtjahr hinterlassen und Streetart schaffen. Zwei Hausdurchgänge von der Kernstadt zur Naabuferstraße werden künstlerisch gestaltet. Die Stadtbibliothek zieht mit Poetry-Slam in den Kulturkeller an der Fronberger Straße.

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David Bender erwähnt lobend das Engagement der Diakonie, die eine Lesung mit Friedrich Brandl samt tschechischer Musik auf die Beine stellt. Nur einmal geht das Programm fremd. Der Gaujugendtag mit Volksmusik und -tanz findet am 5. Juli im Freilandmuseum Neusath-Perschen statt. Der Bezug zur Kreisstadt ist jedoch gegeben. Die Klardorfer Schmiede wird zum Schwandorf-Haus umfunktioniert.

Der erste Schritt aber ist die Eröffnung des Kulturstadtpavillons. Dort wird das komplette Veranstaltungsprogramm ausliegen. Der Pavillon erfüllt drei Aufgaben. Er ist Info-, Begegnungszentrum, aber auch Veranstaltungsort für Lesungen, Filmvorführungen und Ausstellungen. Zwei weitere soll das Kulturstadtjahr erfüllen. Nach den Worten von Nicole Zwicknagel ist Ziel, dass Verbindungen sowie freundschaftliche Beziehungen bestehen bleiben und sich längerfristige Kooperationen entwickeln. Für Susanne Lehnfeld macht "das alles erst Sinn, wenn die Menschen zusammenkommen". Am Samstag, 21. März, bietet sich die erstmals Gelegenheit dazu.

Im Zuge eines Graffitiworkshops mit professionellen Künstlern soll dieser Durchgang an der Naabuferstraße umgestaltet werden. .
Simultanschach:

David Navara an 30 Brettern gleichzeitig

Noch bevor das Kulturstadtjahr am Nachmittag des 21. März offiziell eröffnet wird, legt der Schachklub Schwandorf los. Zusammen mit Schachfreunden aus der Partnerstadt Sokolov steht in der Sparkasse ein Simultanturnier auf dem Programm. Großmeister David Navara, bester Spieler der Tschechischen Republik, tritt an 30 Brettern gleichzeitig gegen die Amateure aus Schwandorf und Sokolov an - vom Jugendlichen bis zum Schacholdie. Was für den 34-jährigen Prager ein Rückschlag ist, spielt dem Schachclub Schwandorf in die Hände. David Navara hat als Neuntplatzierter das Kandidatenturnier in Jekatarinburg verpasst. Acht Schachprofis küren dort den Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen. "Sonst hätte Navara nie für uns Zeit gehabt", sagt Johannes Paar vom Schachclub Schwandorf zu Oberpfalz-Medien. Er hofft auf viele Besucher am 21. März, denn es sei einiges geboten, zum Beispiel im "Analyse-Stüberl". Eröffnet wird das Simualtanturnier um 10 Uhr in der Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle. Danach erfolgt der symbolische erste Zug geladener Gäste. Um 10.20 Uhr beginnt der Wettkampf. Zehn Minuten später öffnet das "Analyse- Stüberl" im Coffeino für Kinder und Schachfans. Für Kinder gibt es Erklärungen zum Schach, ein Schachtraining und ein Quiz mit kleinen Preisen. Um 11.30 Uhr steht David Navara für ein Kurzinterview bereit. Der Großmeister analysiert gegen 13 Uhr eine Partie und beantwortet auch Zuschauerfragen. Die feierliche Eröffnung des Kulturstadtpavillons erfolgt am 21. März um 14 Uhr auf dem oberen Marktplatz.

Profi David Navara tritt am 21. März gegen 30 Schachamateure an.
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